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Krätze: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Krätze: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Krätze, medizinisch Skabies, ist eine ansteckende Hauterkrankung. Auslöser sind Krätzmilben, die sich in die oberste Hautschicht eingraben und dort Eier sowie Ausscheidungen hinterlassen. Dein Immunsystem reagiert darauf mit starkem Juckreiz und einem Hautausschlag. Krätze hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und kann grundsätzlich jeden Menschen treffen.

Krätze: Symptome erkennen

Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Das auffälligste Symptom ist meist ein intensiver Juckreiz, der sich bei Wärme und nachts häufig verstärkt. Nach einer ersten Ansteckung können die Beschwerden erst nach einigen Wochen beginnen. Bei einer erneuten Infektion reagiert der Körper oft schneller, sodass der Juckreiz bereits nach wenigen Tagen auftreten kann.

Mögliche Hautveränderungen sind:

  • kleine rote Knötchen, Bläschen oder Pusteln
  • feine, gewundene Milbengänge
  • Krusten und aufgekratzte, entzündete Haut

Typische Stellen sind die Zwischenräume von Fingern und Zehen, Handgelenke, Achselhöhlen, der Bereich um Nabel und Brustwarzen sowie der Genital- und Afterbereich. Bei Babys und kleinen Kindern können zusätzlich Gesicht, Kopfhaut, Handflächen und Fußsohlen betroffen sein. Bei älteren Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die Beschwerden schwerer erkennbar sein. Eine besonders ausgeprägte, stark verkrustete Form wird als Borkenkrätze bezeichnet und muss ärztlich behandelt werden.

Durch häufiges Kratzen können sich Bakterien in den Hautverletzungen ansiedeln. Rötung, Überwärmung, Schwellung, Eiter oder zunehmende Schmerzen sprechen für eine mögliche zusätzliche Hautinfektion und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird Krätze übertragen?

Die Ansteckung erfolgt fast immer von Mensch zu Mensch durch längeren, engen Hautkontakt. Typische Situationen sind Kuscheln, längeres Händchenhalten oder Geschlechtsverkehr. Ein kurzes Händeschütteln reicht meistens nicht aus, weil Krätzmilben nicht springen oder fliegen.

Eine Übertragung über gemeinsam benutzte Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher ist seltener, aber möglich. In Einrichtungen, in denen viele Menschen eng zusammenleben oder gepflegt werden, kann sich Krätze leichter ausbreiten. Dazu gehören zum Beispiel Kitas, Schulen, Pflegeheime und Gemeinschaftsunterkünfte. Haustiere übertragen die menschliche Krätze normalerweise nicht; Tiermilben sind in der Regel an ihren jeweiligen Wirt angepasst.

Diagnose: Wann solltest du zum Arzt?

Starker Juckreiz, der nachts zunimmt, typische Hautveränderungen oder Krätze im näheren Umfeld sind Gründe für eine ärztliche Untersuchung. Auch wenn du die Erkrankung nur vermutest, solltest du nicht abwarten oder dich ausschließlich mit Hausmitteln behandeln.

Die Diagnose erfolgt anhand des Hautbildes, der betroffenen Körperstellen und deiner Krankengeschichte. Mit einem Dermatoskop lassen sich mögliche Milbengänge genauer untersuchen. Wenn der Befund unklar ist, kann eine kleine Hautprobe mikroskopisch auf Milben, Eier oder Ausscheidungen untersucht werden. Da auch Ekzeme, Allergien, Pilzinfektionen und andere Hautkrankheiten Juckreiz verursachen können, ist eine genaue Abklärung wichtig.

Behandlung von Krätze

Krätze wird mit speziellen Medikamenten behandelt, die Milben abtöten. Häufig wird eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin eingesetzt. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Befund können auch andere Wirkstoffe wie Crotamiton oder Benzylbenzoat infrage kommen. In bestimmten Fällen werden Medikamente zum Einnehmen verwendet. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet der Arzt.

Bei Cremes und Lotionen ist entscheidend, dass du sie genau nach ärztlicher Anweisung und Packungsbeilage anwendest. Das Mittel wird in der Regel nicht nur auf sichtbare Hautveränderungen, sondern auf die vorgeschriebenen Körperbereiche aufgetragen. Dabei dürfen schwer erreichbare Stellen wie Finger- und Zehenzwischenräume nicht vergessen werden. Für Babys, kleine Kinder und ältere Menschen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Teebaumöl und andere Hausmittel beseitigen die Milben nicht zuverlässig und ersetzen keine medizinische Behandlung. Auch nach einer erfolgreichen Therapie kann die Haut noch einige Zeit jucken. Ein solches postskabinöses Ekzem entsteht durch die verzögerte Reaktion des Immunsystems auf Milbenbestandteile. Wenn der Juckreiz anhält, neue Hautveränderungen entstehen oder du unsicher bist, solltest du den Behandlungserfolg ärztlich kontrollieren lassen.

Kontaktpersonen und Hygiene

Enge Kontaktpersonen sollten informiert und ärztlich beurteilt werden. Oft ist eine zeitlich abgestimmte Behandlung aller betroffenen oder eng exponierten Personen erforderlich, damit es nicht zu einer erneuten Ansteckung kommt. Das gilt besonders für Haushalte und Gemeinschaftseinrichtungen.

  • Wasche Kleidung, Bettwäsche und Handtücher nach den ärztlichen Vorgaben; im Ausgangstext wird dafür eine Waschtemperatur von mindestens 60 Grad genannt.
  • Halte dich bei der Anwendung der Medikamente genau an die Packungsbeilage und ärztliche Anweisung.
  • Vermeide bis zum Beginn beziehungsweise Abschluss der empfohlenen Behandlung engen Hautkontakt.
  • Informiere enge Kontaktpersonen, damit sie Symptome beobachten und sich gegebenenfalls untersuchen lassen.

Besondere Reinigungsmaßnahmen richten sich nach der konkreten Situation und den Empfehlungen der behandelnden Praxis oder des zuständigen Gesundheitsamts. Übermäßiges Waschen schützt nicht zuverlässig vor Krätze und kann die Haut zusätzlich reizen.

Krätze bei Kindern und älteren Menschen

Bei Babys und kleinen Kindern kann sich der Ausschlag auch im Gesicht, auf der Kopfhaut sowie an Handflächen und Fußsohlen zeigen. Starker Juckreiz kann zu Unruhe und Schlafproblemen führen. Bei älteren Menschen wird Krätze dagegen manchmal übersehen, weil andere Hauterkrankungen, trockene Haut oder ein weniger ausgeprägter Juckreiz das Bild verändern können. Zusätzlich kann Unterstützung bei der Anwendung der Medikamente nötig sein.

Bei Kindern, älteren Menschen und geschwächtem Immunsystem solltest du die Behandlung nicht eigenständig beginnen, sondern ärztlich abstimmen.

Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen

Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis sprechen über Krätze.

In Kitas, Schulen, Pflegeheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen ist eine schnelle Abklärung wichtig. Betroffene, enge Kontaktpersonen und das Personal sollten nach den Vorgaben der zuständigen Stellen informiert und untersucht werden. Die Behandlung muss koordiniert erfolgen, sonst können sich Menschen wiederholt gegenseitig anstecken.

Krätze kann psychisch belasten: Der Juckreiz stört den Schlaf, sichtbare Hautveränderungen können Scham oder Rückzug auslösen. Sprich darüber mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sowie mit vertrauten Personen. Krätze ist unangenehm, aber kein Zeichen von Unsauberkeit und grundsätzlich behandelbar.

Das Wichtigste im Überblick

  • Starker, nachts zunehmender Juckreiz und typische Hautveränderungen können auf Krätze hinweisen.
  • Die Übertragung erfolgt vor allem durch längeren, engen Hautkontakt.
  • Eine sichere Diagnose und die passende Behandlung gehören in ärztliche Hände.
  • Kontaktpersonen müssen informiert und gegebenenfalls gleichzeitig behandelt werden.
  • Juckreiz kann nach der Behandlung noch einige Zeit bestehen; neue Veränderungen sollten kontrolliert werden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle Behandlungsempfehlung.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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