Viele gesetzlich Versicherte lassen jedes Jahr bares Geld liegen, da sie die Bonusprogramme ihrer Krankenkassen nicht nutzen oder Fristen versäumen. Diese Programme belohnen gesundheitsbewusstes Verhalten mit Prämien, die mehrere hundert Euro betragen können. Insbesondere Familien können erheblich profitieren, da jedes Mitglied oft einen eigenen Bonusanspruch hat. Die Frist für die Einreichung von Nachweisen für das vergangene Jahr ist oft der 31. März, was bedeutet, dass viele Versicherte bald ihren Anspruch verlieren könnten.
Key Takeaways
- Millionen Euro an Boni und Rückerstattungen von Krankenkassen bleiben ungenutzt.
- Die Frist für die Einreichung von Nachweisen für das Jahr 2025 ist oft der 31. März 2026.
- Bonusprogramme belohnen gesundheitsbewusstes Verhalten wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Präventionskurse.
- Familien können besonders profitieren, da jedes Mitglied einen eigenen Anspruch haben kann.
- Bis zu 150 Euro an Bonuszahlungen sind seit 2025 steuerfrei.
Was sind Krankenkassen-Bonusprogramme?
Gesetzliche Krankenkassen sind verpflichtet, Bonusprogramme anzubieten, die gesundheitsbewusstes Verhalten fördern. Dies kann die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Präventionskursen oder regelmäßige sportliche Aktivitäten umfassen. Versicherte sammeln Punkte oder erhalten direkte Geldbeträge für diese Maßnahmen. Die Ausgestaltung variiert je nach Kasse, wobei einige feste Beträge pro Maßnahme zahlen, während andere mit Punktestufen arbeiten oder Gesundheitsleistungen wie Zahnreinigungen oder Fitnessstudio-Beiträge bezuschussen.
Wie viel Geld kann man erhalten?
Die möglichen Prämien können erheblich sein. Viele Krankenkassen zahlen jährlich zwischen 100 und 250 Euro als Geldbonus oder Zuschuss zu Gesundheitsleistungen. Einige Programme ermöglichen sogar Prämien von über 300 Euro, in Einzelfällen bis zu rund 400 Euro jährlich. Familien können durch die Boni für jedes Mitglied die Summe deutlich erhöhen.
Warum werden so viele Boni nicht beansprucht?
Trotz des Potenzials nehmen nur wenige Versicherte an den Bonusprogrammen teil. Die Teilnahmequoten liegen oft nur zwischen 15 und 25 Prozent, bei manchen Kassen sogar im einstelligen Bereich. Gründe dafür sind mangelndes Wissen über die Programme, die Einschätzung des Ertrags als gering, die Sorge vor bürokratischem Aufwand oder die Nichtbeachtung von Fristen. Viele Maßnahmen, die für den Bonus qualifizieren, werden ohnehin regelmäßig genutzt, sodass die Teilnahme oft ohne großen Mehraufwand möglich ist.
Steuerliche Aspekte von Bonuszahlungen
Seit 2025 sind Bonuszahlungen von Krankenkassen bis zu 150 Euro pro versicherter Person und Jahr steuerfrei. Dieser Betrag mindert nicht den Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge. Beträge, die über 150 Euro liegen, können steuerlich wie eine Beitragsrückerstattung behandelt werden, was den abzugsfähigen Betrag mindert. Es ist ratsam, sich von der Krankenkasse eine Bescheinigung über die Art der Bonuszahlungen ausstellen zu lassen, insbesondere wenn die Grenze überschritten wird.
Digitale Angebote erleichtern die Teilnahme
Viele Krankenkassen bieten mittlerweile Bonus-Apps an, über die Nachweise digital eingereicht und Prämien beantragt werden können. Teilweise lassen sich auch Fitness-Tracker oder Gesundheits-Apps integrieren, was die Teilnahme erleichtert und die Motivation steigert. Dies senkt die Hürden für die Teilnahme erheblich.
Quellen
- Frist läuft ab: Jetzt noch den Bonus der Krankenkasse sichern, Ntv.
- Krankenkassen bieten Rückerstattungen und Bonus in Millionenhöhe, Gegen Hartz IV.
- So funktioniert das Bonusprogramm der TK, Techniker Krankenkasse.
- Krankenkassen-Bonus : Wann das Finanzamt mitverdient, biallo.de.
- Bonus von der Krankenkasse: 150 Euro bleiben steuerfrei, Krankenkasseninfo.de.
