Meningitis, auch Hirnhautentzündung genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute. Diese Schichten umgeben Gehirn und Rückenmark. Auslöser können unter anderem Bakterien oder Viren sein, seltener Pilze und Parasiten. Besonders eine bakterielle Meningitis kann sich innerhalb kurzer Zeit schwer entwickeln. Bei entsprechenden Beschwerden brauchst du deshalb sofort medizinische Hilfe.
Welche Symptome hat Meningitis?
Die ersten Beschwerden sind oft unspezifisch und können einer Grippe ähneln. Möglich sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und starke Müdigkeit. Im weiteren Verlauf können typische Warnzeichen hinzukommen:
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starke Kopfschmerzen
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Nackensteifigkeit
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Lichtempfindlichkeit
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Verwirrtheit oder Desorientierung
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Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle
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ein punktförmiger Hautausschlag
Bei einer bakteriellen Meningitis können sich die Symptome innerhalb von Stunden verschlimmern. Ein Ausschlag mit kleinen roten oder violetten Punkten kann insbesondere bei einer Meningokokken-Infektion auftreten, muss aber nicht vorhanden sein. Auch ohne alle typischen Zeichen kann eine Meningitis vorliegen.
Besonderheiten bei Babys und älteren Menschen
Säuglinge und kleine Kinder können Beschwerden nicht immer benennen. Achte auf anhaltendes Schreien, Erbrechen, schlechte Nahrungsaufnahme, ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder eine vorgewölbte Fontanelle. Bei älteren Menschen stehen mitunter Verwirrtheit, ausgeprägte Schwäche oder eine allgemeine Verschlechterung im Vordergrund. Eine Nackensteifigkeit muss in diesen Altersgruppen nicht deutlich sein.
Wann ist Meningitis ein Notfall?
Starke Kopfschmerzen zusammen mit Fieber, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder einer schnellen Verschlechterung müssen sofort abgeklärt werden. Ruf bei Bewusstlosigkeit, Atembeschwerden, Krampfanfällen oder einer deutlichen Verschlechterung den Notruf 112 in Deutschland. Bis Hilfe eintrifft, solltest du die betroffene Person nicht allein lassen, unnötige Bewegungen vermeiden und den Beginn sowie die Entwicklung der Symptome festhalten.
Welche Ursachen gibt es?
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Bakterielle Erreger
Zu den wichtigen bakteriellen Erregern gehören Meningokokken und Pneumokokken. Auch andere Bakterien können eine Hirnhautentzündung auslösen. Die bakterielle Form ist häufig schwerwiegender als die virale und erfordert eine sofortige Behandlung im Krankenhaus.
Virale Erreger
Enteroviren und Herpesviren können ebenfalls eine Meningitis verursachen. Enteroviren kommen häufig vor und führen meist zu anderen, leichteren Infektionen, können aber auch die Hirnhäute betreffen. Herpesviren, zu denen auch die Erreger von Lippenherpes und Windpocken gehören, sind weitere mögliche Auslöser.
Seltene Ursachen und Ansteckung
Pilze und Parasiten sind seltene Ursachen und betreffen eher Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wie ansteckend eine Meningitis ist, hängt vom Erreger ab. Manche Erreger werden über Tröpfchen oder engen Kontakt übertragen, andere über Schmierinfektionen. Eine durch nicht infektiöse Ursachen ausgelöste Meningitis ist in der Regel nicht ansteckend. Enge Kontakte, bestimmte Vorerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem können das Risiko erhöhen.
Wie wird Meningitis diagnostiziert?
Bei Verdacht solltest du direkt ärztliche Hilfe suchen oder eine Notaufnahme aufsuchen. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt den Allgemeinzustand, prüft unter anderem Bewusstsein, Reflexe und Nackenbeweglichkeit und kann Blutuntersuchungen veranlassen. Dabei müssen auch andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden berücksichtigt werden, etwa eine Gehirnentzündung oder andere Infektionen.
Lumbalpunktion und weitere Untersuchungen
Eine zentrale Untersuchung ist die Lumbalpunktion. Dabei wird unter örtlicher Betäubung Nervenwasser aus dem unteren Rücken entnommen und im Labor untersucht. Die Analyse kann Hinweise auf Bakterien oder Viren, Entzündungszellen sowie veränderte Glukose- und Proteinwerte liefern.
Je nach Situation kommen außerdem eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie des Kopfes zum Einsatz. Sie helfen, andere Ursachen auszuschließen oder Komplikationen zu erkennen. Ein Röntgen ist für die Meningitis-Diagnose weniger typisch und kann allenfalls zur Abklärung anderer Erkrankungen sinnvoll sein.
Wie wird Meningitis behandelt?
Bakterielle Meningitis
Bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis beginnt die Behandlung im Krankenhaus in der Regel sofort. Antibiotika werden zunächst so gewählt, dass mehrere mögliche Bakterien erfasst werden. Sobald der Erreger bekannt ist, kann die Therapie angepasst werden. Je nach Situation können zusätzlich entzündungshemmende Medikamente wie Dexamethason, Flüssigkeit, Fieber- und Schmerzbehandlung sowie eine engmaschige Überwachung erforderlich sein. Die konkrete Auswahl und Dauer legt das Behandlungsteam fest.
Die Behandlung kann beispielsweise Cephalosporine wie Cefotaxim oder Ceftriaxon und in bestimmten Situationen Ampicillin umfassen. Bei nachgewiesenen Meningokokken kann eine gezielte Therapie, etwa mit Penicillin G, infrage kommen. Diese Angaben sind keine Anleitung zur Selbstmedikation.
Virale Meningitis
Bei viraler Meningitis richtet sich die Therapie nach dem verursachenden Virus und dem Schweregrad. Antibiotika wirken gegen Viren nicht. Bei Herpesviren kann ein Virostatikum wie Aciclovir eingesetzt werden. Zusätzlich werden Beschwerden wie Schmerzen und Fieber behandelt. Schwere Verläufe oder eine Beteiligung des Gehirns erfordern ebenfalls eine stationäre Behandlung.
Nach der akuten Erkrankung können Kontrolluntersuchungen und Rehabilitation sinnvoll sein. Je nach Beschwerden kommen Physiotherapie, Ergotherapie, Hördiagnostik oder psychologische Unterstützung infrage.
Welche Komplikationen und Spätfolgen sind möglich?
Eine Meningitis kann zu bleibenden Problemen führen. Dazu gehören Hörverlust, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, Krampfanfälle, neurologische Einschränkungen, Lähmungen sowie psychische Beschwerden wie Angst, Depression oder Reizbarkeit. Bei schweren Verläufen können eine Blutvergiftung (Sepsis), eine Hirnschwellung beziehungsweise ein Hirnödem oder Krampfanfälle auftreten. Die Prognose hängt unter anderem vom Erreger, Alter, Gesundheitszustand und dem schnellen Beginn der Behandlung ab.
Auch nach der Genesung solltest du anhaltende Hörprobleme, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme oder psychische Veränderungen ärztlich ansprechen. Eine passende Nachsorge kann helfen, Einschränkungen früh zu erkennen und zu behandeln.
Wie kannst du Meningitis vorbeugen?
Impfungen schützen vor bestimmten bakteriellen Erregern. Dazu gehören Impfungen gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ B (Hib). Welche Impfungen für dich oder dein Kind empfohlen werden, hängt von Alter, Gesundheitszustand, Risikofaktoren und gegebenenfalls Reiseziel ab. Die STIKO-Empfehlungen und der individuelle Impfplan sollten mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
Zusätzlich können regelmäßiges Händewaschen, das Vermeiden des Teilens von Trinkgefäßen und ausreichende Belüftung in Innenräumen die Weitergabe verschiedener Erreger verringern. Bei engem Kontakt zu einer Person mit bestimmten bakteriellen Meningitisformen kann eine medizinisch verordnete vorbeugende Behandlung notwendig sein. Wende dich in diesem Fall umgehend an eine Arztpraxis oder das Gesundheitsamt.
Unterstützung nach der Erkrankung
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Eine Meningitis belastet häufig auch Angehörige. Unterstützung bieten Haus- und Fachärzte, Reha-Einrichtungen, psychologische Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Für die weitere medizinische Versorgung ist es hilfreich, Beschwerden und Befunde zu dokumentieren. Seriöse Informationen erhältst du von medizinischen Fachstellen und behandelnden Teams.
Bei einer akuten Erkrankung ist ein Krankenhausaufenthalt häufig erforderlich. Fragen zu deiner Krankenversicherung oder einer Patientenverfügung solltest du mit der Krankenkasse, einer Beratungsstelle oder medizinischem beziehungsweise rechtlichem Fachpersonal klären.
Wichtig: Meningitis kann anfangs wie eine gewöhnliche Infektion wirken, sich aber rasch verschlimmern. Bei Fieber mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder schneller Verschlechterung brauchst du sofort medizinische Hilfe.
