Eine Periostitis ist eine Entzündung der Knochenhaut, also der Gewebeschicht, die den Knochen umgibt. Häufig entsteht sie durch wiederholte Überlastung, zum Beispiel beim Laufen oder bei Sportarten mit vielen Sprüngen. Auch Verletzungen und selten Infektionen kommen als Auslöser infrage. Typisch sind Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der betroffenen Stelle. Da ähnliche Beschwerden auch bei einem Ermüdungsbruch oder anderen Erkrankungen auftreten können, solltest du anhaltende oder zunehmende Symptome ärztlich abklären lassen.
Was ist eine Periostitis?
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Die Knochenhaut, medizinisch Periost, liegt außen am Knochen. Sie enthält viele Nerven und Blutgefäße und besteht aus einer äußeren faserigen sowie einer inneren, zellreichen Schicht. Das Periost unterstützt unter anderem das Knochenwachstum, die Versorgung und die Reparatur des Knochens. Eine Entzündung kann deshalb sehr schmerzhaft sein.
Besonders häufig betroffen sind Bereiche, an denen Muskeln und Sehnen am Knochen ansetzen. Dazu zählen vor allem das Schienbein, der Fußknöchel und die Hüfte. Im Zusammenhang mit Schmerzen am Schienbein wird auch vom Schienbeinkantensyndrom gesprochen; die genaue Ursache solltest du jedoch medizinisch feststellen lassen. Eine akute Periostitis beginnt eher plötzlich, etwa nach einer Verletzung oder bei einer Infektion. Eine chronische Form entwickelt sich oft schleichend durch wiederholte Belastung.
Symptome: Woran erkennst du eine Knochenhautentzündung?
Die Beschwerden hängen davon ab, wie stark die Entzündung ist und wie du die betroffene Stelle belastest. Häufig treten folgende Symptome auf:
- Schmerzen: Sie können dumpf, stechend oder brennend sein und zunächst nur bei Belastung auftreten.
- Druckempfindlichkeit: Druck auf den betroffenen Knochen verstärkt die Beschwerden häufig.
- Schwellung: Das Gewebe kann verdickt wirken oder sich geschwollen anfühlen.
- Rötung und Wärme: Die Haut über der entzündeten Stelle kann gerötet und wärmer als die Umgebung sein.
- Beschwerden in Ruhe: Bei ausgeprägter Entzündung können Schmerzen auch in Ruhe oder nachts auftreten.
- Missempfindungen: Kribbeln oder Taubheitsgefühle sind möglich, aber nicht typisch für jeden Verlauf.
Wenn die Beschwerden nach Pausen immer wieder zurückkehren, solltest du die Ursache untersuchen lassen. Bei Fieber, starkem Krankheitsgefühl, einer offenen Verletzung oder rasch zunehmenden Schmerzen ist eine zeitnahe medizinische Abklärung besonders wichtig. Eine Infektion kann mit einer Knochenmarkentzündung, der Osteomyelitis, verbunden sein.
Mögliche Ursachen
- Überlastung: Eine zu schnelle Steigerung des Trainings, harte Untergründe, viele Sprünge oder einseitige Belastungen können die Knochenhaut reizen.
- Fehlbelastung: Unpassendes oder abgenutztes Schuhwerk, eine ungünstige Lauftechnik und Fußfehlstellungen können die Belastung verändern.
- Verletzungen: Ein direkter Schlag oder ein anderes Trauma kann eine Entzündung auslösen.
- Infektionen: Bakterien können beispielsweise über eine offene Wunde, nach einer Operation oder im Rahmen einer anderen Infektion in den Körper gelangen. Infektiöse Ursachen sind seltener, müssen aber ernst genommen werden.
- Grunderkrankungen: Rheumatische Erkrankungen oder Diabetes können den Verlauf und die Heilung beeinflussen. Bestimmte Infektionen wie Tuberkulose, Syphilis oder Typhus werden ebenfalls als mögliche Auslöser genannt.
Diagnose: Welche Untersuchungen sind möglich?
Am Anfang stehen deine Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Der Arzt fragt unter anderem nach sportlichen Aktivitäten, früheren Verletzungen und dem zeitlichen Verlauf der Schmerzen. Außerdem tastet er die Stelle ab, prüft die Beweglichkeit und achtet auf Schwellung, Rötung und Wärme.
Bildgebende Verfahren helfen dabei, andere Ursachen auszuschließen. Ein Röntgenbild kann beispielsweise Hinweise auf Stressfrakturen oder andere Knochenveränderungen liefern. Ein MRT stellt Weichteile wie Muskeln und Sehnen detaillierter dar und kann entzündliche Veränderungen sichtbar machen. Je nach Beschwerden kommen außerdem eine Laufanalyse oder weitere Untersuchungen infrage. Zu den möglichen Differenzialdiagnosen gehören Ermüdungsbrüche, das Kompartmentsyndrom und Sehnenentzündungen.
Behandlung der Periostitis
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Ausprägung und Verlauf. Bei einer Überlastungsreaktion steht zunächst die Entlastung im Vordergrund. Pausiere belastende Aktivitäten und kühle die betroffene Stelle bei Bedarf. Lege ein Kühlmittel nicht direkt auf die Haut. Sobald die akuten Beschwerden nachlassen, kann Physiotherapie helfen, Muskulatur und Beweglichkeit gezielt aufzubauen und Fehlbelastungen zu reduzieren.
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können Beschwerden lindern, sind aber keine dauerhafte Lösung und nicht für jede Person geeignet. Lass dich vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke beraten, besonders wenn du andere Medikamente einnimmst oder Vorerkrankungen hast. Bei einer bakteriellen Ursache ist eine gezielte ärztliche Behandlung erforderlich. Eine Operation ist selten und kann erwogen werden, wenn die Beschwerden trotz geeigneter Behandlung nicht abheilen oder eine chronische Entzündung vorliegt.
Alternative Verfahren wie Akupunktur, Kinesio-Taping oder Osteopathie werden teilweise ergänzend eingesetzt. Ihre Eignung und ihr Nutzen sind nicht für jede Methode eindeutig belegt. Besprich solche Anwendungen deshalb vorher mit einer medizinischen Fachperson und ersetze damit keine notwendige Diagnostik oder Behandlung.
Verlauf, Heilungsdauer und Rehabilitation
Die Heilung kann wenige Wochen dauern, sich aber auch über mehrere Monate erstrecken. Entscheidend sind unter anderem die Ursache, die Schwere der Entzündung und die konsequente Entlastung. Wenn du zu früh wieder mit intensivem Training beginnst, können die Beschwerden erneut auftreten oder länger anhalten.
Nach der akuten Phase sollte die Belastung schrittweise gesteigert werden. Physiotherapeutische Dehn-, Kräftigungs- und Koordinationsübungen können den Wiederaufbau unterstützen. Ein individueller Trainingsplan hilft dir, Überlastung zu vermeiden. Treten beim Wiedereinstieg wieder Schmerzen auf, unterbrich die Belastung und lass den Verlauf erneut beurteilen.
Periostitis vorbeugen
- Steigere Trainingsumfang und -intensität langsam.
- Plane regelmäßige Erholungsphasen ein und vermeide einseitige Dauerbelastungen.
- Trage zur Sportart passende, gut sitzende Schuhe und prüfe sie bei deutlichem Verschleiß.
- Wärme dich vor dem Sport auf und baue Kraft, Beweglichkeit und Koordination ausgewogen auf.
- Achte auf Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwellungen und reagiere frühzeitig.
Bei Kindern und älteren Menschen können Beschwerden schwerer einzuordnen sein. Kinder vermeiden möglicherweise bestimmte Bewegungen oder beginnen zu hinken. Bei älteren Menschen sollten Schmerzen nicht automatisch als altersbedingt gelten; Begleiterkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes können die Abklärung und Behandlung beeinflussen.
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Eine Knochenhautentzündung heilt häufig mit Entlastung und einer passenden Behandlung aus. Da die Symptome jedoch nicht eindeutig sind, solltest du bei anhaltenden, wiederkehrenden oder starken Schmerzen ärztlichen Rat einholen.
