Regressansprüche sind Rückforderungen eines Versicherers. Hat die Versicherung nach einem Schaden zunächst gezahlt, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen Geld von dir oder einer anderen verantwortlichen Person zurückverlangen. Entscheidend sind meist eine Verletzung vertraglicher Pflichten, deren Zusammenhang mit dem Schaden und ein nachweisbarer finanzieller Nachteil.
Was bedeutet Regress?
Im Versicherungsrecht wird mit Regress meist der Rückgriff auf die Person bezeichnet, die den Schaden verursacht oder eine Pflicht aus dem Versicherungsvertrag verletzt hat. Der allgemeinere Begriff Rückgriff kann auch in anderen rechtlichen Zusammenhängen verwendet werden.
Typische Fälle sind ein Unfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, grob fahrlässiges Verhalten, Unfallflucht oder falsche Angaben bei der Pflichtverletzung beziehungsweise Schadensmeldung. Auch ein Dritter, ein Subunternehmer oder ein Hersteller kann zum Anspruchsgegner werden, wenn sein Verhalten den Schaden verursacht hat.
Wann kann die Versicherung Geld zurückfordern?
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Eine Rückforderung kommt insbesondere infrage, wenn du eine Obliegenheit verletzt hast. Dazu gehören Pflichten vor oder nach Vertragsschluss sowie Vorgaben für das Verhalten nach einem Schaden. Beispiele sind:
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Du machst bei der Schadenmeldung bewusst oder fahrlässig falsche Angaben.
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Du meldest den Schaden nicht rechtzeitig oder verstößt gegen andere Vertragspflichten.
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Du verursachst einen Unfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder durch Fahrlässigkeit.
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Du handelst vorsätzlich oder arglistig, etwa indem du Beweise manipulierst oder relevante Informationen verschweigst.
Die Versicherung muss die Pflichtverletzung und den Zusammenhang mit dem Schaden darlegen beziehungsweise nachweisen. Außerdem muss sie erklären, welcher konkrete finanzielle Nachteil entstanden ist. Kannst du zeigen, dass dein Verhalten keinen Einfluss auf den Schaden hatte, kann das für die Abwehr der Forderung wichtig sein.
Regress in der Kfz-Versicherung
Nach einem Verkehrsunfall solltest du die Unfallstelle absichern, Verletzte versorgen und die relevanten Daten dokumentieren. Dazu gehören Fotos, der Unfallhergang sowie die Kontaktdaten und das Kfz-Kennzeichen der Beteiligten. Informiere deine Versicherung so schnell wie möglich und bleibe bei deinen Angaben vollständig und wahrheitsgemäß.
Bei grober Fahrlässigkeit, Alkohol- oder Drogenkonsum, Unfallflucht oder Falschangaben kann der Versicherer versuchen, bereits gezahlte Beträge zurückzufordern. Welche Voraussetzungen und Grenzen gelten, richtet sich nach dem Vertrag und den Umständen des Einzelfalls.
Fristen und mögliche Höhe
Fristen sind bei Regressforderungen besonders wichtig. Im Ausgangstext werden für vorvertragliche Obliegenheitsverletzungen ein Monat ab Kenntnis des Verstoßes und für nachvertragliche Verletzungen regelmäßig drei Jahre genannt. Auch für die Verjährung wird dort auf drei Jahre ab Kenntnis des Anspruchs hingewiesen. Diese Angaben sind nicht pauschal auf jeden Fall übertragbar; prüfe deshalb das konkrete Schreiben, den Versicherungsvertrag und den maßgeblichen Fristbeginn.
Im Ausgangstext wird außerdem eine mögliche Höchstgrenze von 5.000 Euro genannt. Ob eine Begrenzung greift und wie hoch die Forderung tatsächlich sein darf, hängt von der Versicherung, dem Vertrag und der Pflichtverletzung ab.
Was du bei einer Regressforderung tun solltest
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Forderung prüfen: Achte darauf, welcher Verstoß, welcher Schaden und welcher Betrag genannt werden.
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Unterlagen sichern: Sammle Vertrag, Schadenmeldung, Schriftverkehr, Fotos und weitere Nachweise.
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Fristen beachten: Reagiere innerhalb der im Schreiben genannten Frist und bewahre den Zustellnachweis auf.
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Keine falschen Angaben machen: Unvollständige oder bewusst falsche Informationen können den Versicherungsschutz gefährden und als Versicherungsbetrug gewertet werden.
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Rechtlichen Rat einholen: Bei einer unklaren, hohen oder aus deiner Sicht unberechtigten Forderung kann eine anwaltliche Prüfung sinnvoll sein.
So verringerst du das Risiko
Lies die Obliegenheits- und Regressklauseln deiner Versicherung und prüfe die Unterlagen regelmäßig. Melde Schäden zeitnah, dokumentiere den Hergang und halte dich an die vereinbarten Pflichten. Auch Änderungen deiner Lebens- oder Vertragssituation solltest du der Versicherung mitteilen, wenn dies nach dem Vertrag erforderlich ist.
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Klausel |
Bedeutung |
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Obliegenheitsklausel |
Pflichten, die du im Versicherungsverhältnis und im Schadensfall einhalten musst. |
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Regressklausel |
Regelungen dazu, wann der Versicherer Rückforderungen stellen kann. |
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Selbstbeteiligung |
Betrag, den du im Schadensfall selbst trägst. |
Eine Regressforderung ist nicht automatisch berechtigt. Prüfe immer die Begründung, den Zusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden sowie die geltenden Fristen. Bei Unsicherheit solltest du dir rechtzeitig rechtliche Unterstützung holen.

