Gesundheitslexikon

Hantafieber: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Hantafieber: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

5 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Hantafieber, auch Hantavirose genannt, wird durch Hantaviren verursacht. Die Viren kommen vor allem bei Nagetieren vor und können über deren Urin, Kot oder Speichel auf den Menschen übertragen werden. In Deutschland ist das Puumala-Virus der häufigste Erreger. Die Erkrankung verläuft oft mild, kann aber die Nieren oder – je nach Virustyp – die Lunge schwer beeinträchtigen.

Was ist Hantafieber?

Hantafieber umfasst verschiedene Krankheitsbilder, die durch Hantaviren ausgelöst werden. In Europa steht meist die Nierenbeteiligung im Vordergrund. Die entsprechende Form wird als Nephropathia epidemica (NE) bezeichnet und gilt als mildere Ausprägung des hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS). In Nord- und Südamerika treten dagegen Hantaviren auf, die ein Hantavirus-induziertes pulmonales Syndrom (HPS) beziehungsweise Hantavirus Cardiopulmonary Syndrome (HCPS) verursachen können.

Weitere Bezeichnungen sind Hantafieber und Hantavirose. Die Begriffe HFRS, NE sowie HPS oder HCPS beschreiben je nach Virustyp und Region unterschiedliche Krankheitsverläufe.

Ursachen und Übertragung

Hantaviren: Doctor examining a patient in a clinical environment.

Die wichtigste Ansteckungsquelle sind infizierte Nagetiere. Beim Aufwirbeln von Staub können kleinste Partikel aus getrocknetem Urin, Kot oder Speichel in die Atemwege gelangen. Ein Risiko besteht deshalb beispielsweise beim Reinigen von Kellern, Schuppen, Dachböden, Gartenhäusern oder unbewohnten Gebäuden. Auch direkter Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen kann zur Infektion führen; ein Biss ist ein seltener Übertragungsweg.

In Deutschland sind vor allem das Puumala-Virus und das Dobrava-Belgrad-Virus relevant. Das Puumala-Virus wird häufig von Rötelmäusen übertragen und verursacht meist eine Nephropathia epidemica. Das Dobrava-Belgrad-Virus kommt seltener vor, kann aber schwerere Verläufe auslösen. Die Zahl der Erkrankungen schwankt von Jahr zu Jahr und hängt unter anderem von der Größe der Nagetierpopulationen und den Umweltbedingungen ab.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei den in Deutschland typischen Hantaviren nicht der übliche Ansteckungsweg. Ein erhöhtes Risiko haben unter anderem Menschen, die in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten, jagen, campen oder regelmäßig Gebäude mit möglichem Nagetierbefall reinigen.

Symptome und Verlauf

Die Inkubationszeit beträgt meist etwa zwei bis vier Wochen. Danach beginnen die Beschwerden häufig plötzlich und ähneln zunächst einer Grippe:

  • Fieber

  • Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen

  • Bauchschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Sehstörungen

Bei der in Europa häufigen Nierenform können nach einigen Tagen starke Flanken- oder Rückenschmerzen, Blutdruckveränderungen und eine deutlich verminderte Urinausscheidung hinzukommen. In schweren Fällen kann es zu einer akuten Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen kommen.

HPS und HCPS betreffen vor allem die Lunge. Typische Warnzeichen sind Husten, Atemnot, Flüssigkeit in der Lunge und ein niedriger Blutdruck. Diese Verläufe können sich rasch verschlechtern und erfordern eine intensivmedizinische Behandlung.

Bei Fieber und grippeähnlichen Beschwerden nach Kontakt mit Nagetieren solltest du ärztlichen Rat einholen und den möglichen Kontakt ausdrücklich erwähnen. Atemnot, Kreislaufprobleme, starke Flanken- oder Rückenschmerzen sowie eine deutlich geringere Urinmenge müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden.

Diagnose

Hantafieber lässt sich anhand der Beschwerden allein nicht sicher erkennen. Für die Einschätzung fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach Aufenthalten in Risikogebieten, Reinigungsarbeiten und Kontakt zu Nagetieren. Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Infektion und auf eine mögliche Nierenbeteiligung liefern.

Zur Bestätigung kommen vor allem Antikörpertests infrage. IgM-Antikörper treten typischerweise früh auf, während IgG-Antikörper länger nachweisbar bleiben und auf einen früheren Kontakt hinweisen können. Ein PCR-Test kann das Erbgut des Virus direkt nachweisen und ist besonders in frühen Krankheitsphasen relevant. Je nach Beschwerden müssen auch andere Erkrankungen wie Influenza, eine Nierenbeckenentzündung oder Leptospirose ausgeschlossen werden. Einen Link zu weiteren medizinischen Informationen findest du unter Hantavirus.

Behandlung

Eine allgemein wirksame spezifische Therapie gegen Hantafieber gibt es nicht. Die Behandlung richtet sich nach dem Verlauf und konzentriert sich auf die Überwachung und Unterstützung wichtiger Körperfunktionen. Dazu gehören ärztlich kontrollierte Flüssigkeits- und Kreislauftherapie, die Behandlung von Fieber und Schmerzen sowie die Kontrolle von Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Nierenfunktion.

Bei einem schweren Verlauf können Sauerstoffgabe, intensivmedizinische Überwachung oder eine maschinelle Beatmung erforderlich sein. Wenn die Nieren vorübergehend versagen, kann eine Dialyse notwendig werden. Ribavirin wird bei Hantavirus-Infektionen als mögliche Therapieoption diskutiert, ist aber nicht in allen Fällen angezeigt und sollte nur nach ärztlicher Entscheidung eingesetzt werden. Medikamente solltest du nicht eigenständig zur Behandlung vermuteten Hantafiebers einnehmen.

Prognose und mögliche Folgen

Die Prognose hängt vom Virustyp, vom Schweregrad und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die in Europa häufige Nephropathia epidemica verläuft meist ohne bleibende Schäden; die Sterblichkeit wird in der Ausgangsinformation mit unter einem Prozent angegeben. HPS und HCPS sind deutlich gefährlicher und können insbesondere durch akutes Lungenversagen lebensbedrohlich werden. Für schwere Verläufe werden deutlich höhere Sterblichkeitsraten beschrieben.

Nach der akuten Erkrankung können Müdigkeit, Muskelschmerzen oder vorübergehende Nierenfunktionsstörungen bestehen bleiben. Bei einzelnen Betroffenen treten länger anhaltende Beschwerden auf. Ob und welche Nachkontrollen sinnvoll sind, hängt vom Krankheitsverlauf ab und sollte ärztlich festgelegt werden. Nach einer Infektion besteht in der Regel eine Immunität gegen den auslösenden Virustyp, nicht jedoch automatisch gegen alle Hantaviren.

Vorbeugung

Der wichtigste Schutz besteht darin, Kontakt mit Nagetieren und ihren Ausscheidungen zu vermeiden:

  • Verschließe Spalten und Öffnungen, durch die Mäuse oder Ratten ins Gebäude gelangen können.

  • Bewahre Lebensmittel und Tierfutter in dicht verschlossenen Behältern auf und entferne Essensreste.

  • Vermeide bei Reinigungsarbeiten in möglicherweise befallenen Räumen das Aufwirbeln von Staub.

  • Trage bei solchen Arbeiten geeignete Schutzkleidung und – sofern empfohlen – Atemschutz.

  • Wasche dir nach dem Aufenthalt in belasteten Bereichen gründlich die Hände.

Wenn du einen Keller, Schuppen oder ein Gartenhaus mit möglichem Nagetierbefall reinigen musst, solltest du besonders vorsichtig vorgehen und die örtlichen Empfehlungen zum Infektionsschutz beachten. Eine Impfung gegen Hantaviren steht derzeit nicht zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut erfasst Erkrankungsfälle und veröffentlicht Informationen zu regionalen Risiken. Für medizinische Informationen und zur Vorbereitung auf eine Reise kann auch die medizinische Versorgung am Zielort relevant sein.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support