Gesundheitslexikon

Leptospirose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Leptospirose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

5 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Leptospirose: Symptome, Ursachen und Behandlung

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die Menschen und Tiere betreffen kann. Verursacht wird sie durch Bakterien der Gattung Leptospira. Die Erkrankung kann mild verlaufen, aber auch Nieren, Leber, Lunge, Herz oder das Nervensystem betreffen. Wenn nach einem möglichen Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Tierurin Fieber und starke Muskelschmerzen auftreten, solltest du dich zeitnah ärztlich untersuchen lassen.

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden beginnen häufig plötzlich und ähneln zunächst einer Grippe. Manche Infektionen verlaufen mild oder bleiben unbemerkt, andere führen zu schweren Verläufen.

  • Fieber und Schüttelfrost
  • starke Muskel- und Gelenkschmerzen, häufig in den Waden oder im Rücken
  • Kopfschmerzen und gelegentlich Nackensteifigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen und Schwindel
  • gerötete Augen durch eine Bindehautentzündung
  • manchmal Hautausschlag

Bei schweren Verläufen können Gelbsucht, eine eingeschränkte Nierenfunktion, Atemnot, Husten oder Blutungen auftreten. Auch eine Hirnhautentzündung ist möglich. Atemprobleme, starke Gelbfärbung der Haut oder Augen, sehr wenig Urin, Verwirrtheit oder Kreislaufbeschwerden sind Warnzeichen, bei denen du sofort medizinische Hilfe brauchst.

Ursachen und Übertragung

Leptospiren werden vor allem über den Urin infizierter Tiere ausgeschieden. Nagetiere gelten als wichtige Reservoirtiere; auch Hunde, Schweine, Rinder und andere Tiere können die Bakterien in sich tragen und verbreiten. Die Tiere müssen dabei nicht selbst sichtbar krank sein.

Eine Ansteckung ist möglich, wenn du mit kontaminiertem Wasser, Schlamm, feuchter Erde oder Oberflächen in Kontakt kommst. Die Bakterien gelangen meist über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute in den Körper. Seltener kommen Übertragungen über kontaminiertes Blut, Gewebe, Trinkwasser oder Lebensmittel infrage. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.

Das Risiko steigt insbesondere bei:

  • Kontakt zu Nagetieren, Nutztieren oder erkrankten Haustieren
  • Arbeiten in Landwirtschaft, Abwasserbereich oder anderen Tätigkeiten im Freien
  • Baden oder Schwimmen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern
  • Überschwemmungen und starken Regenfällen
  • Reisen in tropische oder subtropische Regionen sowie andere Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko

Feuchtwarme Umweltbedingungen begünstigen das Überleben der Bakterien. Deshalb können Fälle nach Überschwemmungen oder in Regionen mit unzureichender Wasser- und Abwasserversorgung häufiger auftreten.

Wie wird Leptospirose diagnostiziert?

Die Symptome überschneiden sich mit denen anderer Infektionen, etwa Influenza, Dengue-Fieber, Malaria oder Hantavirus-Infektionen. Deshalb ist deine Krankengeschichte besonders wichtig. Informiere die Ärztin oder den Arzt über Reisen, Wassersport, Arbeiten im Freien, Tierkontakte und mögliche Aufenthalte in überschwemmten Gebieten.

Zur Abklärung können Blut- und Urinuntersuchungen eingesetzt werden. Je nach Zeitpunkt der Erkrankung und Fragestellung kommen unter anderem folgende Verfahren infrage:

  • Antikörpertests im Blut
  • PCR zum Nachweis von Erbmaterial der Bakterien
  • Erregernachweis beziehungsweise Anzucht aus geeigneten Proben
  • Blutwerte zur Beurteilung von Entzündung, Blutplättchen sowie Nieren- und Leberfunktion

Bei Atemwegsbeschwerden können zusätzlich bildgebende Untersuchungen wie eine Röntgenaufnahme der Lunge erforderlich sein. In Deutschland ist Leptospirose bei einem direkten oder indirekten Nachweis krankmachender Leptospiren, der auf eine akute Infektion hinweist, meldepflichtig.

Behandlung der Leptospirose

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Sie sollte nach ärztlicher Einschätzung möglichst früh beginnen, weil dadurch das Risiko schwerer Verläufe gesenkt werden kann. Bei leichteren Erkrankungen können Antibiotika als Tabletten eingesetzt werden; bei schweren Verläufen kann eine intravenöse Behandlung im Krankenhaus notwendig sein. Welches Medikament geeignet ist, richtet sich unter anderem nach Schweregrad, Krankheitsphase und deinem allgemeinen Gesundheitszustand.

Zusätzlich werden die Beschwerden und mögliche Organschäden behandelt. Dazu können Flüssigkeitsgabe, Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen und eine engmaschige Kontrolle der Nieren-, Leber- und Lungenfunktion gehören. Wenn Organe betroffen sind oder Atemnot auftritt, ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Nach der akuten Erkrankung können Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen länger anhalten. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du die Nachsorge mit deiner behandelnden Praxis besprechen. Alternative Verfahren ersetzen keine Antibiotikatherapie.

Wie kannst du dich schützen?

  • Vermeide den Kontakt mit stehendem oder möglicherweise verunreinigtem Wasser, besonders nach Überschwemmungen.
  • Trage bei Arbeiten in feuchter Erde, Schlamm, Abwasser oder Risikogebieten geeignete Schutzkleidung und wasserdichte Schuhe.
  • Decke Hautverletzungen ab und wasche deine Hände nach Tier- oder Umweltkontakten gründlich.
  • Reinige und desinfiziere Flächen, die mit Tierurin in Kontakt gekommen sein könnten.
  • Trinke in Risikogebieten nur Wasser aus sicheren Quellen und beachte die örtlichen Hinweise.
  • Informiere dich vor Reisen über die Situation vor Ort und suche bei Fieber nach der Rückkehr ärztliche Hilfe.

Für Menschen steht laut Ausgangstext keine Impfung zur Verfügung. Für Hunde gibt es Impfstoffe gegen Leptospirose. Wenn du ein Haustier hältst, besprich den Impfschutz mit deiner Tierarztpraxis. Bei einem erkrankten Tier solltest du den Kontakt mit Urin, Blut und Gewebe vermeiden, Handschuhe tragen und die tierärztlichen Anweisungen zur Hygiene beachten.

Leptospirose bei Tieren

Leptospirose: Patient und Arzt im hellen medizinischen Umfeld.

Bei Hunden können unter anderem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gelbsucht und Nierenprobleme auftreten. Die Diagnose erfolgt auch bei Tieren meist über Blut- und Urinuntersuchungen sowie gegebenenfalls PCR. Antibiotika und unterstützende Maßnahmen werden durch die Tierarztpraxis festgelegt.

Da Leptospirose von Tieren auf Menschen übertragen werden kann, solltest du bei einer Erkrankung deines Tieres hygienische Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Menschen mit engem Kontakt zum Tier sollten mögliche Beschwerden beobachten und den Kontakt bei der ärztlichen Abklärung angeben.

Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?

Fieber, starke Kopf- oder Muskelschmerzen nach Kontakt mit Tieren, Schlamm oder möglicherweise verunreinigtem Wasser solltest du nicht selbst einordnen, sondern zeitnah medizinisch abklären lassen. Informiere die Praxis bereits bei der Terminvereinbarung über den möglichen Leptospirose-Kontakt. Bei Atemnot, Gelbsucht, Verwirrtheit, starken Kreislaufproblemen oder deutlich vermindertem Urin brauchst du sofortige medizinische Hilfe.

Leptospirose und öffentliche Gesundheit

Leptospirose: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Die Überwachung gemeldeter Fälle hilft Gesundheitsbehörden, Infektionsquellen und Risikogebiete zu erkennen. Besonders nach Überschwemmungen oder gemeinsamen Wasserkontakten können Hinweise der Behörden zur Vermeidung weiterer Infektionen beitragen.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support