Nagelpilz, medizinisch Onychomykose, ist eine Pilzinfektion des Nagels. Meist sind die Zehennägel betroffen, weil es in Schuhen warm und feucht ist. Die Infektion entwickelt sich oft langsam. Eine frühe Abklärung ist sinnvoll, denn nicht jede Verfärbung oder Verdickung bedeutet automatisch Nagelpilz.
Nagelpilz: Symptome erkennen
Am Anfang fällt häufig nur eine kleine Veränderung am Nagel auf. Typische Anzeichen sind:
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weiße, gelbliche oder bräunliche Verfärbungen
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ein Verlust des natürlichen Glanzes
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verdickte, verformte oder schwer zu schneidende Nägel
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brüchige, rissige oder splittrige Nagelplatten
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eine Ablösung des Nagels vom Nagelbett (Onycholyse)
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Druckgefühl oder Schmerzen, besonders in engen Schuhen
Die Veränderungen beginnen oft am freien Rand oder an einer Seite des Nagels und breiten sich weiter aus. Unbehandelt kann sich der Nagel teilweise oder vollständig ablösen. Bei Beschwerden oder einer zunehmenden Veränderung solltest du ärztlichen Rat einholen.
Ursachen und Risikofaktoren
Nagelpilz wird häufig durch Dermatophyten verursacht. Diese Pilze nutzen Keratin, einen wichtigen Bestandteil von Haut und Nägeln. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen ihre Vermehrung. Kleine Verletzungen am Nagel oder an der umgebenden Haut können das Eindringen erleichtern.
Das Risiko steigt unter anderem bei:
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häufigem Schwitzen in geschlossenen oder engen Schuhen
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Besuchen von öffentlichen Duschen, Schwimmbädern, Saunen und Umkleideräumen
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kleinen Verletzungen oder Druckstellen an den Nägeln
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höherem Alter, wenn Nägel langsamer wachsen
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Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem
Fußpilz kann auf den Nagel übergehen. Deshalb solltest du eine Pilzinfektion der Haut konsequent behandeln und nicht abwarten.
Wie wird Nagelpilz diagnostiziert?
Das typische Aussehen kann einen ersten Verdacht begründen. Eine sichere Diagnose allein anhand eines Fotos oder des Erscheinungsbilds ist jedoch nicht immer möglich, weil beispielsweise Schuppenflechte oder Ekzeme ähnliche Veränderungen verursachen können.
Die Ärztin oder der Arzt kann deshalb Nagelmaterial beziehungsweise Nagelspäne entnehmen und im Labor untersuchen lassen. So lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein Pilz vorliegt und welche Behandlung infrage kommt. Im Ausgangstext wird darauf hingewiesen, dass vor der Probeentnahme vier Wochen lang keine Antipilzmittel angewendet werden sollten, weil sie das Ergebnis verfälschen können. Besprich das Vorgehen mit deiner Arztpraxis.
Besonders wichtig ist eine Abklärung, wenn mehrere Nägel betroffen sind, sich der Befall ausbreitet, Schmerzen auftreten oder du Diabetes, eine Durchblutungsstörung oder ein geschwächtes Immunsystem hast.
Behandlung von Nagelpilz
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Äußerliche Mittel
Bei einem begrenzten Befall können medizinische Nagellacke, Lösungen oder andere äußerlich anzuwendende Antipilzmittel eingesetzt werden. Du trägst sie direkt auf den betroffenen Nagel auf. Die Anwendung muss regelmäßig und meist über mehrere Monate erfolgen. Halte dich an die Packungsbeilage oder die ärztliche Anweisung. Je nach Präparat kann es sinnvoll sein, verdickte Nagelstellen vorsichtig zu bearbeiten; dabei solltest du die Infektion nicht über Nagelscheren oder Feilen weiterverbreiten.
Tabletten
Bei einem ausgedehnten oder hartnäckigen Befall können verschreibungspflichtige Antipilzmittel zum Einnehmen infrage kommen. Sie wirken im Körper und müssen regelmäßig nach ärztlicher Vorgabe eingenommen werden. Sprich vor Beginn über mögliche Nebenwirkungen, andere Medikamente und bestehende Erkrankungen.
Weitere Verfahren und Behandlungsdauer
Eine operative teilweise oder vollständige Entfernung des betroffenen Nagels ist nur in seltenen Ausnahmefällen eine Option, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend helfen. Unabhängig von der Methode dauert die Behandlung häufig mehrere Monate. Der Grund: Der befallene Nagel muss herauswachsen. Auch wenn die Infektion bereits behandelt ist, kann der Nagel daher noch längere Zeit verändert aussehen.
Hausmittel
Teebaumöl, Essig, Backpulver, Knoblauch oder Zitronensaft werden häufig als Hausmittel genannt. Ihre Wirksamkeit gegen Nagelpilz ist jedoch nicht ausreichend belegt. Sie ersetzen in der Regel keine medizinische Behandlung und können Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen. Wenn du ein Hausmittel ausprobieren möchtest, kläre das besonders bei empfindlicher Haut, Schwangerschaft, Kindern oder bestehenden Erkrankungen vorher ärztlich ab.
Nagelpilz bei Kindern, Diabetes und Schwangerschaft
Auch Kinder können Nagelpilz bekommen, etwa durch Kontakte in Schwimmbädern oder Sportvereinen. Die Behandlung sollte immer mit einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt abgestimmt werden, weil nicht jedes Präparat für Kinder geeignet ist.
Bei Diabetes können Durchblutungs- oder Empfindlichkeitsstörungen dazu führen, dass Veränderungen später bemerkt werden. Druck durch verdickte Nägel kann außerdem problematisch sein. Kontrolliere deine Füße regelmäßig und lasse verdächtige Stellen zeitnah ärztlich beurteilen.
In der Schwangerschaft solltest du Antipilzmittel nicht eigenständig anwenden. Besonders Medikamente zum Einnehmen kommen nicht ohne ärztliche Prüfung infrage. Lass die Nagelveränderung abklären und besprich eine geeignete äußerliche Behandlung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Nagelpilz vorbeugen
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Wasche deine Füße regelmäßig und trockne sie gründlich ab, vor allem zwischen den Zehen.
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Trage in öffentlichen Duschen, Schwimmbädern, Saunen und Umkleiden Badeschuhe.
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Wechsle verschwitzte Socken und lasse Schuhe vollständig trocknen und auslüften.
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Vermeide enge Schuhe und Druckstellen.
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Teile Handtücher, Schuhe, Nagelscheren und Feilen nicht mit anderen.
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Reinige beziehungsweise desinfiziere Nagelpflegeinstrumente regelmäßig und verwende bei einem Befall möglichst Einwegfeilen.
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Behandle Fußpilz frühzeitig, damit er sich nicht auf die Nägel ausbreitet.
Auch nach erfolgreicher Behandlung solltest du diese Maßnahmen beibehalten, weil ein erneuter Befall möglich ist. Kontrolliere deine Nägel regelmäßig und lass neue Verfärbungen, Verdickungen oder brüchige Stellen abklären.
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Nagelpilz ist meist behandelbar, erfordert aber Geduld und Konsequenz. Wenn du unsicher bist, Schmerzen hast oder zu einer Risikogruppe gehörst, solltest du nicht allein experimentieren, sondern eine ärztliche Diagnose und einen passenden Behandlungsplan einholen.
