Ein Koma ist eine schwere Bewusstseinsstörung: Die betroffene Person ist nicht wach, lässt sich nicht aufwecken und reagiert nicht gezielt auf äußere Reize. Ein Koma ist immer ein medizinischer Notfall. Rufe bei einer nicht ansprechbaren Person sofort den Notruf 112.
Koma erkennen: typische Symptome
Menschen im Koma haben meist die Augen geschlossen und keinen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus. Sie reagieren nicht auf Ansprache und in der Regel auch nicht oder nur sehr eingeschränkt auf Schmerzreize. Weitere mögliche Anzeichen sind:
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veränderte, flache oder unregelmäßige Atmung,
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auffällige Pupillen, etwa unterschiedliche Pupillengröße oder fehlende Reaktion auf Licht,
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fehlende oder veränderte Reflexe, zum Beispiel Husten-, Schluck- oder Würgereflex,
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Krampfanfälle oder unwillkürliche Bewegungen.
Welche Zeichen auftreten, hängt unter anderem von der Ursache und der Schädigung des Gehirns ab. Die Beurteilung gehört in die Hände des Rettungsdienstes und ärztlichen Teams.
Was du im Notfall tun solltest
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Rufe 112 und schildere, dass die Person nicht ansprechbar ist.
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Prüfe, ob die Person normal atmet. Befolge die Anweisungen der Leitstelle.
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Wenn die Person normal atmet, bringe sie in die stabile Seitenlage und kontrolliere die Atmung regelmäßig.
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Wenn keine normale Atmung vorhanden ist, beginne nach Anleitung der Leitstelle mit der Wiederbelebung.
Gib einer bewusstlosen Person nichts zu trinken oder zu essen. Versuche nicht, sie durch Schütteln zu wecken. Entferne Medikamente oder andere Substanzen, die als mögliche Ursache infrage kommen, nicht eigenmächtig aus dem Körper; sichere sie für den Rettungsdienst, wenn das gefahrlos möglich ist.
Welche Ursachen kann ein Koma haben?
Ein Koma kann entstehen, wenn das Gehirn direkt geschädigt wird oder wenn seine Funktion durch eine Störung im Körper beeinträchtigt ist. Zu den möglichen Ursachen gehören:
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Hirnerkrankungen: Schlaganfall, Hirnblutung, Tumor, Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute sowie schwere epileptische Anfälle.
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Verletzungen: Schädel-Hirn-Traumata nach Stürzen, Verkehrsunfällen oder anderen Unfällen.
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Stoffwechselstörungen: starke Unter- oder Überzuckerung, Sauerstoffmangel, zu viel Kohlendioxid sowie schwere Störungen der Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenfunktion.
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Vergiftungen: etwa durch Alkohol, Drogen oder Medikamente. Opioide können beispielsweise die Atmung gefährlich verlangsamen.
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Infektionen: insbesondere Meningitis oder Enzephalitis, die häufig mit Fieber, Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit einhergehen können, aber nicht müssen.
Wie wird ein Koma diagnostiziert?
Zuerst sichern die medizinischen Teams Atmung, Kreislauf und Sauerstoffversorgung. Danach suchen sie nach der Ursache und beurteilen, wie tief die Bewusstseinsstörung ist. Dazu gehören:
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die neurologische Untersuchung mit Prüfung von Pupillen, Bewegungen und Hirnstammreflexen,
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Blut- und gegebenenfalls Urinuntersuchungen, unter anderem auf Blutzucker, Stoffwechselveränderungen, Infektionen oder Giftstoffe,
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Bildgebung des Kopfes, meist mit Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT),
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ein EEG, wenn epileptische Aktivität oder andere Veränderungen der Hirnströme vermutet werden,
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in bestimmten Fällen eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor).
Mit der Glasgow-Coma-Scale (GCS) beurteilt das Behandlungsteam Augenöffnung, verbale Reaktion und motorische Reaktion. Der Wert hilft, den Schweregrad zu dokumentieren und Veränderungen im Verlauf zu erkennen.
Wie wird ein Koma behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Zunächst werden die lebenswichtigen Funktionen stabilisiert. Je nach Situation können Beatmung, Infusionen und Medikamente erforderlich sein.
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Bei einer Unterzuckerung wird Glukose verabreicht; bei einer schweren Überzuckerung kommen unter anderem Insulin, Flüssigkeit und die Korrektur von Elektrolytstörungen infrage.
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Bei einer Vergiftung wird der Wirkstoff identifiziert und, wenn vorhanden, ein passendes Gegenmittel eingesetzt. Bei einer Opioidüberdosierung kann Naloxon verwendet werden.
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Infektionen werden je nach Erreger beispielsweise mit Antibiotika oder antiviralen Medikamenten behandelt.
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Bei Hirnblutungen, Verletzungen oder gefährlichem Druck im Schädel kann ein neurochirurgischer Eingriff notwendig sein.
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Bei Nierenversagen kann eine Dialyse erforderlich werden.
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Ein anhaltender epileptischer Anfall wird mit Medikamenten unterbrochen und intensivmedizinisch überwacht.
Natürliches und künstliches Koma
Ein natürliches Koma entsteht durch eine Erkrankung, Vergiftung oder Verletzung. Ein künstliches Koma ist dagegen ein ärztlich herbeigeführter Zustand tiefer Sedierung. Medikamente senken dabei kontrolliert die Bewusstseins- und Hirnaktivität, etwa bei bestimmten schweren Hirnverletzungen oder anderen intensivmedizinischen Situationen. Die Person wird engmaschig überwacht und häufig künstlich beatmet. Die Medikamente können schrittweise reduziert werden, sobald es die Behandlung erlaubt.
Ein künstliches Koma ist nicht dasselbe wie ein natürliches Koma und nicht ohne Risiken. Nach längerer Sedierung können unter anderem Kreislaufprobleme, Benommenheit oder Gedächtnisstörungen auftreten. Ob und wann die Sedierung beendet wird, entscheidet das behandelnde Team anhand der zugrunde liegenden Erkrankung.
Wie lange dauert ein Koma?
Die Dauer reicht von Tagen über Wochen bis in seltenen Fällen zu längeren Zeiträumen. Eine verlässliche Prognose lässt sich nicht allein aus der Dauer ableiten. Entscheidend sind unter anderem die Ursache, das Ausmaß der Hirnschädigung, die Reaktionen bei neurologischen Untersuchungen, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand.
Das Erwachen kann schrittweise verlaufen. Betroffene reagieren möglicherweise zunächst nur auf bestimmte Reize und sind anschließend noch verwirrt oder orientierungslos. Nach dem Aufwachen können Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychologische Unterstützung notwendig sein.
Koma, Wachkoma, Locked-in-Syndrom und Hirntod
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Beim Koma sind die Augen meist geschlossen; es gibt keine erkennbaren Schlaf-Wach-Zyklen und keine gezielte Reaktion. Im sogenannten Wachkoma können die Augen geöffnet sein und Schlaf-Wach-Phasen auftreten, ohne dass sich sichere Anzeichen für ein Bewusstsein oder eine gezielte Kommunikation zeigen. Der Begriff wird medizinisch zunehmend durch präzisere Bezeichnungen ersetzt.
Beim Locked-in-Syndrom ist die Situation anders: Die betroffene Person kann bei Bewusstsein sein, ist aber wegen einer schweren Lähmung kaum oder gar nicht bewegungsfähig. Ein Hirntod wiederum bezeichnet den vollständigen und unumkehrbaren Ausfall aller Hirnfunktionen. Er ist nicht mit einem Koma gleichzusetzen und wird nach festgelegten medizinischen Kriterien diagnostiziert.
Mögliche Folgen und Prognose
Nach einem Koma können Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Beweglichkeit beeinträchtigt sein. Möglich sind außerdem Schluckstörungen, Lähmungen, Verhaltensänderungen oder psychische Belastungen wie Angst und Depression. Die Folgen hängen vor allem von der Ursache und der Hirnschädigung ab. Auch Angehörige benötigen in dieser Situation häufig medizinische, psychologische und soziale Unterstützung.
Bei Kindern gelten grundsätzlich dieselben Notfallzeichen. Als Ursachen kommen zusätzlich beispielsweise Vergiftungen, Infektionen, Verletzungen und angeborene Stoffwechselstörungen infrage. Ein nicht ansprechbares Kind braucht ebenfalls sofort den Rettungsdienst.
Koma und Epilepsie
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Wenn ein epileptischer Anfall lange anhält oder mehrere Anfälle ohne vollständige Erholung dazwischen auftreten, kann ein lebensbedrohlicher Status epilepticus vorliegen. Auch ohne sichtbare Krämpfe kann die epileptische Aktivität anhalten. Ein EEG unterstützt dann die Diagnose. Die Behandlung umfasst das Beenden der Anfallsaktivität, die Stabilisierung der Vitalfunktionen und die Suche nach der Ursache.
