Ein aktuelles Rating des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) beleuchtet die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in Deutschland. Die Untersuchung vergleicht sowohl die freiwilligen Zusatzleistungen, die über die gesetzliche Grundversorgung hinausgehen, als auch die finanzielle Stärke der einzelnen Kassen. Angesichts steigender Ausgaben und Zusatzbeiträge gewinnen diese Vergleiche für Versicherte zunehmend an Bedeutung, um den besten Anbieter für individuelle Bedürfnisse zu finden.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Rating
- Die Mobil Krankenkasse führt das Leistungsrating an, gefolgt von der HEK und der Techniker Krankenkasse.
- Finanziell stehen die Betriebskrankenkassen (BKKs) im Durchschnitt gut da, wobei die TUI BKK als stärkste bundesweit geöffnete Kasse hervorgeht.
- Trotz angespannter Finanzlage bauen die Kassen ihre Zusatzleistungen eher aus, um im Wettbewerb zu punkten.
Zusatzleistungen im Fokus: Mehrwert über die Grundversorgung hinaus
Obwohl rund 96 Prozent der Leistungen gesetzlich festgelegt sind, bieten viele Krankenkassen freiwillige Extras an. Diese reichen von professionellen Zahnreinigungen und Osteopathie bis hin zu Bonusprogrammen und Präventionskursen. Das DFSI-Leistungsrating bewertet acht Kategorien, darunter Bonusprogramme, Prävention, Naturheilverfahren, Wahltarife und Zahnmedizin. Die Unterschiede bei diesen freiwilligen Leistungen können laut Experten Thomas Lemke (DFSI) schnell vierstellige Beträge ausmachen.
Besonders hervorzuheben sind die Angebote der Mobil Krankenkasse, die mit einem Budget von bis zu 1200 Euro pro Jahr für Gesundheitskurse im Präventionsbereich überzeugt. Die DAK-Gesundheit punktet mit einem familienfreundlichen Bonusprogramm, das Eltern im ersten Lebensjahr eines Babys bis zu 600 Euro Prämie ermöglichen kann. Bei alternativen Heilmethoden zeichnen sich die IKK Brandenburg und Berlin sowie die Securvita Krankenkasse mit speziellen Naturheilkonto-Angeboten und Erstattungen für Homöopathie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) aus. Cashback-Tarife, bei denen Versicherte einen Teil ihrer Beiträge zurückerhalten, wenn sie wenige Leistungen in Anspruch nehmen, werden von der HEK und der Techniker Krankenkasse attraktiv angeboten.
Finanzielle Stärke: Wie stabil sind die Kassen?
Die gesetzlichen Krankenkassen stehen unter erheblichem finanziellen Druck. Die Ausgaben für medizinische Leistungen steigen kontinuierlich, während die Einnahmen kaum Schritt halten können. Dies führt dazu, dass viele Kassen ihre Rücklagen angreifen und die Zusatzbeiträge erhöhen müssen. Laut DFSI-Analyse erreichen die Finanzreserven vieler Kassen nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve.
Im DFSI-Rating zur Finanzkraft schnitt keine Krankenkasse mit der Bestnote „exzellent“ ab. Unter den bundesweit geöffneten Kassen erreichte die TUI BKK die höchste Punktzahl, gefolgt von der hkk Krankenkasse und der BKK firmus. Betriebskrankenkassen zeigen insgesamt eine überdurchschnittlich gute finanzielle Performance, was auf effiziente Strukturen und geringere Verwaltungskosten hindeutet. Versicherte haben bei Beitragserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht, um zu einer neuen Krankenkasse zu wechseln.
Quellen
- Rating: Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich, Handelsblatt.
- Diese GKV bietet die besten Zusatzleistungen rentenbescheid24.de, rentenbescheid24.de.
- Welche gesetzlichen Krankenkassen stehen finanziell am besten da?, Handelsblatt.
