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Prostatitis: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Prostatitis: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Prostatitis bezeichnet eine Entzündung der Prostata. Sie kann plötzlich und heftig auftreten oder über längere Zeit Beschwerden verursachen. Typisch sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Beckenbereich. Prostatitis ist nicht dasselbe wie Prostatakrebs, sollte aber ärztlich abgeklärt werden.

Welche Formen der Prostatitis gibt es?

Die Beschwerden und die Behandlung hängen davon ab, welche Form vorliegt:

  • Akute bakterielle Prostatitis: Sie beginnt meist plötzlich. Häufig kommen Fieber, Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl hinzu.
  • Chronische bakterielle Prostatitis: Wiederkehrende oder anhaltende Beschwerden können durch Bakterien verursacht werden.
  • Chronisches Beckenschmerzsyndrom: Bei dieser häufigen abakteriellen Form lassen sich nicht immer Bakterien nachweisen. Verspannungen des Beckenbodens, eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit und psychische Belastungen können die Beschwerden beeinflussen.
  • Asymptomatische entzündliche Prostatitis: Die Entzündung fällt zufällig bei einer Untersuchung auf, ohne dass du selbst Beschwerden bemerkst.

Prostatitis: Symptome im Überblick

Die Symptome unterscheiden sich je nach Form. Mögliche Anzeichen sind:

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufiger oder dringender Harndrang
  • ein schwacher Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig zu entleeren
  • Schmerzen im Becken, Unterbauch, Damm, unteren Rücken oder in der Leiste
  • Schmerzen beim Samenerguss oder Geschlechtsverkehr
  • Blut im Urin oder Sperma
  • Erektionsprobleme oder ein vermindertes sexuelles Verlangen
  • Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl

Bei einer akuten Prostatitis können zusätzlich Fieber und Schüttelfrost auftreten. Chronische Beschwerden sind häufig weniger heftig, können aber über Monate anhalten und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Wann musst du sofort medizinische Hilfe suchen?

Hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand können auf eine akute bakterielle Infektion hinweisen. Wenn du gar nicht mehr Wasser lassen kannst, brauchst du umgehend medizinische Hilfe. Auch Blut im Urin oder Sperma sollte abgeklärt werden, weil es verschiedene Ursachen haben kann.

Ursachen und mögliche Auslöser

Bei der akuten und chronischen bakteriellen Prostatitis gelangen meist Bakterien aus den Harnwegen in die Prostata. Häufig kommen Erreger infrage, die auch Harnwegsinfektionen verursachen. Das Risiko kann unter anderem nach Harnwegsinfektionen, bei Abflussstörungen des Urins oder nach einer Katheterisierung erhöht sein. Auch sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö können eine Rolle spielen.

Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom findet sich dagegen oft kein eindeutiger Erreger. Muskelverspannungen im Beckenboden, Nervenreize und Stress können die Beschwerden verstärken. Eine einzelne Ursache lässt sich deshalb nicht immer feststellen. Ungeschützter Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen; Kondome können dieses Risiko verringern.

Wie wird Prostatitis diagnostiziert?

Diagnosemethoden bei Prostatitis: Arzt in einer hellen Arztpraxis beim Gespräch.

Dein Arzt oder deine Ärztin fragt zunächst nach Beginn, Art und Verlauf der Beschwerden sowie nach früheren Infektionen, Medikamenten und möglichen sexuellen Risiken. Danach kann eine körperliche Untersuchung einschließlich einer vorsichtigen Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm folgen.

Eine Urinuntersuchung und gegebenenfalls eine Urinkultur helfen dabei, Bakterien und Entzündungszeichen nachzuweisen. Je nach Befund kommen Blutuntersuchungen, ein Ultraschall oder weitere urologische Untersuchungen hinzu. Der PSA-Wert kann durch eine Entzündung erhöht sein und erlaubt allein keine Unterscheidung zwischen Prostatitis und Prostatakrebs. Weitere Untersuchungen werden deshalb nur im Zusammenhang mit den übrigen Befunden entschieden.

Wie wird Prostatitis behandelt?

Akute bakterielle Prostatitis

Bei einer bakteriellen Ursache verschreibt der Arzt ein passendes Antibiotikum. Welches Medikament infrage kommt und wie lange du es einnehmen musst, hängt unter anderem vom Erreger, dem Krankheitsverlauf und deinen persönlichen Faktoren ab. Nimm Antibiotika genau nach ärztlicher Anweisung ein und beende die Behandlung nicht eigenständig, sobald die Beschwerden nachlassen.

Schmerz- und fiebersenkende Medikamente können die Beschwerden lindern. Welche Mittel für dich geeignet sind, solltest du wegen möglicher Gegenanzeigen und Wechselwirkungen ärztlich oder in der Apotheke klären. Trinke ausreichend, sofern keine andere Erkrankung dagegen spricht, und schone dich. Bei hohem Fieber, ausgeprägten Beschwerden, Harnverhalt oder fehlender Wirkung der Behandlung kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein.

Chronische bakterielle Prostatitis und chronisches Beckenschmerzsyndrom

Bei chronischen Beschwerden richtet sich die Behandlung nach den nachgewiesenen Ursachen und deinen Symptomen. Antibiotika helfen nur, wenn eine bakterielle Ursache vorliegt oder ärztlich begründet vermutet wird. Je nach Situation können entzündungshemmende Schmerzmittel, Alpha-Blocker zur Entspannung der Muskulatur im Bereich von Blase und Prostata oder weitere Medikamente eingesetzt werden.

Bei Verspannungen kann eine speziell angeleitete Physiotherapie des Beckenbodens sinnvoll sein. Wärme, Entspannungstechniken und ein angepasstes Stressmanagement können die Beschwerden ergänzend lindern. Bei anhaltenden Schmerzen oder psychischer Belastung kann psychologische oder verhaltenstherapeutische Unterstützung helfen. Pflanzliche Präparate solltest du vor der Einnahme mit deinem Arzt oder Apotheker besprechen, da Wirkung, Eignung und Wechselwirkungen unterschiedlich sind.

Was kannst du selbst tun?

  • Beobachte, welche Aktivitäten, Getränke oder Situationen deine Beschwerden verstärken, und besprich die Beobachtungen bei der Untersuchung.
  • Vermeide vorübergehend Reizstoffe wie Alkohol, Kaffee oder sehr scharfe Speisen, wenn du bemerkst, dass sie deine Symptome verschlimmern.
  • Bewege dich regelmäßig, ohne Schmerzen zu provozieren, und unterbreche langes Sitzen.
  • Nutze bei verträglichen Beschwerden Wärme, etwa ein warmes Sitzbad.
  • Sprich offen über Schmerzen beim Sex, Erektionsprobleme oder psychische Belastungen. Diese Beschwerden sind behandelbar und für die Diagnose relevant.
  • Schütze dich vor sexuell übertragbaren Infektionen und lass dich bei einem entsprechenden Risiko testen.

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein möglichst stressarmer Alltag unterstützen deine allgemeine Gesundheit. Sie ersetzen jedoch keine Behandlung einer bakteriellen Prostatitis.

Warum Nachsorge wichtig ist

Prostatitis: Arzt und Patient im Gespräch in einer medizinischen Praxis.

Wenn Beschwerden wiederkehren oder trotz Behandlung anhalten, solltest du erneut urologischen Rat einholen. Bei chronischer Prostatitis ist oft ein längerfristiger, individuell angepasster Behandlungsplan nötig. Regelmäßige Kontrollen helfen, den Verlauf zu beurteilen und andere Ursachen für Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen oder sexuelle Beschwerden auszuschließen.

Wenn du Symptome einer Prostatitis bemerkst, lass sie ärztlich abklären. Besonders bei Fieber, Schüttelfrost, starken Schmerzen oder fehlendem Urinabgang solltest du nicht abwarten.

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