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Halsschlagader-Untersuchung: Wann Sie selbst für die Vorsorge zahlen

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Halsschlagader-Untersuchung: Wann Sie selbst für die Vorsorge zahlen

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Die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern – auch Carotis-Check oder Carotis-Duplex-Sonografie genannt – wird häufig als Vorsorge angeboten. Entscheidend ist, ob ein konkreter medizinischer Anlass besteht. Dann kann die gesetzliche Krankenkasse die Untersuchung übernehmen. Ohne Beschwerden oder begründeten Verdacht gilt sie dagegen in der Regel als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die du selbst bezahlst.

Was beim Check-up kostenlos ist

Im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung gehört das Abhören der Halsschlagadern zur ärztlichen Basisuntersuchung. Der Arzt achtet mit dem Stethoskop auf Strömungsgeräusche, die auf eine Gefäßverengung hinweisen können. Der Check-up ist ab 18 Jahren einmalig möglich. Ab 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Gesundheitsuntersuchung in der Regel alle drei Jahre.

Das Abhören ist jedoch nicht mit einem Ultraschall gleichzusetzen. Es liefert nur erste Hinweise. Stellt der Arzt dabei etwas Auffälliges fest oder ergibt sich aus deiner Krankengeschichte ein konkreter Verdacht, kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung medizinisch notwendig sein.

Wann die Krankenkasse den Ultraschall bezahlt

Eine Carotis-Doppler- oder Duplex-Sonografie ist vor allem dann eine Kassenleistung, wenn sie zur Abklärung eines konkreten Verdachts oder von Beschwerden erforderlich ist. Dazu können gehören:

  • auffällige Strömungsgeräusche beim Abhören der Halsschlagadern,
  • Symptome, die auf eine Durchblutungsstörung des Gehirns hindeuten können, etwa vorübergehende Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen,
  • ein bereits erlittener Schlaganfall, wenn die Ursache abgeklärt oder das weitere Risiko beurteilt werden soll,
  • bekannte Arteriosklerose oder eine andere Gefäßerkrankung,
  • bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie eine koronare Herzkrankheit,
  • eine ärztliche Fragestellung vor oder nach bestimmten Eingriffen.

Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, höheres Alter oder familiäre Vorbelastung können den Verdacht beeinflussen. Sie führen allein aber nicht automatisch dazu, dass die Krankenkasse ein allgemeines Screening ohne Beschwerden übernimmt. Ob eine medizinische Indikation vorliegt, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Bei einem begründeten Verdacht kann dich dein Hausarzt an einen Angiologen, Kardiologen, Neurologen oder eine geeignete gefäßmedizinische Praxis überweisen. Wird die Untersuchung dort aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit durchgeführt und korrekt über die Krankenkasse abgerechnet, entstehen dir dafür normalerweise keine IGeL-Kosten.

Wann die Untersuchung eine IGeL ist

Wünschst du den Ultraschall lediglich zur allgemeinen Schlaganfallvorsorge, obwohl du keine Beschwerden hast und kein konkreter Verdacht besteht, wird er meist als IGeL angeboten. Dann musst du die Kosten selbst tragen. Für eine Halsseite werden häufig etwa 50 bis 90 Euro genannt. Die Preise können je nach Praxis, Untersuchungsumfang und Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abweichen. Werden beide Seiten untersucht oder mehrere Gefäße in einem „Gefäß-Check“ kombiniert, kann der Gesamtpreis deutlich höher liegen; Pakete können mehrere hundert Euro kosten.

Vor einer IGeL muss die Praxis dich über den Untersuchungsumfang, den erwarteten Nutzen und die Kosten informieren. Lass dir den Preis möglichst vorab schriftlich nennen. Du bist nicht verpflichtet, ein solches Angebot anzunehmen, und darfst es ablehnen, ohne Nachteile für deine weitere Behandlung befürchten zu müssen.

Was der Ultraschall untersucht

Bei der Doppler-Sonografie wird der Blutfluss in den Halsschlagadern gemessen. Die Duplex-Sonografie verbindet diese Messung mit einem Ultraschallbild der Gefäßwand. So lassen sich unter anderem Plaques, Wandveränderungen und mögliche Verengungen (Stenosen) beurteilen. Die Untersuchung erfolgt mit einem Schallkopf und Gel auf der Haut, ist schmerzfrei und verursacht keine Strahlenbelastung. Für die Aussagekraft sind moderne Geräte und vor allem die Erfahrung der untersuchenden Person wichtig.

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Wie sinnvoll ist ein vorsorglicher Ultraschall ohne Beschwerden?

Der Ultraschall kann eine Verengung sichtbar machen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass dadurch ein Schlaganfall verhindert wird. Für symptomfreie Menschen gibt es laut der Bewertung des IGeL-Monitors keine überzeugenden Studien, die einen klaren Nutzen des allgemeinen Screenings für die Schlaganfallvermeidung belegen.

Der IGeL-Monitor, der vom Medizinischen Dienst Bund getragen wird, bewertet die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern zur Schlaganfallvorsorge bei symptomfreien Erwachsenen deshalb als „tendenziell negativ“. Diese Einschätzung bedeutet nicht, dass ein Ultraschall bei medizinischem Verdacht grundsätzlich unnötig ist. Sie bezieht sich auf die Untersuchung ohne konkrete Beschwerden oder auffällige Befunde.

Welche Nachteile möglich sind

Der Ultraschall selbst gilt als risikoarm. Problematisch können jedoch die Folgen eines unklaren oder falsch positiven Befundes sein. Dann können weitere Untersuchungen notwendig werden, etwa eine CT- oder MRT-Angiografie. Je nach Verfahren kommen Strahlenbelastung, Kontrastmittel oder zusätzliche Belastungen hinzu. Außerdem können auffällige Befunde Sorgen auslösen und zu Überdiagnosen oder Behandlungen führen, die ohne den Zufallsbefund möglicherweise nicht nötig gewesen wären.

Gerade bei einer reinen Vorsorge ohne konkreten Anlass solltest du deshalb abwägen, ob der erwartete Nutzen die Kosten und möglichen Folgeentscheidungen rechtfertigt. Ein auffälliger Ultraschallbefund bedeutet nicht automatisch, dass eine Operation oder andere Behandlung erforderlich ist.

Arzt untersucht Halsschlagader für Vorsorgeuntersuchung

So entscheidest du über ein IGeL-Angebot

Frag vor der Untersuchung konkret:

  • Gibt es bei mir einen medizinischen Verdacht oder geht es ausschließlich um Vorsorge?
  • Warum wird der Ultraschall empfohlen?
  • Welche Kosten entstehen insgesamt für eine oder beide Halsseiten?
  • Welche weiteren Untersuchungen könnten bei einem auffälligen Ergebnis folgen?
  • Kann die Untersuchung bei einer medizinischen Indikation über eine Überweisung als Kassenleistung erfolgen?

Wenn du unsicher bist, kannst du die Empfehlung mit deinem Hausarzt besprechen und unabhängige Informationen, etwa beim IGeL-Monitor, heranziehen. Bei konkreten Beschwerden oder einem ärztlichen Verdacht solltest du die notwendige Abklärung nicht mit einem freiwilligen Vorsorgeangebot gleichsetzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Abhören der Halsschlagadern ist Bestandteil des Check-ups.
  • Ein Ultraschall wird bei konkretem Verdacht, passenden Beschwerden oder medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse übernommen.
  • Ein Screening ohne Beschwerden oder Verdacht ist meist eine selbst zu zahlende IGeL.
  • Die Kosten liegen häufig bei etwa 50 bis 90 Euro pro Halsseite; Paketangebote können deutlich teurer sein.
  • Für symptomfreie Erwachsene ist ein Nutzen zur Verhinderung von Schlaganfällen nicht eindeutig belegt.
  • Du solltest dir Nutzen, Kosten und mögliche Folgeuntersuchungen erklären lassen, bevor du dich entscheidest.

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