Eine Unfallanzeige dokumentiert einen Arbeits- oder Wegeunfall und informiert den zuständigen Unfallversicherungsträger. Sie ist vor allem dann erforderlich, wenn die betroffene Person länger als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist. Schwere Unfälle, Massenunfälle und Todesfälle müssen sofort gemeldet werden.
Was ist eine Unfallanzeige?
Die Unfallanzeige ist eine formelle Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Sie hält den Unfallhergang fest, unterstützt die Prüfung durch die Unfallversicherung und dient dazu, mögliche Ansprüche der betroffenen Person zu sichern. Die Unfallanzeige unterscheidet sich von einer allgemeinen Schadensmeldung: Sie bezieht sich auf Arbeits- und Wegeunfälle und ist gesetzlich vorgeschrieben, während eine Schadensmeldung auch andere Schadensarten betreffen kann. Weitere Informationen findest du auch unter Schadensmeldung.
Wer muss die Unfallanzeige erstatten?
Verantwortlich ist grundsätzlich der Unternehmer oder eine von ihm bevollmächtigte Person. Die Bevollmächtigung sollte klar geregelt sein. Auch wenn ein Bevollmächtigter die Meldung ausfüllt und übermittelt, muss die Anzeige fristgerecht und vollständig erfolgen.
Als Arbeitnehmer solltest du jeden Arbeits- oder Wegeunfall unverzüglich deinem Vorgesetzten melden und an der Aufklärung mitwirken. Dazu gehören möglichst genaue Angaben zum Unfallhergang, zu Zeugen und zu den ergriffenen Sofortmaßnahmen. Du hast außerdem das Recht, die Unfallanzeige einzusehen und eine Kopie zu erhalten. Im Unternehmen sollte eine Kopie für die interne Dokumentation aufbewahrt werden.
Welche Fristen gelten?
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Mehr als drei Kalendertage Arbeitsunfähigkeit: Die Anzeige muss innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Unfalls erstattet werden. Der Unfalltag wird dabei nicht mitgerechnet; Samstage, Sonn- und Feiertage zählen mit.
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Schwere Unfälle, Massenunfälle und Todesfälle: Der zuständige Unfallversicherungsträger ist sofort zu informieren. Die reguläre Drei-Tage-Frist gilt in diesen Fällen nicht.
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Zusätzliche Behörden: Je nach Zuständigkeit kann außerdem eine Meldung an die Landesbehörde für Arbeitsschutz oder bei bergbehördlicher Aufsicht an die zuständige untere Bergbehörde erforderlich sein.
Eine verspätete oder fehlerhafte Anzeige kann zu Bußgeldern, weiteren rechtlichen Problemen und Schwierigkeiten bei der Bearbeitung des Versicherungsfalls führen. Korrigiere Fehler möglichst umgehend durch eine Nachmeldung und bewahre die Kommunikation dazu auf.
Welche Angaben gehören in die Unfallanzeige?
Für eine vollständige Meldung werden insbesondere folgende Informationen benötigt:
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Name, Adresse und Geburtsdatum der betroffenen Person
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Datum, Uhrzeit und Ort des Unfalls
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Eine sachliche und möglichst genaue Beschreibung des Unfallhergangs
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Angaben zur Arbeitsunfähigkeit sowie, soweit vorhanden, ärztliche Unterlagen und Informationen zur Behandlung
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Art der Verletzungen, Namen von Zeugen und geleistete Erste Hilfe bei schweren Unfällen
Formuliere den Hergang nachvollziehbar und ohne Vermutungen. Prüfe alle Angaben vor der Übermittlung und halte eine Kopie der eingereichten Anzeige zurück.
Wohin wird sie gesendet?
Die Unfallanzeige geht an den zuständigen Unfallversicherungsträger: je nach Betrieb an die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Ein Exemplar sollte außerdem dem Betriebs- oder Personalrat zur Verfügung gestellt werden. Unterliegt der Betrieb der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht oder der Bergaufsicht, sind die jeweils zuständigen Behörden einzubeziehen.
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Empfänger |
Zweck |
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Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse |
Unfallversicherung und Bearbeitung des Falls |
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Betriebs- oder Personalrat |
Interne Dokumentation und Transparenz |
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Landesbehörde für Arbeitsschutz |
Arbeitsschutzaufsicht |
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Untere Bergbehörde |
Zuständigkeit bei bergbehördlicher Aufsicht |
Welche Rolle spielt der Durchgangsarzt?
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Nach einem Arbeitsunfall kann ein Durchgangsarzt (D-Arzt) die Verletzung untersuchen und über die weitere Behandlung entscheiden. Er kann dich bei komplizierten Verletzungen an eine Unfallklinik oder ein geeignetes Krankenhaus überweisen. Als speziell zugelassener Arzt dokumentiert er Verletzungen und Behandlung für die Berufsgenossenschaft. Diese Untersuchung kann deshalb auch für die Dokumentation des Unfalls relevant sein.
Weitere Meldepflichten und Unterstützung
Neben der Unfallanzeige können je nach Ereignis weitere Meldungen erforderlich sein. Der Verdacht auf eine Berufskrankheit wird durch den zuständigen Arzt gemeldet. Auch Raubüberfälle am Arbeitsplatz können unabhängig von der Dauer der Arbeitsunfähigkeit meldepflichtig sein. Psychische Folgen eines Unfalls oder eines belastenden Ereignisses solltest du ernst nehmen und geeignete Unterstützung vermitteln.
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Die Berufsgenossenschaft kann die medizinische Versorgung, Rehabilitation und Wiedereingliederung unterstützen. Bei psychischen Unfallfolgen kommen außerdem Beratungs- oder Therapieangebote infrage. Welche Leistungen im Einzelfall greifen, hängt von den konkreten Umständen ab.
Dokumentation und fehlerhafte Angaben
Ergänzend zur Unfallanzeige solltest du einen internen Unfallbericht mit Unfallzeit, Unfallort, beteiligten Personen, Zeugen und Sofortmaßnahmen erstellen. Behandle die enthaltenen personenbezogenen Daten vertraulich und ermögliche der betroffenen Person die gesetzlich vorgesehenen Einsichts- und Informationsrechte.
Falsche, unvollständige oder verspätete Angaben können die Bearbeitung erschweren und rechtliche Folgen haben. Bei grober Fahrlässigkeit können zusätzliche Konsequenzen drohen. Wenn dir ein Fehler auffällt, solltest du den Unfallversicherungsträger zeitnah informieren und die Korrektur dokumentieren.

