Hyperglykämie bezeichnet einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Sie kann vorübergehend auftreten oder auf eine Diabeteserkrankung hinweisen. Anfangs bleibt sie manchmal unbemerkt. Häufige Beschwerden sind starker Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit. Unbehandelt kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker Blutgefäße, Nerven, Nieren und Augen schädigen.
Symptome einer Hyperglykämie
Typische Anzeichen entstehen unter anderem dadurch, dass der Körper überschüssige Glukose über die Nieren ausscheidet. Möglich sind:
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starker Durst und trockener Mund
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häufiges Wasserlassen, auch nachts
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Müdigkeit, Schwäche oder Konzentrationsprobleme
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ungeklärter Gewichtsverlust
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verschwommenes Sehen
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trockene, juckende Haut, häufige Infektionen oder schlecht heilende Wunden
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Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
Bei Kindern können häufiges Einnässen, ungewöhnlich großer Durst, Müdigkeit und Gewichtsverlust auffallen. Bei älteren Menschen werden die Beschwerden gelegentlich anderen altersbedingten Problemen zugeschrieben. Wenn du solche Symptome wiederholt bemerkst, solltest du deinen Blutzucker ärztlich überprüfen lassen.
Ursachen und Risikofaktoren
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Die häufigste Ursache ist Diabetes. Beim Typ-1-Diabetes produziert der Körper kaum oder kein Insulin. Dadurch kann Glukose nicht ausreichend aus dem Blut in die Zellen gelangen. Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen häufig weniger empfindlich auf Insulin; zusätzlich kann die Insulinproduktion im Verlauf abnehmen.
Auch Gestationsdiabetes kann während einer Schwangerschaft zu erhöhten Blutzuckerwerten führen. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzucker oft, das spätere Risiko für Typ-2-Diabetes bleibt jedoch erhöht. Weitere Einflussfaktoren sind eine familiäre Veranlagung, Bewegungsmangel, Übergewicht, unausgewogene Ernährung, Stress, Schlafmangel und akute Infektionen. Bestimmte Medikamente, etwa Kortikosteroide, können den Blutzucker ebenfalls erhöhen. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprich mögliche Auswirkungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wie wird Hyperglykämie diagnostiziert?
Für die Abklärung kommen je nach Situation verschiedene Untersuchungen infrage:
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Nüchternblutzucker: Nach mindestens acht Stunden ohne Nahrung gilt ein Wert von 126 mg/dL beziehungsweise 7,0 mmol/L oder höher als diabetesverdächtig.
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Gelegenheitsblutzucker: Ein Wert von 200 mg/dL beziehungsweise 11,1 mmol/L oder höher kann zusammen mit typischen Beschwerden auf Diabetes hinweisen.
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HbA1c: Dieser Wert zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen zwei bis drei Monate. Ab 6,5 Prozent besteht ein Diabetesverdacht.
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Oraler Glukosetoleranztest: Nach dem Trinken einer Glukoselösung wird der Blutzucker über einen festgelegten Zeitraum gemessen. Der Test wird unter anderem bei Verdacht auf Gestationsdiabetes eingesetzt.
Ein einzelner Messwert reicht nicht immer für eine Diagnose. Deine Ärztin oder dein Arzt bewertet die Ergebnisse zusammen mit Beschwerden, Vorerkrankungen und weiteren Untersuchungen. Bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes können Autoantikörper untersucht werden. Für die Verlaufskontrolle kommen regelmäßige Messungen zu Hause oder ein kontinuierliches Glukosemesssystem infrage.
Behandlung bei Hyperglykämie
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Höhe der Werte und deinem Gesundheitszustand. Medikamente oder Insulin solltest du nur nach ärztlicher Anweisung verändern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und ausreichend Ballaststoffen kann helfen, den Blutzucker gleichmäßiger ansteigen zu lassen. Zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel solltest du möglichst reduzieren. Auch Portionsgrößen und die Verteilung der Kohlenhydrate über den Tag können eine Rolle spielen. Wasser oder ungesüßte Getränke sind geeigneter als Limonaden.
Regelmäßige Bewegung unterstützt die Glukoseverwertung und kann die Insulinempfindlichkeit verbessern. Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining sind mögliche Formen. Wenn dein Blutzucker sehr hoch ist, du Ketone vermutest oder dich krank fühlst, kläre vor dem Sport ab, was für dich sicher ist. Besprich ein neues Trainingsprogramm und individuelle Ernährungsziele mit deinem Behandlungsteam.
Medikamente und Insulin
Je nach Diabetesform und Verlauf kommen Tabletten, andere injizierbare Medikamente oder Insulin infrage. Bei Typ-1-Diabetes ist Insulin grundsätzlich erforderlich. Bei Typ-2-Diabetes kann zunächst eine Lebensstiländerung genügen; später können Medikamente oder Insulin notwendig werden. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen solltest du mit deiner Arztpraxis besprechen. Kontrolltermine helfen, die Therapie an deine Werte und Lebenssituation anzupassen.
Mögliche Folgen dauerhaft hoher Werte
Über längere Zeit kann Hyperglykämie die kleinen und großen Blutgefäße schädigen. Mögliche Folgen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, Nervenschäden mit Schmerzen oder Taubheitsgefühlen sowie Netzhautschäden mit einer Verschlechterung des Sehens. Außerdem können Wunden langsamer heilen und Infektionen häufiger auftreten. Regelmäßige Kontrollen von Blutzucker, Nieren, Augen und Füßen helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Wann ist Hyperglykämie ein Notfall?
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Eine starke Überzuckerung kann sich zu einer diabetischen Ketoazidose oder einem hyperosmolaren hyperglykämischen Syndrom entwickeln. Warnzeichen sind starke Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, ausgeprägter Durst, trockener Mund, wenig Urin, schnelle oder tiefe Atmung, fruchtiger Atem, zunehmende Schwäche, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit.
Wenn solche Beschwerden auftreten oder du dich bei sehr hohen Messwerten deutlich krank fühlst, wähle sofort 112. Miss den Blutzucker, sofern dies ohne Verzögerung möglich ist, und halte Informationen zu Diabetes, Medikamenten und bisherigen Messwerten bereit. Gib einer benommenen oder bewusstlosen Person nichts zu trinken und lass sie nicht allein. Glukagon ist ein Notfallmedikament gegen schwere Unterzuckerung und nicht die Behandlung einer Hyperglykämie.
Was du selbst zur Vorbeugung beitragen kannst
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Kontrolliere deinen Blutzucker nach dem mit deinem Behandlungsteam vereinbarten Plan.
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Nimm verordnete Medikamente zuverlässig ein und ändere die Dosis nicht eigenständig.
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Achte auf regelmäßige Bewegung, ausgewogene Mahlzeiten und ausreichend Schlaf.
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Berücksichtige, dass Stress, Infektionen, Alkohol und manche Medikamente deine Werte beeinflussen können.
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Lass dich bei Diabetes regelmäßig ärztlich kontrollieren und hole dir bei Unsicherheit Unterstützung durch Angehörige, Diabetesberatung oder Selbsthilfegruppen.
