In der gesetzlichen Krankenversicherung zeichnet sich eine neue Fusionswelle ab. Fünf Zusammenschlüsse sind für den Herbst 2026 beziehungsweise den Jahresbeginn 2027 angekündigt. Betroffen sind sowohl regional geöffnete Betriebskrankenkassen als auch eine große Innungskrankenkasse. Für Versicherte stellt sich vor allem die Frage: Was passiert mit meiner Mitgliedschaft, meinem Beitrag und meinen Zusatzleistungen?
Diese Fusionen sind angekündigt
| Termin | Bisherige Kasse | Fusionspartner | Künftiger Name |
| 01.10.2026 | IKK Brandenburg und Berlin | IKK gesund plus | IKK gesund plus |
| 01.01.2027 | BKK PFAFF | BKK firmus | BKK firmus |
| 01.01.2027 | BKK Rieker.RICOSTA.Weisser | BKK firmus | BKK firmus |
| 01.01.2027 | BKK Pfalz | mkk – meine krankenkasse | mkk – meine krankenkasse |
| 01.01.2027 | BKK Scheufelen | vivida BKK | vivida BKK |
Was bedeutet eine Fusion für Versicherte?
Die Mitgliedschaft endet durch eine Fusion nicht. Versicherte werden automatisch Mitglied der Nachfolgekasse, und der Versicherungsschutz läuft ohne Unterbrechung weiter. Ein eigener Antrag ist normalerweise nicht erforderlich.
Trotzdem können sich wichtige Details ändern. Die neue Kasse gibt sich eine gemeinsame Satzung. Darin werden unter anderem freiwillige Zusatzleistungen, Bonusprogramme, Wahltarife und Erstattungsregeln festgelegt. Auch der Zusatzbeitrag wird für die fusionierte Kasse einheitlich bestimmt.
Gibt es wegen der Fusion ein Sonderkündigungsrecht?
Nein, nicht allein wegen des Zusammenschlusses. Ein Sonderkündigungsrecht entsteht aber, wenn die neue Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Dann können Mitglieder bis zum Ende des Monats, in dem der höhere Zusatzbeitrag erstmals gilt, eine neue Krankenkasse wählen. Die neue Kasse übernimmt in der Regel die elektronische Abmeldung.
| Wendewerk-Tipp: Nicht vorschnell wechseln. Sobald die Nachfolgekasse ihren Beitrag und ihre Satzung veröffentlicht, sollten Versicherte Beitrag, relevante Mehrleistungen, Bonusprogramm, Erreichbarkeit und mögliche Wahltarife gemeinsam vergleichen. |
Warum fusionieren derzeit so viele Krankenkassen?
Krankenkassen nennen vor allem steigende Leistungsausgaben, wachsende Anforderungen an Digitalisierung und Regulierung sowie den Fachkräftemangel. Größere Einheiten können Verwaltung, IT und Service gemeinsam organisieren und finanzielle Risiken breiter verteilen. Eine Fusion ist deshalb nicht automatisch ein Zeichen akuter Schieflage. Sie ist aber Ausdruck eines Marktes, in dem Größe und finanzielle Stabilität wieder stärker an Bedeutung gewinnen.

