Parodontalchirurgie behandelt Erkrankungen des Zahnhalteapparates, wenn entzündetes Gewebe, tiefe Zahnfleischtaschen oder Knochenschäden mit konservativen Maßnahmen nicht ausreichend behandelt werden können. Ziel ist, Entzündungen zu kontrollieren, Zähne möglichst zu erhalten und die Voraussetzungen für eine langfristige Nachsorge zu schaffen.
Was ist Parodontalchirurgie?
Unter Parodontalchirurgie fallen operative Verfahren am Zahnfleisch und am Zahnhalteapparat. Dazu gehören die Entfernung entzündeten Gewebes, die Reinigung tiefer Zahnfleischtaschen und – je nach Befund – der Versuch, verlorenes Gewebe wiederherzustellen. Im Unterschied zur zunächst meist nicht operativen Parodontitisbehandlung wird das Zahnfleisch bei einem chirurgischen Eingriff gezielt eröffnet. Üblicherweise erfolgt die Behandlung unter lokaler Betäubung.
Ob eine Operation notwendig ist, hängt unter anderem von der Taschentiefe, dem Entzündungszustand, der Zahnbeweglichkeit und dem vorhandenen Knochen ab. Zahnfleischbluten, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang, anhaltender Mundgeruch oder empfindliche Zahnhälse solltest du zahnärztlich abklären lassen. Besonders bei tiefen Taschen und Zahnbeweglichkeit ist eine zeitnahe Untersuchung wichtig.
Ursachen und Diagnose
Eine Parodontitis entsteht meist durch bakterielle Beläge. Unzureichende Mundhygiene, Rauchen, eine familiäre Veranlagung und bestimmte Erkrankungen wie Diabetes können das Risiko erhöhen. Zur Vorbeugung gehören regelmäßige zahnärztliche Kontrollen, gründliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten sowie ein Rauchstopp.
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Bei der Untersuchung beurteilt die Zahnärztin oder der Zahnarzt unter anderem Zahnfleisch, Zahnbeweglichkeit und Zahnfleischtaschen. Der Parodontaler Screening-Index (PSI) dient als Orientierung. Röntgenaufnahmen können zeigen, ob sich der Knochen um die Zähne zurückgebildet hat. In ausgewählten Fällen kommen mikrobiologische Tests mit Proben aus den Zahnfleischtaschen hinzu.
Die Taschentiefe wird mit einer Sonde gemessen. Gesunde Taschen sind im Ausgangstext mit 1 bis 3 mm angegeben; tiefere Taschen können auf eine Erkrankung hinweisen. Werte von 6 mm oder mehr werden dort als Befund beschrieben, bei dem häufig ein chirurgisches Vorgehen geprüft wird. Die Messwerte allein entscheiden jedoch nicht über die Behandlung.
Behandlungsmethoden
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Am Anfang stehen meist die Verbesserung der häuslichen Mundhygiene und die Entfernung bakterieller Beläge. Eine Professionelle Zahnreinigung, Ultraschall- oder Schallinstrumente und Handinstrumente wie Küretten können dabei eingesetzt werden.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann eine offene Kürettage infrage kommen. Dabei wird das Zahnfleisch vorübergehend gelöst, damit Beläge und Konkremente unter Sicht entfernt werden können. Weitere mögliche Verfahren sind regenerative Maßnahmen zum Erhalt oder Wiederaufbau von Gewebe und eine Zahnfleischtransplantation. Laser- oder Plasmaverfahren werden teilweise ergänzend angeboten. Ob sie sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund und dem Behandlungsplan ab.
Ablauf und Heilung
Vor dem Eingriff besprichst du mit deiner Zahnarztpraxis den Befund, die Behandlungsziele und mögliche Alternativen. Eine Untersuchung und eine Mundhygieneinstruktion bereiten die Behandlung vor. Nach der lokalen Betäubung wird der Zugang geschaffen, der Bereich gereinigt und das Zahnfleisch anschließend wieder vernäht. Dabei werden bakterielle Beläge und Zahnstein entfernt.
Nach der Operation können Schmerzen und Schwellungen auftreten. Auch Infektionen sind als allgemeines Operationsrisiko möglich; die vollständige Heilung kann mehrere Wochen dauern. Halte dich an die Anweisungen deiner Zahnarztpraxis, etwa zur Wundpflege und zu verordneten Medikamenten. Kontrolltermine dienen dazu, den Heilungsverlauf zu überprüfen.
Kosten der Parodontalchirurgie
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Die Gesamtkosten hängen vom Schweregrad, der Zahl der behandelten Zähne, den eingesetzten Verfahren und den Leistungen deiner Praxis ab. Welche Kosten eine gesetzliche Krankenkasse übernimmt, solltest du vorab anhand des konkreten Heil- und Kostenplans klären. Im Ausgangstext werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen, der PSI und die Entfernung von Zahnstein als mögliche Kassenleistungen genannt.
Für private Zusatzleistungen werden folgende Bereiche genannt: Vorbehandlungen wie eine professionelle Zahnreinigung können 100 bis 300 Euro kosten, ein Keimtest 60 bis 150 Euro, Nachsorge 50 bis 200 Euro und eine Laserbehandlung 10 bis 25 Euro pro Zahn. Diese Angaben sind unverbindliche Orientierungswerte. Lass dir vor der Behandlung einen Kostenvoranschlag erstellen und kläre die Erstattung mit deiner Krankenkasse. Eine Zahnzusatzversicherung kann je nach Tarif weitere Leistungen abdecken.
Nachsorge und Erhaltungstherapie
Der langfristige Erfolg hängt wesentlich von der Nachsorge ab. Kontrolltermine finden häufig in Abständen von 3 bis 6 Monaten statt; die genaue Häufigkeit richtet sich nach deinem Risiko und dem Befund. Zu Hause solltest du mindestens zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste putzen und die Zahnzwischenräume reinigen. Eine Mundspülung kann ergänzend eingesetzt werden, ersetzt aber nicht die mechanische Reinigung.
Regelmäßige professionelle Nachsorge, Rauchverzicht und die Behandlung relevanter Grunderkrankungen helfen, erneute Entzündungen früh zu erkennen. Bei anhaltendem Bluten, zunehmender Schwellung, Schmerzen oder lockeren Zähnen solltest du deine Zahnarztpraxis kontaktieren.
Das Wichtigste zusammengefasst
Parodontalchirurgie kommt vor allem bei fortgeschrittener Parodontitis und tiefen Zahnfleischtaschen infrage, wenn eine nicht operative Behandlung nicht ausreicht. Die Diagnose stützt sich auf Messungen, die Beurteilung der Zähne und gegebenenfalls Röntgenbilder. Vor der Entscheidung solltest du Verfahren, Risiken, Nachsorge und Kosten mit deiner Zahnarztpraxis besprechen. Eine konsequente häusliche Mundhygiene und regelmäßige Erhaltungstherapie bleiben auch nach dem Eingriff wichtig.

