Eine Feuerrohbauversicherung schützt dein im Bau befindliches Gebäude vor den finanziellen Folgen bestimmter Feuerschäden. Typischerweise umfasst der Schutz Brand, direkten Blitzschlag und Explosion während der Bauphase. Je nach Vertrag können auch Folgeschäden sowie Aufräum- und Entsorgungskosten übernommen werden.
Der genaue Umfang hängt vom Versicherer und Tarif ab. Deshalb solltest du vor dem Abschluss prüfen, welche Gefahren tatsächlich versichert sind, wie hoch die Versicherungssumme ist und wann der Schutz endet.
Was ist eine Feuerrohbauversicherung?
Die Feuerrohbauversicherung ist eine auf die Bauphase zugeschnittene Form der Gebäudeversicherung. Sie greift vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Fertigstellung oder bis zu dem im Vertrag vereinbarten Zeitpunkt. Während dieser Zeit ist der Rohbau besonderen Brandrisiken ausgesetzt, etwa durch Bauarbeiten, elektrische Anlagen oder provisorische Installationen.
Sie ist von anderen Versicherungen abzugrenzen:
-
Die Wohngebäudeversicherung schützt das fertiggestellte Gebäude und schließt sich häufig an die Bauphase an.
-
Die Bauleistungsversicherung deckt je nach Tarif weitere Risiken wie bestimmte Schäden durch Vandalismus, Diebstahl oder außergewöhnliche Ereignisse ab.
-
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt vor Haftungsansprüchen, wenn Personen verletzt oder fremde Sachen auf beziehungsweise durch die Baustelle beschädigt werden.
Welche Gefahren und Leistungen sind versichert?
![]()
Der zentrale Versicherungsschutz betrifft Schäden am Rohbau durch Feuer, direkten Blitzschlag und Explosion. Je nach Bedingungen können darunter auch Rauch-, Ruß- und Löschfolgeschäden fallen. Beschädigte Bauteile und Baumaterialien können ebenfalls einbezogen sein. Ob Baumaschinen, provisorische Einrichtungen oder weitere Gegenstände versichert sind, musst du den Vertragsbedingungen entnehmen.
Nach einem Schaden entstehen oft zusätzliche Kosten. Viele Tarife übernehmen im vereinbarten Umfang:
-
Aufräumarbeiten auf dem Grundstück,
-
Abbruch- und Entsorgungskosten für beschädigte Bauteile und Materialien,
-
Reparaturkosten für den Rohbau,
-
Kosten für den Wiederaufbau, wenn das Gebäude stark beschädigt oder zerstört wurde.
Ein Wiederaufbau muss sich in der Regel am ursprünglichen Bauvorhaben und an der vereinbarten Versicherungssumme orientieren. Erweiterungen oder Änderungen sind normalerweise nicht automatisch mitversichert. Zusätzliche Leistungen, etwa Kosten für Ersatzräume, können vom jeweiligen Tarif abhängen.
Was ist meist nicht versichert?
Eine Feuerrohbauversicherung ist kein umfassender Schutz für alle Baustellenrisiken. Folgende Schäden sind häufig ausgeschlossen oder nur über eine zusätzliche Versicherung abgedeckt:
-
Vandalismus: Mutwillige Beschädigungen gehören in der Regel nicht zum Feuerschutz.
-
Diebstahl: Entwendete Baumaterialien, Werkzeuge oder Maschinen sind meist nicht automatisch versichert.
-
Naturgefahren: Überschwemmung, Erdbeben und vergleichbare Ereignisse erfordern häufig eine Elementarversicherung.
-
Sturm und Hagel: Diese Gefahren sind nicht ohne Weiteres Bestandteil einer Feuerrohbauversicherung.
-
Vorsatz: Absichtlich herbeigeführte Schäden sind grundsätzlich nicht versichert.
Auch bei grob fahrlässigem Verhalten kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein. Ob und in welchem Umfang der Versicherer leistet, hängt von den Vertragsbedingungen und dem konkreten Schaden ab. Halte deshalb Sicherheitsvorschriften ein und kläre Ausschlüsse vor Vertragsabschluss.
Warum ist der Schutz wichtig?
Ein Brand kann den Rohbau, bereits eingebaute Materialien und Teile der technischen Ausstattung beschädigen oder zerstören. Ohne Versicherung trägst du die Kosten für Reparatur, Wiederaufbau, Aufräumung und Entsorgung selbst. Das kann den Baufortschritt verzögern und deine Finanzierung belasten.
Banken verlangen für eine Baufinanzierung häufig einen Nachweis über ausreichenden Versicherungsschutz. Das ist jedoch keine allgemeingültige gesetzliche Vorgabe. Ob eine Feuerrohbauversicherung verpflichtend ist, richtet sich nach dem jeweiligen Land, Vertrag und den Anforderungen der beteiligten Bank. Prüfe diese Punkte daher frühzeitig.
Was kostet eine Feuerrohbauversicherung?
Eine pauschale Prämie lässt sich nicht nennen. Die Kosten werden unter anderem durch folgende Faktoren beeinflusst:
-
den Bauwert und die gewünschte Versicherungssumme,
-
die Bauweise, etwa Massiv- oder Holzbauweise,
-
die Lage des Baugrundstücks,
-
die voraussichtliche Bauzeit,
-
Selbstbeteiligung und zusätzliche Leistungen.
Eine höhere Selbstbeteiligung kann die Prämie senken. Im Schadenfall musst du dann jedoch einen größeren Teil selbst übernehmen. Vergleiche deshalb nicht nur den Preis, sondern auch Deckungssumme, Ausschlüsse, Selbstbeteiligung und mögliche Zusatzkosten. Entscheidend ist, dass die Versicherungssumme zum tatsächlichen Bauwert passt.
Feuerrohbauversicherung abschließen: Darauf solltest du achten
Beantrage die Versicherung möglichst vor Beginn der Bauarbeiten. Für den Antrag werden je nach Anbieter unter anderem Baupläne, Baubeschreibungen, Kostenvoranschläge, Angaben zur Bauweise, zur Lage und zur geplanten Bauzeit benötigt. Reiche die Unterlagen vollständig und korrekt ein und kläre, ab wann der Versicherungsschutz gilt.
Prüfe vor deiner Entscheidung insbesondere:
-
Welche Gefahren und Folgeschäden sind versichert?
-
Deckt die Versicherung den gesamten Bauwert und die gesamte Bauzeit ab?
-
Welche Selbstbeteiligung und Ausschlüsse enthält der Vertrag?
-
Sind Aufräum- und Entsorgungskosten eingeschlossen?
-
Welche zusätzlichen Versicherungen brauchst du für Diebstahl, Vandalismus, Naturgefahren oder Haftungsrisiken?
Ein Versicherungsmakler kann mehrere Angebote vergleichen und dich bei Antragstellung und Schadenmeldung unterstützen. Achte dabei auf den tatsächlichen Leistungsumfang und nicht nur auf die Prämie.
Was passiert im Schadenfall?
![]()
Melde einen Schaden unverzüglich dem Versicherer und sichere die Schadenstelle, soweit dies gefahrlos möglich ist. Dokumentiere den Schaden mit Fotos und bewahre wichtige Unterlagen auf. Dazu gehören die Police, die Schadenmeldung, Gutachten, Kostenvoranschläge sowie Rechnungen und Quittungen.
Der Versicherer kann einen Gutachter beauftragen. Reparaturen oder Aufräumarbeiten solltest du – abgesehen von notwendigen Sofortmaßnahmen – mit dem Versicherer abstimmen. Welche Kosten übernommen werden, richtet sich nach dem Vertrag. Bei einem Wiederaufbau sind Änderungen oder Erweiterungen meist nicht Bestandteil der Entschädigung.
Übergang zur Wohngebäudeversicherung
![]()
Mit der Fertigstellung oder Bezugsfertigkeit endet die Feuerrohbauversicherung häufig. Dann muss der Schutz durch eine Wohngebäudeversicherung nahtlos fortgeführt werden. Informiere den Versicherer rechtzeitig über den Baufortschritt und die Bauabnahme. Prüfe bei diesem Übergang auch die Versicherungssumme, damit sie dem Wert des fertigen Gebäudes entspricht.
Wichtige Punkte auf einen Blick
![]()
-
Die Feuerrohbauversicherung schützt den Rohbau während der Bauphase vor vertraglich versicherten Feuerrisiken.
-
Brand, direkter Blitzschlag und Explosion gehören typischerweise zum Kernschutz.
-
Aufräum- und Entsorgungskosten können eingeschlossen sein.
-
Diebstahl, Vandalismus, Naturgefahren sowie Sturm und Hagel sind meist nicht automatisch versichert.
-
Die Prämie hängt unter anderem von Bauwert, Bauweise, Lage, Bauzeit und Selbstbeteiligung ab.
-
Feuerrohbauversicherung, Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung decken unterschiedliche Risiken ab und können sich ergänzen.
Feuerrohbauversicherung und Finanzierung
![]()
Viele Banken verlangen vor der Auszahlung eines Baukredits einen Nachweis über eine ausreichende Absicherung des Bauvorhabens. Kläre deshalb mit deiner Bank, welche Versicherungssumme und welche Vertragsbedingungen sie fordert. Eine Feuerrohbauversicherung schützt dabei nicht nur deine Investition, sondern reduziert auch das Risiko, dass ein Feuerschaden den Bau unterbricht.
Bauabnahme und Versicherungswechsel
![]()
Dokumentiere den Baufortschritt und halte die Bauabnahme mit einem Protokoll fest. Melde die Fertigstellung dem Versicherer und prüfe den Beginn der Wohngebäudeversicherung. So vermeidest du eine Lücke zwischen dem Schutz für den Rohbau und der Absicherung des fertigen Gebäudes.
Vergleiche vor dem Abschluss mehrere Tarife und lies die Bedingungen sorgfältig. Maßgeblich sind nicht nur die versicherten Gefahren, sondern auch Versicherungssumme, Selbstbeteiligung, Laufzeit, Ausschlüsse und Zusatzleistungen.
