Was ist Sickerwasser?
Sickerwasser ist Wasser, das von der Oberfläche in den Boden eindringt und durch verschiedene Bodenschichten fließt. Es kann aus Regen, Schnee, Hagel oder Schmelzwasser stammen. Auch Garten- und landwirtschaftliche Bewässerung sowie Leckagen an Leitungen oder Kanälen können Sickerwasser verursachen.
Im Unterschied zu Oberflächenwasser befindet sich Sickerwasser im Boden und bewegt sich überwiegend durch die Bodenschichten. Oberflächenwasser bleibt dagegen sichtbar an der Erdoberfläche oder fließt dort ab. Wie schnell Wasser versickert, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit ab: Sand lässt Wasser schneller durch, während lehmige Böden es länger zurückhalten.
Die Begriffe Sickerwasser und Sickerwasser beschreiben dabei nicht automatisch dieselbe Schadenursache. Für die Versicherung ist entscheidend, woher das Wasser stammt und auf welchem Weg es in das Gebäude gelangt ist.
Welche Schäden kann Sickerwasser verursachen?
Sickerwasser wird häufig erst bemerkt, wenn bereits Feuchtigkeitsschäden entstanden sind. Mögliche Anzeichen sind:
- feuchte Stellen an Wänden oder Böden
- muffiger Geruch oder Schimmelbildung
- abblätternde Farbe und Tapeten
- Risse im Mauerwerk oder an Fundamenten
- aufgeweichte oder beschädigte Boden- und Wandflächen
Lang anhaltende Feuchtigkeit kann die Bausubstanz beeinträchtigen, Keller und Fundamente beschädigen sowie Pflanzen und Gartenanlagen schädigen. Bei verschmutztem Wasser sind außerdem Auswirkungen auf Boden und Grundwasser möglich. Wenn Schimmel sichtbar ist oder ein Gebäude dauerhaft feucht bleibt, solltest du die Ursache fachgerecht prüfen lassen.
Versicherungsschaden durch Sickerwasser
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Ob die Versicherung einen Sickerwasserschaden übernimmt, hängt von der konkreten Schadenursache, dem Vertrag und möglichen Ausschlüssen ab. In vielen Standardtarifen ist langsam eindringendes Wasser durch fehlerhafte Abdichtungen oder drückendes Grundwasser nicht automatisch versichert. Prüfe deshalb die Bedingungen deiner Wohngebäudeversicherung sowie vereinbarte Erweiterungen genau.
Je nach Schaden können unterschiedliche Versicherungen zuständig sein:
- Die Wohngebäudeversicherung betrifft Schäden an der Bausubstanz, sofern das Ereignis versichert ist.
- Die Hausratversicherung kann Schäden an Möbeln, Elektrogeräten und anderem persönlichen Eigentum abdecken.
- Eine Elementarschadenversicherung kann je nach Vertragsumfang Naturgefahren wie Überschwemmungen oder Starkregen einschließen.
- Die private Haftpflichtversicherung kommt grundsätzlich nur infrage, wenn du für Schäden am Eigentum Dritter haftbar bist.
Auch Schäden durch ein Erdbeben oder einen Rohrbruch werden nach anderen Vertragsregeln beurteilt. Eine pauschale Aussage zur Kostenübernahme ist daher nicht möglich.
Sickerwasserschaden richtig melden
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- Schaden begrenzen: Sichere gefährdete Gegenstände und entferne Wasser nur, soweit dies gefahrlos möglich ist. Verändere den Schaden nicht unnötig, bevor du ihn dokumentiert hast.
- Alles dokumentieren: Fotografiere und filme betroffene Räume, Bauteile und Gegenstände aus mehreren Perspektiven. Notiere Entdeckungszeitpunkt, vermutete Ursache und bereits ergriffene Maßnahmen.
- Versicherung informieren: Melde den Schaden unverzüglich über den vorgesehenen Kontaktweg. Halte Versicherungsnummer, Fotos, Videos und eine kurze Schadenschilderung bereit. Beachte die Fristen deiner Police.
- Unterlagen sammeln: Bewahre Rechnungen, Belege, Kostenvoranschläge und gegebenenfalls ein Gutachten eines Sachverständigen auf.
Fordert die Versicherung ein Formular oder weitere Nachweise an, fülle die Angaben vollständig und wahrheitsgemäß aus. Reparaturen oder Sanierungsarbeiten solltest du – außer zur akuten Schadenbegrenzung – möglichst erst nach Abstimmung mit dem Versicherer beauftragen.
Nachweis und fachliche Prüfung
Bei unklarer Ursache können Feuchtigkeitsmessungen, Thermografie oder Materialproben helfen. Ein Sachverständiger kann den Schaden untersuchen, die Ursache bewerten, ein Gutachten erstellen und dich bei der Schadensmeldung unterstützen. Achte bei der Auswahl auf Qualifikation, Erfahrung mit Feuchteschäden und transparente Kosten. Eine Erstberatung oder ein Schadensgutachten kann je nach Fall kostenpflichtig sein.
Lehnt die Versicherung die Regulierung ab, prüfe die Begründung und die Ausschlussklauseln. Eine Rechtsberatung kann sinnvoll sein, wenn die Ursache, Haftung oder Vertragsauslegung streitig ist.
Sickerwasserschäden vorbeugen
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- Halte Abdichtungen, Drainagen und Entwässerungssysteme instand.
- Kontrolliere Keller, Fundamente und Grundstück regelmäßig – besonders nach starken Niederschlägen.
- Beziehe Bodenbeschaffenheit und Wasserführung in Bau- und Gartenplanung ein.
- Setze bei Bedarf Feuchtigkeitssensoren oder Frühwarnsysteme ein.
Wenn du einen Sickerwasserschaden feststellst, zählt vor allem die Reihenfolge: Schaden sicher begrenzen, Zustand umfassend dokumentieren, Ursache prüfen und die Versicherung schnell informieren. Ob und in welcher Höhe sie zahlt, ergibt sich erst aus deiner Police und dem konkreten Schadenfall.

