Die BKK firmus wächst zum 1. Januar 2027 voraussichtlich gleich durch zwei Zusammenschlüsse. Sowohl die BKK PFAFF aus Kaiserslautern als auch die betriebsbezogene BKK Rieker.RICOSTA.Weisser sollen in der BKK firmus aufgehen. Damit ist die Bremer Krankenkasse der auffälligste Akteur der aktuellen Fusionswelle.
BKK PFAFF bringt Rheinland-Pfalz ein
Die BKK PFAFF ist bislang vor allem in Rheinland-Pfalz verankert. Durch den Zusammenschluss erschließt die BKK firmus ein Bundesland, in dem sie bisher nicht regulär geöffnet ist. Nach Angaben der BKK firmus wird sie dadurch ab 2027 auch für die rund 4,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner von Rheinland-Pfalz wählbar.
Zusätzlich wurde angekündigt, die BKK PFAFF bereits ab August 2026 auch für Schleswig-Holstein und Thüringen zu öffnen. Für einen Beitritt ist jedoch entscheidend, dass die Satzungsänderung wirksam veröffentlicht und die Kasse im jeweiligen Bundesland tatsächlich geöffnet ist.
Zweite Fusion mit einer betriebsbezogenen BKK
Parallel soll die BKK Rieker.RICOSTA.Weisser in der BKK firmus aufgehen. Diese Betriebskrankenkasse ist nur für bestimmte Beschäftigte und weitere satzungsmäßig berechtigte Personen zugänglich. Durch die Fusion wechseln die bestehenden Mitglieder automatisch zur BKK firmus. Ob und wie sich daraus zusätzliche Zugangswege für Außenstehende ergeben, richtet sich nach der Satzung der BKK firmus und nicht nach der bisherigen Betriebsbezogenheit.
Was passiert mit Beitrag und Leistungen?
Der Zusatzbeitrag der BKK firmus liegt 2026 bei 2,18 Prozent und damit deutlich unter dem vieler Wettbewerber. Daraus lässt sich jedoch noch kein garantierter Beitrag für 2027 ableiten. Über den künftigen Zusatzbeitrag entscheidet die zuständige Selbstverwaltung für die fusionierte Kasse.
Auch freiwillige Mehrleistungen und Bonusprogramme werden in einer gemeinsamen Satzung zusammengeführt. Bereits zugesagte oder begonnene Leistungen sollten Betroffene anhand der Übergangsinformationen ihrer Kasse prüfen.
| Für Versicherte wichtig: Die Fusion läuft automatisch. Ein Wechselrecht allein wegen des Zusammenschlusses besteht nicht. Sollte der Zusatzbeitrag steigen, entsteht ein Sonderkündigungsrecht. |
Einordnung
Die Doppelfusion ist mehr als eine reine Verwaltungsnachricht. Die BKK firmus verbindet günstige Beitragspositionierung mit regionalem Wachstum. Gleichzeitig zeigt der Vorgang, wie kleinere regionale und betriebsbezogene Kassen unter dem Dach eines größeren Trägers weitergeführt werden. Für Versicherte bleibt die entscheidende Frage, ob die BKK firmus ihren Beitragsvorteil und ihr Leistungsniveau nach dem Wachstum halten kann.

