Bei einer Mitralstenose ist die Mitralklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer verengt. Dadurch kann das Blut nicht ungehindert in die linke Herzkammer fließen. Das Herz und besonders der Lungenkreislauf werden dadurch belastet. Die Beschwerden hängen unter anderem davon ab, wie stark die Klappe verengt ist.
Dieser Überblick ersetzt keine Untersuchung. Wenn du neue oder zunehmende Beschwerden bemerkst, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Bei plötzlich starker Atemnot oder einer Ohnmacht ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.
Was ist eine Mitralstenose?
Die Mitralklappe besteht aus zwei Klappensegeln. Sie öffnet sich, damit Blut vom linken Vorhof in die linke Herzkammer gelangt, und schließt sich anschließend, damit es nicht zurückfließt. Bei einer Mitralstenose ist die Klappenöffnung zu eng. Das Blut staut sich dadurch vor der Klappe zurück, zunächst vor allem in den linken Vorhof und in die Lunge.
Die Mitralstenose unterscheidet sich von einer Mitralinsuffizienz. Bei der Insuffizienz schließt die Klappe nicht dicht und Blut fließt zurück; bei der Stenose ist die Klappe verengt.
Symptome der Mitralstenose
Eine leichte Mitralstenose kann lange unbemerkt bleiben. Treten Beschwerden auf, zeigen sie sich häufig zunächst bei körperlicher Belastung:
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Atemnot bei Anstrengung, später möglicherweise auch in Ruhe
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Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit
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Schwindel oder Ohnmacht
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Herzrasen, Herzstolpern oder ein unregelmäßiger Herzschlag
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Wassereinlagerungen an Beinen und Knöcheln
Vorhofflimmern kann als Herzrhythmusstörung auftreten. Neue, sich verschlimmernde oder ungewöhnliche Beschwerden solltest du nicht selbst zuordnen, sondern medizinisch untersuchen lassen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die wichtigste Ursache ist ein früheres rheumatisches Fieber. Dabei kann eine Streptokokken-Infektion, insbesondere im Hals, eine Entzündungsreaktion auslösen. Werden die Herzklappen dabei geschädigt, können Vernarbungen entstehen, die sich erst Jahre oder Jahrzehnte später als Mitralstenose bemerkbar machen.
Weitere, im Ausgangstext genannte Ursachen sind altersbedingte Verkalkungen und degenerative Veränderungen, seltene angeborene Fehlbildungen sowie eine Schädigung der Herzklappe durch andere Herzerkrankungen, Infektionen oder Entzündungen. Angeborene Formen sind selten und benötigen gegebenenfalls eine Betreuung in spezialisierten Zentren. Frauen, ältere Menschen und Personen mit durchgemachtem rheumatischem Fieber können häufiger betroffen sein.
Wie wird eine Mitralstenose diagnostiziert?
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Am Anfang stehen deine Beschwerden, deine Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Beim Abhören kann ein typisches Herzgeräusch auffallen. Zusätzlich können Hinweise auf Flüssigkeit in der Lunge oder Wassereinlagerungen bestehen.
Die wichtigste Untersuchung ist die Echokardiographie, also ein Herzultraschall. Bei der transthorakalen Echokardiographie wird der Schallkopf auf die Brust gesetzt. Reichen die Bilder nicht aus, kann eine transösophageale Echokardiographie erforderlich sein. Dabei wird der Schallkopf über die Speiseröhre näher an das Herz gebracht. Die Untersuchung zeigt unter anderem die Struktur der Mitralklappe, den Grad der Verengung und die Herzfunktion.
Ein EKG erkennt elektrische Auffälligkeiten und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, diagnostiziert die Mitralstenose allein aber nicht. Ein Röntgenbild des Brustkorbs kann Hinweise auf ein vergrößertes Herz oder Flüssigkeit in der Lunge geben. Belastungstests helfen, Beschwerden zu beurteilen, die in Ruhe nicht sichtbar sind.
Schweregrade
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden meist leichte, mittelschwere und schwere Formen. Entscheidend sind unter anderem die Größe der Klappenöffnung, der Blutfluss durch die Klappe sowie die Auswirkungen auf Herz und Lunge. Eine leichte Stenose verursacht oft nur bei starker Belastung Beschwerden; eine schwere Form kann die Belastbarkeit deutlich einschränken und Atemnot bereits bei geringer Belastung oder in Ruhe auslösen.
Behandlung der Mitralstenose
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad, den Beschwerden, der Beschaffenheit der Klappe und möglichen Begleiterkrankungen. Eine leichte, beschwerdearme Mitralstenose kann zunächst regelmäßig kontrolliert werden.
Medikamente
Medikamente beseitigen die Verengung nicht, können aber Folgen und Beschwerden lindern. Diuretika helfen bei Wassereinlagerungen. Beta-Blocker können die Herzfrequenz senken. Bei Vorhofflimmern oder einem erhöhten Risiko für Blutgerinnsel können Antikoagulanzien verordnet werden. Diese erhöhen das Blutungsrisiko und müssen genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen und kontrolliert werden. Welche Medikamente geeignet sind, hängt von deiner individuellen Situation ab.
Ballonvalvuloplastie
Bei einer Mitralklappenvalvuloplastie, auch perkutane Mitralklappenkommissurotomie genannt, wird ein Katheter meist über ein Blutgefäß bis zum Herzen geführt. Ein Ballon an der Katheterspitze wird in der verengten Klappe aufgeblasen, um die Öffnung zu erweitern.
Das Verfahren ist weniger invasiv als eine offene Operation, kommt aber nicht für alle Betroffenen infrage. Mögliche Risiken sind Blutungen oder Infektionen an der Einstichstelle, Schäden an Klappe oder Gefäßen, Herzrhythmusstörungen und selten ein Schlaganfall. Die Klappe kann sich später erneut verengen. Nach dem Eingriff sind ärztliche Kontrollen erforderlich.
Chirurgischer Klappenersatz
Wenn die Klappe stark verändert ist oder eine Ballonaufdehnung nicht möglich beziehungsweise nicht ausreichend ist, kann ein chirurgischer Mitralklappenersatz notwendig werden. Dabei wird die erkrankte Klappe durch eine mechanische oder biologische Prothese ersetzt. Mechanische Klappen sind langlebig, erfordern jedoch in der Regel eine lebenslange Blutverdünnung. Biologische Klappen bestehen aus tierischem Gewebe und haben eine begrenzte Haltbarkeit. Die Entscheidung hängt unter anderem von Alter, Lebensstil und weiteren gesundheitlichen Faktoren ab.
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken, beispielsweise Blutungen, Infektionen, Herzrhythmusstörungen oder Probleme mit der Prothese. Über den konkreten Ablauf, die Erfolgsaussichten und die Erholungszeit klärt dich das Behandlungsteam auf.
Lebensstil und Nachsorge
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Eine gesunde Lebensweise kann den Umgang mit der Erkrankung unterstützen, ersetzt aber keine Behandlung. Eine ausgewogene, möglichst salzarme Ernährung kann bei Wassereinlagerungen sinnvoll sein. Bewegung sollte an deine Belastbarkeit angepasst und mit dem Arzt abgestimmt werden. Wenn du kurzatmig oder ungewöhnlich erschöpft bist, solltest du pausieren. Rauchst du, kann eine Rauchstoppberatung hilfreich sein; auch beim Alkoholkonsum solltest du dich ärztlich beraten lassen.
Regelmäßige Kontrollen ermöglichen es, Veränderungen früh zu erkennen. Dazu können Echokardiogramme, EKGs und je nach Verlauf weitere Untersuchungen gehören. Nimm verordnete Medikamente zuverlässig ein und besprich Nebenwirkungen oder neue Beschwerden frühzeitig mit deinem Arzt.
Mögliche Komplikationen und Prognose
Unbehandelt oder fortschreitend kann eine Mitralstenose zu Vorhofflimmern und anderen Herzrhythmusstörungen, Blutgerinnseln und einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen. Möglich sind außerdem ein Lungenödem oder eine Herzinsuffizienz mit Atemnot, Müdigkeit und Beinschwellungen. Eine geschädigte Herzklappe kann anfälliger für eine Endokarditis sein.
Die langfristige Aussicht hängt vom Schweregrad, deinem allgemeinen Gesundheitszustand und der Behandlung ab. Eine konsequente Nachsorge hilft, den Verlauf zu überwachen und die Therapie rechtzeitig anzupassen. Bei Fragen zu einer möglichen Mitralstenose findest du über den Beitrag Mitralstenose keine Diagnose: Entscheidend ist die Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt.
Vorbeugung
Eine Mitralstenose lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Wichtig ist, Streptokokken-Infektionen nach ärztlicher Diagnose konsequent behandeln zu lassen, um rheumatisches Fieber vorzubeugen. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen können Herzerkrankungen frühzeitig erkennen. Ein vollständiger Impfschutz und eine herzgesunde Lebensweise unterstützen die allgemeine Gesundheitsvorsorge.
