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Aortenstenose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Aortenstenose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Bei einer Aortenstenose ist die Aortenklappe zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader verengt. Das Herz muss dadurch mehr Kraft aufbringen, um Blut in den Körper zu pumpen. Die Erkrankung entwickelt sich häufig langsam, kann aber auch bei jüngeren Menschen angeboren sein. Welche Beschwerden auftreten und wann eine Behandlung nötig ist, hängt unter anderem vom Ausmaß der Verengung, deinen Symptomen und deiner allgemeinen Gesundheit ab.

Wichtig: Atemnot bei Belastung, Brustschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht solltest du ärztlich abklären lassen. Treten starke oder plötzlich zunehmende Beschwerden auf, brauchst du sofort medizinische Hilfe.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei älteren Menschen entsteht eine Aortenstenose häufig durch fortschreitende Veränderungen und Verkalkung der Klappe. Die Klappentaschen werden steifer und öffnen sich nicht mehr vollständig. Eine weitere mögliche Ursache ist eine angeborene Fehlbildung, etwa eine zweizipflige statt einer dreizipfligen Aortenklappe. Sie kann schon in jüngeren Jahren zu einer Verengung führen.

Auch eine frühere rheumatische Erkrankung oder eine Infektion der Herzinnenhaut kann die Herzklappe schädigen. Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen erhöhen das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko und können die gesundheitliche Situation zusätzlich belasten. Eine familiäre Häufung kann bei bestimmten angeborenen Klappenformen eine Rolle spielen. Aus deinem Lebensstil lässt sich jedoch nicht allein ableiten, ob eine Aortenstenose entsteht.

Typische Symptome

Eine leichte Aortenstenose verursacht oft zunächst keine Beschwerden. Mit zunehmender Verengung kann die Belastbarkeit abnehmen. Typische Symptome sind:

  • Atemnot bei körperlicher Belastung oder später auch in Ruhe

  • Druck, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust

  • Schwindel oder Ohnmacht, besonders unter Belastung

  • Müdigkeit und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit

Bei älteren Menschen werden die Beschwerden manchmal als normale Alterserscheinung oder mangelnde Fitness eingeordnet. Auch wenn du dich allmählich weniger bewegst, solltest du neue oder zunehmende Einschränkungen ansprechen. Eine unbehandelte schwere Aortenstenose kann das Herz belasten und zu Herzschwäche führen.

Wie wird eine Aortenstenose festgestellt?

Am Anfang stehen deine Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und das Abhören des Herzens. Ein typisches Herzgeräusch kann einen Hinweis geben, beweist die Erkrankung aber nicht. Ein EKG zeigt die elektrische Aktivität des Herzens und kann zusätzliche Belastungszeichen erfassen. Blutuntersuchungen helfen vor allem, Begleiterkrankungen oder andere Ursachen der Beschwerden zu beurteilen.

Die wichtigste Untersuchung ist meist die Echokardiographie. Der Herzultraschall zeigt, wie sich die Aortenklappe bewegt, wie stark sie verengt ist und wie gut das Herz pumpt. Je nach Befund kommen weitere bildgebende Untersuchungen, ein Belastungstest oder eine Herzkatheteruntersuchung infrage. Die Ärztin oder der Arzt ordnet die Erkrankung anhand der Untersuchungsergebnisse in einen leichten, mittelschweren oder schweren Befund ein. Entscheidend ist nicht nur der Messwert, sondern auch, ob du Beschwerden hast und wie dein Herz funktioniert.

Behandlung der Aortenstenose

Kontrollen und Medikamente

Bei einer leichten oder beschwerdefreien Aortenstenose reichen zunächst häufig regelmäßige kardiologische Kontrollen. Dabei wird beobachtet, ob sich die Verengung verändert oder Symptome hinzukommen.

Medikamente können Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche behandeln und Beschwerden lindern. Dazu gehören je nach Situation beispielsweise Blutdruckmedikamente oder entwässernde Mittel. Sie beseitigen die mechanische Verengung der Aortenklappe jedoch nicht. Nimm keine Medikamente eigenständig ein und verändere verordnete Dosen nicht ohne Rücksprache.

Aortenklappenersatz

Bei einer schweren Aortenstenose mit Beschwerden oder einer deutlichen Belastung des Herzens wird häufig ein Klappenersatz geprüft. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Wege:

  • Beim chirurgischen Aortenklappenersatz wird die erkrankte Klappe entfernt und durch eine mechanische oder biologische Prothese ersetzt. Mechanische Klappen sind langlebig, erfordern aber in der Regel eine langfristige Blutgerinnungshemmung. Biologische Klappen benötigen abhängig von der individuellen Situation meist keine lebenslange Gerinnungshemmung, können sich jedoch im Laufe der Zeit verändern.

  • Bei der Transkatheter-Aortenklappenimplantation, kurz TAVI, wird eine biologische Klappe über einen Katheter eingesetzt. Ob dieses Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Anatomie, Begleiterkrankungen und dem Operationsrisiko ab.

Die Entscheidung trifft ein spezialisiertes Herzteam gemeinsam mit dir. Besprochen werden Nutzen, Risiken, Haltbarkeit der Klappe und die passende Nachsorge. Mögliche Komplikationen eines Eingriffs sind unter anderem Blutungen, Infektionen, Gefäß- oder Herzrhythmusprobleme. Nach dem Eingriff können Rehabilitation und regelmäßige Kontrollen die Erholung unterstützen.

Alltag, Bewegung und Vorsorge

Aortenstenose und Lebensstiländerungen: Mann mit großem Obstkorb

Ob und wie du Sport treiben darfst, richtet sich nach Schweregrad, Symptomen und Untersuchungsergebnissen. Lass dir die Belastungsgrenzen individuell erklären. Bei einer schweren oder symptomatischen Aortenstenose solltest du anstrengende Aktivitäten nicht ohne ärztliche Freigabe beginnen. Eine ausgewogene Ernährung, Rauchstopp, ein angemessener Umgang mit Alkohol sowie die Behandlung von Blutdruck und Diabetes unterstützen die allgemeine Herzgesundheit, ersetzen aber keine Klappenbehandlung.

Bei psychischer Belastung können Gespräche mit Angehörigen, einer Beratungsstelle oder einer psychotherapeutischen Fachkraft helfen. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Nahrungsergänzungsmittel und alternative Verfahren solltest du vorab mit deinem Behandlungsteam besprechen, weil sie Medikamente beeinflussen können und eine verengte Klappe nicht beheben.

Aortenstenose bei jungen Menschen und in der Schwangerschaft

Arzt behandelt Aortenstenose bei jungen Menschen

Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen angeborene Klappenveränderungen und andere seltenere Ursachen stärker im Vordergrund. Die Betreuung erfolgt je nach Alter durch eine Kinderkardiologie oder eine auf angeborene Herzfehler spezialisierte Kardiologie. Regelmäßige Kontrollen helfen, Belastbarkeit, Herzfunktion und die Entwicklung der Klappe zu beobachten.

Eine Schwangerschaft erhöht die Belastung für das Herz. Wenn du eine Aortenstenose hast oder schwanger werden möchtest, solltest du dich frühzeitig kardiologisch und geburtshilflich beraten lassen. Die Planung von Kontrollen, Medikamenten und Geburt richtet sich nach dem Schweregrad und deiner individuellen Situation.

Was übernimmt die Versicherung?

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen medizinisch notwendige Untersuchungen, Medikamente und Eingriffe grundsätzlich im Rahmen der geltenden Versorgung. Bei neuen, besonderen oder noch nicht etablierten Verfahren kann eine vorherige Kostenklärung erforderlich sein. Private Versicherungen und Zusatzversicherungen haben eigene Vertragsbedingungen, etwa zu Wahlleistungen im Krankenhaus oder zur Kostenerstattung.

Frag vor einer geplanten Behandlung nach, welche Leistungen übernommen werden, ob eine Genehmigung nötig ist und ob Selbstbeteiligungen anfallen. Verbindlich ist nur die Auskunft deiner Krankenkasse oder Versicherung für deinen konkreten Vertrag.

Nachsorge und Prognose

Die Aussichten hängen unter anderem vom Schweregrad, dem Zeitpunkt der Behandlung, der Herzfunktion und weiteren Erkrankungen ab. Nach einem Klappenersatz sind Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Auch neue Atemnot, Brustbeschwerden, Schwindel, Ohnmacht oder eine deutlich sinkende Belastbarkeit solltest du zeitnah melden. Mit einer passenden Behandlung und konsequenter Nachsorge lässt sich die körperliche Belastbarkeit bei vielen Betroffenen verbessern.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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