Diarrhoe, meist Durchfall genannt, bedeutet häufigen, meist flüssigen Stuhlgang. Die Auslöser reichen von Magen-Darm-Infektionen über Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Medikamente bis zu chronischen Darmerkrankungen oder Stress. Entscheidend ist, wie lange die Beschwerden dauern und ob Warnzeichen hinzukommen.
Symptome und Warnzeichen
Typisch sind häufiger, wässriger oder breiiger Stuhlgang, Stuhldrang und Bauchkrämpfe. Begleitend können Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Fieber, Abgeschlagenheit oder Bauchschmerzen auftreten. Bei länger anhaltendem Durchfall kann die Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen beeinträchtigt sein.
Eine wichtige Komplikation ist der Verlust von Wasser und Elektrolyten. Achte auf starken Durst, einen trockenen Mund, dunklen oder deutlich selteneren Urin, Schwindel, Müdigkeit oder Verwirrtheit. Bei Kindern und älteren Menschen kann eine Austrocknung schneller gefährlich werden.
Du solltest ärztliche Hilfe suchen, wenn Blut oder schwarzer Stuhl auftritt, hohes Fieber, starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, deutliche Schwäche, Verwirrtheit oder Ohnmacht hinzukommen. Das gilt auch, wenn der Durchfall länger als einige Tage anhält oder du chronisch krank bist, Medikamente einnimmst, schwanger bist oder ein geschwächtes Immunsystem hast. Chronischer Durchfall sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.
Akuter oder chronischer Durchfall?
Akute Diarrhoe beginnt meist plötzlich und klingt häufig innerhalb weniger Tage ab, etwa nach einer Infektion oder verdorbenem Essen. Von chronischer Diarrhoe wird im Ausgangstext bei Beschwerden über mindestens vier Wochen gesprochen. Mögliche Ursachen sind unter anderem Reizdarmsyndrom, Laktose- oder Fruktoseintoleranz, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.
Bei chronischem Durchfall können Gewichtsverlust, Mangelernährung und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität auftreten. Ein Symptom- oder Ernährungstagebuch kann dir helfen, Zusammenhänge mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Stress zu erkennen. Es ersetzt jedoch keine Untersuchung.
Mögliche Ursachen
Infektionen und Lebensmittel
Häufige infektiöse Auslöser sind Viren wie Noro- oder Rotaviren, Bakterien wie Salmonellen, bestimmte E.-coli-Stämme und Campylobacter sowie seltener Parasiten wie Giardien. Auch Lebensmittelvergiftungen durch verunreinigte oder verdorbene Speisen können rasch starken Durchfall verursachen.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen oft wiederholt nach bestimmten Speisen zu Beschwerden. Bei Laktoseintoleranz können neben Durchfall Blähungen und Bauchschmerzen auftreten. Zöliakie ist eine weitere mögliche Ursache und sollte ärztlich diagnostiziert werden, bevor du Gluten dauerhaft aus deiner Ernährung streichst.
Medikamente, Stress und Darmerkrankungen
Antibiotika können die Zusammensetzung der Darmflora verändern und selbst Durchfall auslösen. Auch Abführmittel und manche Schmerzmittel kommen als Auslöser infrage. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprich Nebenwirkungen mit deiner Arztpraxis oder Apotheke.
Stress und Angst können die Darmbewegung beeinflussen und Beschwerden auslösen oder verstärken. Bei wiederkehrenden Symptomen können neben der körperlichen Abklärung auch Stressmanagement, Entspannungstechniken oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.
Was bei akutem Durchfall hilft
Am wichtigsten ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Trinke regelmäßig kleine Schlucke. Wasser, ungesüßter Tee, Brühe und vor allem fertige Elektrolytlösungen aus der Apotheke können geeignet sein. Wenn du stark erbrichst oder kaum Flüssigkeit behalten kannst, brauchst du medizinische Hilfe.
Iss kleine Portionen, sobald du Appetit hast. Zwieback, Reis, Bananen oder geriebener Apfel werden häufig besser vertragen. Fettige und stark gewürzte Speisen, Alkohol und koffeinhaltige Getränke können die Beschwerden verstärken. Milchprodukte solltest du nur meiden, wenn du sie während der Beschwerden schlecht verträgst oder eine Unverträglichkeit bekannt ist.
Loperamid kann die Darmbewegung bremsen, ist aber nicht bei Fieber oder blutigem Stuhl geeignet. Antibiotika sind nur bei bestimmten Ursachen notwendig und sollten nicht ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden. Probiotika können in einzelnen Situationen, etwa nach einer Antibiotikabehandlung, erwogen werden; die Wirkung hängt vom jeweiligen Präparat ab.
Diagnose und Behandlung
Bei der Abklärung fragt die Ärztin oder der Arzt nach Beginn, Häufigkeit und Aussehen des Stuhls, Begleitsymptomen, Reisen, Vorerkrankungen und Medikamenten. Es folgt eine körperliche Untersuchung. Je nach Verlauf können Stuhlproben auf Bakterien, Viren oder Parasiten untersucht werden. Bluttests geben unter anderem Hinweise auf Entzündung, Elektrolytstörungen sowie die Nieren- und Leberfunktion.
Bei bestimmten Fragestellungen kommen Ultraschall, Röntgen oder Computertomografie infrage. Eine Koloskopie kann Veränderungen wie Entzündungen oder Geschwüre sichtbar machen und die Entnahme von Gewebeproben ermöglichen. Die Therapie richtet sich anschließend nach der Ursache: Sie kann von Flüssigkeitsersatz und Ernährungsanpassung bis zu einer gezielten Behandlung von Infektionen, Unverträglichkeiten oder chronischen Darmerkrankungen reichen.
Besondere Situationen
Kinder und ältere Menschen
Bei Kindern zählen häufige wässrige Stühle, Erbrechen, Fieber, wenig Urin, ein trockener Mund, fehlende Tränen oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit zu wichtigen Beobachtungspunkten. Säuglinge, Kinder mit Austrocknungszeichen und Kinder mit Blut im Stuhl, hohem Fieber oder länger anhaltendem Durchfall sollten ärztlich beurteilt werden. Gestillte Babys sollten grundsätzlich weiter gestillt werden; kleine, häufige Mengen Flüssigkeit können bei Erbrechen besser verträglich sein.
Bei älteren Menschen erhöhen mehrere Medikamente, Vorerkrankungen und ein vermindertes Durstgefühl das Risiko einer Austrocknung. Lass Medikamente auf mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen prüfen und achte auch ohne ausgeprägten Durst auf regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme.
Reisedurchfall
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Reisedurchfall entsteht häufig durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Leitungswasser, Eiswürfel, rohes Gemüse, Salat und unzureichend gekühlte Meeresfrüchte können je nach Reiseziel ein Risiko darstellen. Eine einfache Regel lautet: Koch es, schäl es oder vergiss es. Wasche deine Hände regelmäßig und trinke nur sicheres beziehungsweise abgefülltes Wasser. Hält der Durchfall nach einer Reise an oder treten Fieber und Blut im Stuhl auf, solltest du dich untersuchen lassen. Reisediarrhoe kann je nach Erreger eine gezielte Behandlung erfordern.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können wiederkehrenden oder blutigen Durchfall, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Fieber und Müdigkeit verursachen. Bei Colitis ulcerosa betreffen die Entzündungen vor allem Dickdarm und Mastdarm; Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen. Die Diagnose stützt sich auf Gespräch, Untersuchung, Blut- und Stuhltests sowie häufig eine Koloskopie mit Biopsie. Die Behandlung erfolgt langfristig ärztlich und kann entzündungshemmende Medikamente, Immunsuppressiva, Biologika oder bei Komplikationen eine Operation umfassen.
Hygiene und Nachsorge
Wasche dir nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich die Hände. Bereite Lebensmittel sauber zu, lagere sie richtig und vermeide bei ansteckenden Magen-Darm-Infekten engen Kontakt zu anderen. Nach abgeklungenem akutem Durchfall kannst du die Ernährung schrittweise normalisieren. Bleiben Beschwerden zurück oder kehren sie wieder, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.
Auch Scham und Rückzug sind bei chronischem Durchfall häufige Belastungen. Sprich offen mit deiner Arztpraxis und hole dir Unterstützung, wenn Angst, Stress oder die Einschränkung deines Alltags zunehmen. Informationen zu Krankenversicherung und Versorgung können außerdem wichtig sein, wenn du für die Abklärung oder Behandlung Hilfe benötigst.
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