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Grippeimpfung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Warum sie wichtig ist

Arzt lächelt mit Spritze, Impfung gegen Grippe

Grippeimpfung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Warum sie wichtig ist

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Wenn du eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hast, kann eine Influenza für dich deutlich belastender sein als ein gewöhnlicher grippaler Infekt. Fieber, Flüssigkeitsmangel und die starke Immunreaktion beanspruchen Herz und Gefäße. Dadurch können sich bestehende Beschwerden verschlechtern und Komplikationen wie eine Lungenentzündung, Herzrhythmusstörungen oder eine akute Verschlechterung einer Herzschwäche begünstigt werden.

Die Grippeimpfung schützt nicht in jedem Fall vor einer Infektion. Sie senkt jedoch das Risiko einer Influenza und kann schwere Verläufe und damit verbundene Belastungen für das Herz-Kreislauf-System verhindern. Sie ist keine Behandlung deiner Herzerkrankung, sondern ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge.

Warum Influenza für dein Herz gefährlich werden kann

Arzt lächelt mit Spritze und Herz-Symbol

Influenza ist eine systemische Virusinfektion und nicht bloß eine stärkere Erkältung. Während der Erkrankung setzt der Körper Entzündungsstoffe frei. Diese Reaktion hilft bei der Virusabwehr, kann aber zugleich Herz und Blutgefäße belasten. Bei einer bereits bestehenden Gefäßerkrankung können entzündliche Prozesse und Veränderungen der Blutgerinnung das Risiko für Gefäßverschlüsse erhöhen.

Besonders relevant ist dies bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern oder anderen Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen und Bluthochdruck. Eine Influenza kann außerdem eine Lungenentzündung auslösen. Die dadurch erschwerte Sauerstoffaufnahme bedeutet zusätzliche Arbeit für das Herz. Bei Herzschwäche können Atemnot, Erschöpfung oder geschwollene Beine zunehmen. Selten kann eine Virusinfektion auch eine Herzmuskelentzündung auslösen.

Wer sich impfen lassen sollte

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die saisonale Grippeimpfung grundsätzlich für Menschen ab 60 Jahren. Außerdem gehört sie zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen für Menschen mit chronischen Erkrankungen, darunter chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das gilt unabhängig vom Alter. Auch weitere Erkrankungen wie Diabetes oder chronische Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen können das Risiko für schwere Grippeverläufe erhöhen.

Die konkrete Empfehlung hängt von deinem Alter, deinen Vorerkrankungen, deinem Impfstatus und der aktuellen Impfempfehlung ab. Besprich deshalb mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder deinem kardiologischen Team, welcher Impfstoff und welcher Zeitpunkt für dich geeignet sind.

Wann die Grippeimpfung sinnvoll ist

Am besten lässt du dich vor der Grippesaison impfen, häufig im Herbst. Der Körper braucht ungefähr zwei Wochen, um den Impfschutz aufzubauen. Eine Impfung kann aber auch noch sinnvoll sein, wenn die Grippewelle bereits begonnen hat. Die Saison kann bis ins Frühjahr andauern. Ob eine spätere Impfung für dich infrage kommt, hängt unter anderem von der aktuellen Virusaktivität und deiner individuellen Situation ab.

Die Impfung muss in der Regel jedes Jahr erfolgen. Influenzaviren verändern sich, und der Impfstoff wird für die jeweilige Saison angepasst. Außerdem kann der Impfschutz mit der Zeit nachlassen. Eine jährliche Impfung bietet daher den jeweils vorgesehenen saisonalen Schutz.

Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung wird der Impftermin meist verschoben, bis du dich wieder erholt hast. Einen leichten Infekt ohne Fieber solltest du trotzdem vorab mit der impfenden Person besprechen. Nimm den Termin anschließend zeitnah nach.

Verträglichkeit und besondere Fragen

Die saisonalen Grippeimpfstoffe gelten im Allgemeinen als gut verträglich. Häufige Reaktionen sind Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Manche Menschen fühlen sich vorübergehend müde oder haben leichte Kopf- und Gliederschmerzen. Schwere Impfreaktionen sind selten. Die Impfung verursacht keine Influenza.

Auch bei einer Herzerkrankung ist die Grippeimpfung grundsätzlich möglich. Wenn du Blutverdünner einnimmst, solltest du dies vor der Impfung angeben. Setze deine Medikamente nicht selbstständig ab. Die impfende Person kann das Vorgehen an deine Behandlung anpassen. Bekannte Allergien, frühere Impfreaktionen oder besondere Erkrankungen gehören ebenfalls in das Vorgespräch.

Die Impfung schützt nicht zuverlässig vor allen Atemwegsinfekten. Ein grippaler Infekt wird meist durch andere Viren verursacht und beginnt häufig schleichender mit Schnupfen, Halsweh und Husten. Influenza tritt oft plötzlich auf und geht eher mit Fieber, starken Glieder- und Kopfschmerzen sowie ausgeprägtem Krankheitsgefühl einher. Eine sichere Unterscheidung allein anhand der Symptome ist jedoch nicht immer möglich.

Was du während und nach einer Influenza beachten solltest

Wenn du erkrankst, solltest du dich schonen, ausreichend trinken und körperliche Belastung vermeiden. Bei einer bestehenden Herzerkrankung kann eine Influenza eine engere ärztliche Begleitung erforderlich machen. Suche ärztlichen Rat, wenn sich deine Herzbeschwerden verschlechtern oder neue Symptome auftreten.

  • Brustschmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb
  • deutliche oder zunehmende Atemnot
  • Ohnmacht, starke Schwäche oder Verwirrtheit
  • neue oder ausgeprägte Herzrhythmusstörungen
  • zunehmende Schwellungen an den Beinen oder eine rasche Verschlechterung einer Herzschwäche

Auch nach überstandener Grippe solltest du anhaltende Atemnot, Brustschmerzen, ungewöhnliche Erschöpfung oder Herzstolpern nicht ignorieren. Diese Beschwerden können verschiedene Ursachen haben und sollten medizinisch abgeklärt werden.

Weitere Impfungen im Blick behalten

Arzt lächelt mit Stethoskop in heller Praxis

Neben der Grippeimpfung können für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen weitere Impfungen wichtig sein. Dazu zählen – abhängig von Alter, Vorerkrankungen und Impfstatus – Impfungen gegen COVID-19, Pneumokokken, Gürtelrose und RSV. Eine Pneumokokken-Infektion kann beispielsweise eine schwere Lungenentzündung verursachen und das Herz zusätzlich belasten. Welche Impfungen empfohlen sind, solltest du regelmäßig mit deiner Arztpraxis prüfen, da sich Empfehlungen ändern können.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen bleiben sinnvoll: regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu erkrankten Personen und das Zuhausebleiben bei eigenen Symptomen verringern das Ansteckungsrisiko. Sie ersetzen die Impfung jedoch nicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Influenza kann Herz und Gefäße erheblich belasten und bei Herzpatienten schwere Komplikationen begünstigen.
  • Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung für Menschen ab 60 Jahren sowie für Menschen mit chronischen Erkrankungen, einschließlich chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Idealerweise erfolgt die Impfung vor der Saison. Auch später kann sie noch sinnvoll sein; der vollständige Schutz entsteht nach ungefähr zwei Wochen.
  • Die Impfung wird jährlich an die jeweilige Saison angepasst und ist im Allgemeinen gut verträglich.
  • Bei Fieber, Blutverdünnern, Allergien oder Fragen zu deinen Medikamenten solltest du die Impfung mit einer medizinischen Fachperson abstimmen.

Die Grippeimpfung ist ein wichtiger Baustein, um zusätzliche Belastungen für dein Herz-Kreislauf-System zu vermeiden. Sie ersetzt weder deine Herzmedikamente noch regelmäßige Kontrollen. Lass deinen Impfstatus in der Arztpraxis prüfen und triff die Entscheidung gemeinsam mit deinem Behandlungsteam.

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