Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie verläuft meist in Schüben: Auf Phasen mit stärker ausgeprägten Beschwerden können Zeiten mit deutlich weniger oder keinen Symptomen folgen. Psoriasis ist nicht ansteckend. Die Erkrankung kann die Haut, Nägel und Gelenke betreffen und die Lebensqualität psychisch wie körperlich belasten.
Psoriasis: typische Symptome
Typisch sind rote, erhabene und entzündete Hautstellen, die von silbrig-weißen Schuppen bedeckt sein können. Häufig jucken oder schmerzen die Plaques. Sie treten besonders oft an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und am unteren Rücken auf, können aber grundsätzlich an jeder Körperstelle entstehen.
- Die Größe der Plaques reicht von kleinen Punkten bis zu größeren zusammenhängenden Flächen.
- Ständiges Kratzen kann die Haut zusätzlich reizen und Entzündungen verstärken.
- An der Kopfhaut können Schuppen und entzündete Stellen auffallen.
- Im Gesicht, an Händen und Füßen oder in Hautfalten kann Psoriasis anders aussehen als an Ellenbogen und Knien.
Nägel und Gelenke
Bei einer Nagelpsoriasis können kleine Grübchen, Verdickungen, Verfärbungen, brüchige Nägel oder eine Ablösung des Nagels auftreten. Gelenkschmerzen, Schwellungen und Morgensteifigkeit können auf eine Psoriasis-Arthritis hinweisen. Sie kann unter anderem Finger, Zehen, Knie, Handgelenke oder die Wirbelsäule betreffen. Solche Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen.
Seltene schwere Verlaufsform
Bei einer erythrodermischen Psoriasis ist ein großer Teil der Haut flächig gerötet und entzündet. Starker Juckreiz, Schmerzen und Fieber können hinzukommen. Diese seltene, schwere Form kann lebensbedrohlich sein und muss sofort behandelt werden. Bei rascher Ausbreitung, Fieber oder starkem Krankheitsgefühl brauchst du umgehend medizinische Hilfe.
Ursachen und mögliche Auslöser
Die genaue Ursache der Psoriasis ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich wirken mehrere Faktoren zusammen. Eine genetische Veranlagung erhöht das Risiko, bedeutet aber nicht automatisch, dass die Erkrankung ausbricht. Zudem spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle: Entzündungsreaktionen führen dazu, dass sich Hautzellen schneller erneuern.
Mögliche Auslöser eines Schubs sind:
- Stress und andere psychische Belastungen
- Infektionen, insbesondere Streptokokken-Infektionen
- Verletzungen, Kratzer oder Sonnenbrand; neue Herde an verletzter Haut werden als Koebner-Phänomen bezeichnet
- bestimmte Medikamente, darunter im Ausgangstext genannte Betablocker, ACE-Hemmer und Lithium
- Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht
Auslöser sind individuell. Ein Symptomtagebuch kann dir helfen, Zusammenhänge zwischen Stress, Infektionen, Medikamenten, Ernährung und Hautveränderungen zu erkennen. Setze verordnete Medikamente jedoch nicht eigenständig ab.
Diagnose
Oft erkennt eine Hautärztin oder ein Hautarzt Psoriasis anhand des typischen Hautbildes, der Verteilung der Veränderungen und deiner Krankheitsgeschichte. Im Gespräch sind unter anderem Beginn und Verlauf, familiäre Vorbelastungen, mögliche Auslöser und Gelenkbeschwerden wichtig. Andere Hautkrankheiten wie Ekzeme oder Pilzinfektionen können ähnlich aussehen und müssen berücksichtigt werden.
Wenn der Befund nicht eindeutig ist, kann eine kleine Hautprobe entnommen und untersucht werden. Eine Hautbiopsie ist nicht immer notwendig. Bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis sind weitere Untersuchungen durch eine geeignete Fachpraxis sinnvoll.
Behandlung von Psoriasis
Welche Therapie geeignet ist, hängt unter anderem von Ausprägung, betroffenen Körperstellen, Begleiterkrankungen und deinen persönlichen Umständen ab. Ziel ist, Entzündung und Beschwerden zu verringern und Schübe zu kontrollieren.
Topische Behandlung
Bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis werden Cremes, Salben oder Lösungen direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Häufig eingesetzt werden entzündungshemmende Kortikosteroide, Vitamin-D3-Derivate wie Calcipotriol sowie Mittel zur Schuppenlösung, etwa Salicylsäure. Harnstoffhaltige, rückfettende Pflege kann die Haut geschmeidiger machen und Schuppen reduzieren. Kortikosteroide solltest du wegen möglicher Nebenwirkungen nur nach ärztlicher Anweisung und nicht länger oder großflächiger als empfohlen anwenden.
Systemische Medikamente und Biologika
Wenn eine äußerliche Behandlung nicht ausreicht oder die Psoriasis stärker ausgeprägt ist, kommen Medikamente infrage, die im ganzen Körper wirken. Dazu gehören unter anderem Methotrexat, Ciclosporin, Retinoide und Apremilast. Biologika blockieren gezielt bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, beispielsweise TNF-alpha, Interleukin-17 oder Interleukin-23. Sie werden meist als Injektion oder Infusion verabreicht und können auch bei Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden.
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Systemische Therapien und Biologika können Nebenwirkungen haben und die Infektanfälligkeit beeinflussen. Vor Beginn werden Nutzen und Risiken abgewogen; während der Behandlung sind ärztliche Kontrollen erforderlich. Sprich über Infektionen, Impfungen, andere Medikamente und neue Beschwerden.
Lichttherapie
Bei der Phototherapie wird medizinisch kontrolliertes UV-Licht eingesetzt. Möglich sind unter anderem Breitband- oder Schmalband-UVB sowie PUVA, bei der Psoralen und UVA kombiniert werden. Die Behandlung sollte überwacht werden, weil UV-Licht unter anderem Sonnenbrand, Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko begünstigen kann. Heimgeräte solltest du nur nach ärztlicher Anleitung verwenden.
Was du selbst tun kannst
Eine konsequente, milde Hautpflege unterstützt die Behandlung. Creme deine Haut regelmäßig mit rückfettenden Produkten ein, besonders nach dem Waschen. Milde Reinigungsprodukte, sanftes Trockentupfen und lockere Kleidung helfen, zusätzliche Reizungen zu vermeiden. Schütze dich vor Sonnenbrand.
Stress kann Schübe begünstigen. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, Bewegung und psychologische Unterstützung können den Umgang mit der Erkrankung erleichtern. Eine ausgewogene Ernährung ist sinnvoll; eine allgemein gültige Psoriasis-Diät gibt es nicht. Beobachte individuelle Zusammenhänge, ohne Lebensmittelgruppen oder Nahrungsergänzungsmittel eigenständig als Therapie einzusetzen. Rauchstopp und weniger Alkohol können ebenfalls hilfreich sein.
Psychische Belastung und Alltag
Sichtbare Hautveränderungen, Juckreiz und die Angst vor Reaktionen anderer können Scham, vermindertes Selbstwertgefühl, Angst oder depressive Beschwerden auslösen. Wenn du dich zurückziehst, dauerhaft niedergeschlagen bist oder dich stark belastet fühlst, sprich mit deiner Arztpraxis oder einer psychotherapeutischen Fachkraft. Selbsthilfegruppen und der Austausch mit anderen Betroffenen können zusätzliche Unterstützung bieten.
Besondere Situationen
Kinder
Bei Kindern kann Psoriasis beispielsweise im Gesicht, in den Beugeseiten oder als hartnäckiger Windelausschlag auftreten. Die Behandlung muss altersgerecht geplant werden. Da Kinder sich häufig kratzen und eine regelmäßige Anwendung von Cremes schwerfallen kann, sind geduldige Unterstützung und ärztliche Begleitung wichtig.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft kann sich Psoriasis verbessern, verschlechtern oder unverändert bleiben. Wenn du schwanger bist, einen Kinderwunsch hast oder stillst, besprich jede Behandlung mit deiner Hautarztpraxis und deiner gynäkologischen Betreuung. Viele Medikamente müssen in dieser Zeit besonders sorgfältig geprüft werden; auch bei Cremes, Lichttherapie, Biologika und Nahrungsergänzungsmitteln ist eine individuelle Beratung nötig. Setze eine bestehende Therapie nicht ohne Rücksprache ab.
Wann du ärztliche Hilfe suchen solltest
Lass neue oder unklare Hautveränderungen ärztlich beurteilen. Vereinbare zeitnah einen Termin bei Gelenkschmerzen, Schwellungen oder ausgeprägter Morgensteifigkeit. Sofortige Hilfe ist bei großflächiger Rötung, starken Schmerzen, Fieber oder rascher Verschlechterung erforderlich.
Psoriasis ist meist nicht heilbar, lässt sich aber häufig wirksam kontrollieren. Eine passende Therapie, regelmäßige Kontrollen und ein Blick auf persönliche Auslöser können dir helfen, Beschwerden und Schübe zu verringern.
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