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Hyperaldosteronismus: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Hyperaldosteronismus: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Hyperaldosteronismus, auch Aldosteronismus genannt, entsteht, wenn dein Körper zu viel Aldosteron produziert. Das Hormon wird in den Nebennieren gebildet und reguliert gemeinsam mit den Nieren den Natrium- und Kaliumhaushalt sowie den Blutdruck. Ein Überschuss kann deshalb zu schwer einstellbarem Bluthochdruck und Elektrolytstörungen führen.

Die Erkrankung bleibt nicht selten lange unentdeckt, weil die Beschwerden unspezifisch sein können. Bei Menschen mit Bluthochdruck kommt Hyperaldosteronismus laut den vorliegenden Informationen bei bis zu 10 % vor. Eine Abklärung ist besonders wichtig, weil die Behandlung sich von der eines gewöhnlichen Bluthochdrucks unterscheiden kann.

Symptome des Hyperaldosteronismus

Patient und Arzt in heller medizinischer Praxis.

Ein typisches Anzeichen ist Bluthochdruck, der sich nur schwer kontrollieren lässt. Zusätzlich können folgende Beschwerden auftreten:

  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe oder kraftlose Beine

  • Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung

  • Kopfschmerzen oder Schwindel

  • Häufiger Harndrang, große Urinmengen oder nächtliches Wasserlassen

  • Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen bei ausgeprägten Elektrolytveränderungen

Häufig liegt ein Kaliummangel (Hypokaliämie) vor, er muss aber nicht bei allen Betroffenen auftreten. Auch psychische und kognitive Beschwerden wie gedrückte Stimmung, Angst, Reizbarkeit, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme werden im Ausgangstext genannt. Sie sind unspezifisch und sollten ärztlich eingeordnet werden, statt vorschnell dem Hyperaldosteronismus zugeschrieben zu werden.

Ursachen: primärer und sekundärer Hyperaldosteronismus

Primärer Hyperaldosteronismus

Beim primären Hyperaldosteronismus, auch Conn-Syndrom genannt, liegt die Ursache in den Nebennieren selbst. Eine Nebenniere bildet dann unabhängig vom tatsächlichen Bedarf zu viel Aldosteron. Mögliche Auslöser sind:

  • ein gutartiges, Aldosteron produzierendes Adenom

  • eine Vergrößerung beider Nebennieren (Nebennierenhyperplasie)

  • sehr selten ein bösartiger Tumor

Seltene genetische Formen können bereits in jungen Jahren auffallen.

Sekundärer Hyperaldosteronismus

Beim sekundären Hyperaldosteronismus sind die Nebennieren nicht die ursprüngliche Ursache. Andere Faktoren regen die Aldosteronproduktion an. Dazu zählen Erkrankungen oder Zustände, die die Nierendurchblutung beeinflussen, Herzinsuffizienz und Leberzirrhose. Auch bestimmte Medikamente können die Aldosteronproduktion erhöhen oder ihre Wirkung verstärken. Als mögliche Einflussfaktoren werden außerdem NSAR, größere Mengen Lakritz sowie ein hoher Salzkonsum genannt; Lebensstil und Ernährung sind jedoch selten die alleinige Ursache.

Wie wird Hyperaldosteronismus diagnostiziert?

Diagnoseverfahren bei Hyperaldosteronismus: Arzt und Patient in einer hellen Arztpraxis.

Am Anfang stehen Blutuntersuchungen. Dabei werden unter anderem Aldosteron, Renin und Kalium bestimmt. Das Verhältnis von Aldosteron zu Renin, der Aldosteron-Renin-Quotient (ARQ), kann einen ersten Hinweis geben. Auffällige Werte müssen im ärztlichen Zusammenhang beurteilt werden, da Medikamente und andere Faktoren die Ergebnisse beeinflussen können.

Zur Bestätigung können weitere Untersuchungen folgen, etwa ein Kochsalzbelastungstest oder eine Urinuntersuchung auf ausgeschiedenes Aldosteron. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können Veränderungen und Tumoren der Nebennieren sichtbar machen. Gegebenenfalls kommen zusätzliche Stimulationstests zum Einsatz, bei denen die Reaktion der Nebennieren genauer untersucht wird. Außerdem müssen andere Ursachen für Bluthochdruck ausgeschlossen werden. Die Auswahl und Reihenfolge der Tests legt die behandelnde Praxis fest.

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente

Die Therapie richtet sich nach der Ursache, den Blutwerten, dem Blutdruck und deinem Gesundheitszustand. Spironolacton blockiert die Wirkung von Aldosteron und kann dadurch den Blutdruck senken sowie den Kaliumverlust verringern. Eplerenon ist eine weitere medikamentöse Option. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet dein Arzt oder deine Ärztin.

ACE-Hemmer und Sartane können zur Blutdruckbehandlung eingesetzt werden, blockieren Aldosteron jedoch nicht direkt. Kaliumsparende Diuretika helfen, Kalium im Körper zu halten. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen von Kalium, Natrium und Nierenfunktion wichtig. Nimmst du ACE-Hemmer oder Sartane zusammen mit Spironolacton, kann das Risiko für einen Kaliumüberschuss steigen. NSAR können die Wirkung von Diuretika vermindern und das Risiko für Nierenprobleme erhöhen; Spironolacton kann außerdem den Lithiumspiegel beeinflussen. Informiere deine behandelnde Praxis über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Mögliche Nebenwirkungen von Spironolacton sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Bei Männern kann eine Brustvergrößerung auftreten, bei Frauen sind Menstruationsstörungen möglich. Setze Medikamente nicht eigenständig ab und melde Nebenwirkungen ärztlich.

Operation

Wenn ein einseitiger, Aldosteron produzierender Tumor die Ursache ist, kann die Entfernung der betroffenen Nebenniere (Adrenalektomie) infrage kommen. Häufig wird der Eingriff laparoskopisch durchgeführt; bei größeren Tumoren oder besonderen Umständen kann eine offene Operation erforderlich sein. In seltenen Fällen wird nur ein Teil der Nebenniere entfernt.

Wie bei anderen Operationen bestehen Risiken wie Blutungen, Infektionen, Verletzungen benachbarter Organe und hormonelle Veränderungen. Nach dem Eingriff sind Blutdruck- und Blutkontrollen sowie gegebenenfalls eine Anpassung der Medikamente notwendig. Bei einer beidseitigen Nebennierenhyperplasie wird meist eine medikamentöse Behandlung eingesetzt. Auch wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist, kommen Medikamente wie Spironolacton oder Eplerenon infrage.

Lebensstil und Ernährung

Eine Behandlung lässt sich durch einen insgesamt gesundheitsbewussten Lebensstil unterstützen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, Stressabbau, der Verzicht auf Nikotin und eine deutliche Begrenzung von Alkohol. Eine natriumarme Ernährung kann helfen, den Blutdruck zu kontrollieren. Fertiggerichte, stark verarbeitete Lebensmittel und stark gesalzene Speisen enthalten häufig viel Natrium.

Kaliumreiche Lebensmittel solltest du nicht automatisch in großen Mengen essen oder Kaliumpräparate einnehmen. Bei Nierenproblemen oder bestimmten Medikamenten kann ein Kaliumüberschuss gefährlich sein. Besprich eine Änderung deiner Kaliumzufuhr deshalb vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Auch Trinkmenge und Ernährung sollten an deine individuelle Behandlung angepasst werden.

Verlauf, Komplikationen und Nachsorge

Unbehandelter Hyperaldosteronismus kann den Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System dauerhaft belasten. Mögliche Folgen sind Herzkrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Ausgeprägte Störungen des Kalium- und Natriumhaushalts können Muskeln, Nerven und den Herzrhythmus beeinträchtigen.

Regelmäßige Kontrollen helfen, den Blutdruck, Elektrolyte und die Nierenfunktion zu überwachen und die Therapie anzupassen. Miss Symptome wie Muskelschwäche, Krämpfe, Herzstolpern, starke Müdigkeit oder Veränderungen beim Wasserlassen nicht einfach ab. Auch bei Kindern kann Hyperaldosteronismus auftreten; hoher Blutdruck, Muskelschwäche und häufiges Wasserlassen sollten dann von einer kinderärztlichen oder endokrinologischen Fachstelle abgeklärt werden.

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine besonders enge ärztliche Betreuung erforderlich. Einige Medikamente sind in dieser Zeit nicht geeignet oder müssen individuell abgewogen werden; Spironolacton wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Ändere deine Behandlung deshalb keinesfalls selbst, sondern sprich frühzeitig mit den behandelnden Fachpersonen.

Hyperaldosteronismus ist behandelbar, muss aber gezielt diagnostiziert und langfristig überwacht werden. Wenn du anhaltend hohen oder schwer einstellbaren Blutdruck und passende Beschwerden hast, solltest du die mögliche Erkrankung ärztlich ansprechen.

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