Versicherungslexikon

Winterreifen: Was ist bei der Versicherung wichtig?

Winterreifen: Was ist bei der Versicherung wichtig?

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Winterreifen sind bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht nur eine Frage der Sicherheit. Die Bereifung kann auch beeinflussen, wie deine Kfz-Versicherung einen Schaden behandelt. Entscheidend sind das Alpine-Symbol, der Zustand der Reifen und die Frage, ob die falsche Bereifung zum Unfall beigetragen hat.

Winterreifenpflicht in Deutschland

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Du musst dein Fahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder vergleichbaren winterlichen Bedingungen mit geeigneten Reifen fahren. Eine feste Pflicht für einen bestimmten Zeitraum gibt es nicht.

Seit dem 1. Oktober 2024 reicht die frühere M+S-Kennzeichnung für neuere Anforderungen nicht mehr aus. Als wintertauglich gelten Reifen mit dem Alpine-Symbol, also dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Das gilt auch für Ganzjahresreifen, wenn sie dieses Symbol tragen. Prüfe deshalb vor dem Winter, ob deine Reifen die erforderliche Kennzeichnung besitzen.

Was bedeutet die Bereifung für den Versicherungsschutz?

Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt grundsätzlich die Schäden, die du anderen zufügst. Fährst du bei winterlichen Bedingungen mit ungeeigneter Bereifung und verursachst einen Unfall, kann der Versicherer dich jedoch in Regress nehmen. Im Ausgangstext wird dafür ein Betrag von bis zu 5.000 Euro genannt.

Die Haftpflicht zahlt den Geschädigten also nicht automatisch weniger, nur weil dein Fahrzeug falsch bereift war. Für dich können daraus aber Rückforderungen entstehen. Ob ein Regress gerechtfertigt ist und wie hoch er ausfällt, hängt vom Einzelfall und insbesondere vom Zusammenhang zwischen Bereifung und Unfall ab.

Kaskoversicherung

Die Kaskoversicherung betrifft Schäden an deinem eigenen Fahrzeug. Bei falscher Bereifung kann sie ihre Leistung reduzieren oder ganz verweigern. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen und die Umstände des Unfalls. Prüfe deshalb, ob dein Vertrag den Einwand grober grobe Fahrlässigkeit einschließt.

Mithaftung und Schadenersatz

Auch wenn du nicht der alleinige Unfallverursacher bist, kann fehlende Winterausrüstung deine Ansprüche mindern. Wird nachgewiesen, dass die falsche Bereifung zum Unfall beigetragen hat, kann dir eine Mithaftung angerechnet werden. Das kann sich auf Schadenersatz und bei Personenschäden auch auf Schmerzensgeld auswirken. Umgekehrt kann der Unfallverursacher beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung für die Schäden einstehen.

Welche Folgen drohen bei Verstößen?

Wer bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen fährt, riskiert laut Ausgangstext Bußgelder und einen Punkt. Genannt werden 75 Euro bei nicht angepasster Bereifung, 80 Euro bei Behinderung, 100 Euro bei Gefährdung und 120 Euro nach einem Unfall. Auch der Punkte in Flensburg-Eintrag kann Folgen haben.

Neben dem Bußgeld können Regressansprüche, eine Kürzung der Kaskoleistung oder eine Beteiligung am Schaden entstehen. Auch der Fahrzeughalter kann zur Verantwortung gezogen werden, wenn er die Nutzung ungeeigneter Reifen zulässt. Bei der Bewertung spielen die konkrete Wetterlage, der Unfallhergang und die nachweisbare Unfallursache eine wichtige Rolle.

Reifen vor dem Winter prüfen

Nahaufnahme eines neuen Winterreifens im Schnee.

Kontrolliere vor dem Reifenwechsel die Profiltiefe, das Alter und die Kennzeichnung. Im Ausgangstext werden mindestens 4 mm Profiltiefe als Richtwert genannt. Die DOT-Nummer zeigt Herstellungswoche und -jahr an. Bei sichtbaren Schäden, sprödem Gummi oder deutlich gealterten Reifen solltest du fachlichen Rat einholen.

Die Faustregel „O bis O“ – von Oktober bis Ostern – kann bei der Planung helfen. Rechtlich entscheidend bleiben jedoch die tatsächlichen Straßenverhältnisse. Buche den Wechsel frühzeitig, da Werkstätten bei einem plötzlichen Wintereinbruch oft stark ausgelastet sind. Lagere die nicht montierten Reifen kühl, trocken und vor Sonnenlicht geschützt.

Nahaufnahme von Winterreifen auf schneebedeckter Straße.

Versicherung und Reifenvertrag prüfen

Vergleiche vor dem Winter nicht nur Beiträge, sondern auch die Bedingungen deiner Kfz-Versicherung. Achte besonders darauf, wie der Vertrag grobe Fahrlässigkeit behandelt und welche Regelungen für Kasko, Regress und ungeeignete Bereifung gelten. Den genauen Umfang deines Schutzes findest du in den Versicherungsbedingungen oder erhältst direkt beim Versicherer.

Nahaufnahme von Winterreifen mit gutem Profil.

Mit geeigneten Reifen erfüllst du bei winterlichen Bedingungen die gesetzlichen Anforderungen und verringerst das Risiko von Haftungs- und Versicherungsproblemen. Bei einem Schaden solltest du die Reifen, die Wetterlage und den Unfallhergang dokumentieren. Bereifung allein entscheidet nicht jeden Versicherungsfall, kann aber ein wesentlicher Faktor sein.

Nahaufnahme von Winterreifen auf einer verschneiten Straße.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

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Steven

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