Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus verursachte Leberentzündung. Die Infektion kann akut verlaufen und wieder abheilen oder chronisch werden. Viele Betroffene haben zunächst keine oder nur unspezifische Beschwerden und können das Virus deshalb unwissentlich weitergeben.
Hepatitis B: Symptome
Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Verlauf. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen – liegt in der Regel zwischen 45 und 180 Tagen. Auch während dieser Zeit kann eine Übertragung möglich sein.
Typische Beschwerden
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Müdigkeit und Abgeschlagenheit
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Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
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Leichtes Fieber
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Gelenk- und Muskelschmerzen
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Gewichtsverlust oder ein Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen
Bei einer akuten Hepatitis B können die Beschwerden an eine Grippe erinnern. Manche Menschen entwickeln eine Gelbsucht: Haut und Augenweiß färben sich gelblich, der Urin wird dunkel und der Stuhl hell oder lehmfarben. Gelbsucht tritt jedoch nicht bei allen Infizierten auf.
Eine chronische Hepatitis B bleibt oft über lange Zeit symptomlos. Müdigkeit oder wiederkehrende unspezifische Beschwerden können dennoch auftreten. Deshalb lässt sich eine Infektion nicht sicher anhand der Symptome erkennen.
Ursachen und Übertragung
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Das Hepatitis-B-Virus wird vor allem über infiziertes Blut und bestimmte Körperflüssigkeiten übertragen. Dazu gehören insbesondere Blut, Sperma und Vaginalsekret. Bereits geringe Mengen infizierten Blutes können für eine Ansteckung ausreichen.
Häufige Übertragungswege
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ungeschützter Geschlechtsverkehr
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gemeinsam benutzte Spritzen oder Nadeln
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Nadelstichverletzungen im Gesundheitswesen
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Tätowierungen oder Piercings unter unhygienischen Bedingungen
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Kontakt mit unsterilen medizinischen Instrumenten
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Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während Schwangerschaft oder Geburt
Das Risiko ist unter anderem bei medizinischem Personal, Menschen mit gemeinsamem Nadelgebrauch, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Dialysepatienten und bei Reisen in Regionen mit hoher Hepatitis-B-Verbreitung erhöht. Zahnbürsten, Rasierer und Nagelscheren solltest du nicht gemeinsam mit anderen verwenden, da sie mit Blut in Kontakt kommen können.
Diagnose
Bei einem Verdacht solltest du dich ärztlich untersuchen lassen. Ein Online-Symptom-Checker kann höchstens eine erste Orientierung geben und ersetzt keine Diagnose.
Im Mittelpunkt stehen Blutuntersuchungen. Dabei wird unter anderem nach Virusbestandteilen und Antikörpern gesucht. Wichtige Laborparameter können HBsAg, HBeAg, Anti-HBc, Anti-HBs und die Virus-DNA (HBV-DNA) sein. Die Kombination der Ergebnisse hilft dabei, eine aktuelle oder frühere Infektion, Immunität nach Impfung oder eine bestehende Anfälligkeit einzuordnen.
Zusätzlich werden die Leberwerte, zum Beispiel ALT und AST, bestimmt. Erhöhte Werte können auf eine Leberentzündung hinweisen, sind aber nicht spezifisch für Hepatitis B. Je nach Befund können Ultraschalluntersuchungen oder weitere Verfahren folgen. Eine Leberbiopsie wird nur in bestimmten Fällen eingesetzt, wenn das Ausmaß einer Schädigung unklar ist oder andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Auch Hepatitis A und C, Autoimmunhepatitis oder eine Fettleber können ähnliche Beschwerden verursachen.
Behandlung von Hepatitis B
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Akute Hepatitis B
Bei einer akuten Hepatitis B ist häufig keine spezielle antivirale Behandlung erforderlich. Dein Körper kann die Infektion oft selbst unter Kontrolle bringen. Ärztliche Kontrollen bleiben trotzdem wichtig. Je nach Beschwerden stehen Schonung und eine Behandlung der Symptome im Vordergrund. Bei schweren Verläufen ist eine engmaschige medizinische Betreuung notwendig.
Chronische Hepatitis B
Bei einer chronischen Infektion prüft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt regelmäßig Virusmenge, Leberwerte und den Zustand der Leber. Eine antivirale Therapie kann erforderlich sein, wenn die Viruslast erhöht ist, die Leber entzündet oder geschädigt wird oder ein erhöhtes Risiko für Zirrhose und Leberkrebs besteht.
Zum Einsatz kommen unter anderem Nukleosid- und Nukleotid-Analoga als Tabletten. Auch Interferon-alpha beziehungsweise pegyliertes Interferon alpha kann in bestimmten Situationen eingesetzt und gespritzt werden. Ziel der Behandlung ist, die Virusvermehrung zu unterdrücken und das Risiko für Folgeschäden zu senken. Welche Therapie geeignet ist, hängt von deinen Befunden und deiner individuellen Situation ab.
Verlauf und mögliche Folgen
Bei Erwachsenen heilt eine akute Hepatitis B häufig von selbst aus. Wird das Virus jedoch nicht beseitigt und bleibt länger als sechs Monate im Körper, spricht man von einer chronischen Hepatitis B. Bei Kindern treten chronische Verläufe häufiger auf als bei Erwachsenen.
Eine chronische Infektion kann über Jahre zu einer Vernarbung der Leber führen. Diese Vernarbung wird zunächst als Fibrose und bei stärkerer Ausprägung als Leberzirrhose bezeichnet. Außerdem steigt das Risiko für Leberkrebs. In seltenen schweren Fällen kann es zu Leberversagen kommen. Regelmäßige Blutuntersuchungen, Leberultraschall und ärztliche Gespräche helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Vorbeugung
Die Impfung ist der wichtigste Schutz vor Hepatitis B. Es gibt Einzel- und Kombinationsimpfstoffe, beispielsweise in Verbindung mit Hepatitis A. Ob und wann eine Impfung für dich sinnvoll ist, klärst du mit deiner Arztpraxis und anhand deines Impfpasses. Besonders wichtig ist der Impfschutz bei Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko.
Beim Sex senken Kondome das Übertragungsrisiko. Spritzen, Nadeln und andere Gegenstände mit möglichem Blutkontakt solltest du niemals gemeinsam benutzen. Bei Tätowierungen, Piercings und medizinischen Eingriffen sind hygienische und sterile Bedingungen entscheidend.
Hepatitis B und Schwangerschaft
Eine Hepatitis-B-Infektion kann während Schwangerschaft oder Geburt auf das Kind übertragen werden. Deshalb wird auf Hepatitis B getestet, wenn eine Schwangerschaft besteht. Ist die Mutter infiziert, erhält das Neugeborene möglichst direkt nach der Geburt eine Impfung; zusätzlich können Antikörper erforderlich sein. Weitere Maßnahmen hängen unter anderem von der Viruslast ab.
Wenn du schwanger bist oder werden möchtest und Hepatitis B hast, solltest du deine Betreuung frühzeitig mit der Arztpraxis abstimmen. Auch Fragen zu Medikamenten und Stillen müssen individuell medizinisch geklärt werden.
Leben mit Hepatitis B
Verzichte auf Alkohol, weil er die Leber zusätzlich belasten kann. Ernähre dich ausgewogen und bewege dich im Rahmen deiner Belastbarkeit. Bei ausgeprägter Müdigkeit oder akuten Beschwerden solltest du dich schonen. Medikamente, pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, da sie die Leber belasten oder mit einer Therapie wechselwirken können.
Die Diagnose kann psychisch belasten. Gespräche mit vertrauten Menschen, einer Beratungsstelle, einer Selbsthilfegruppe oder einer psychotherapeutischen Fachkraft können dir helfen. Hepatitis B ist kein Grund für Ausgrenzung: Im Alltag wird das Virus nicht einfach durch gewöhnlichen sozialen Kontakt übertragen.
Wenn du eine mögliche Ansteckung vermutest, Gelbsucht bemerkst oder starke Beschwerden hast, wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt. Nur eine Untersuchung kann klären, ob eine Infektion vorliegt und welche Behandlung oder Nachsorge du brauchst.
