Rückfallfieber ist eine bakterielle Infektion durch Borrelien. Charakteristisch sind plötzlich einsetzende Fieberschübe, die nach einigen Tagen wieder abklingen und später erneut auftreten können. Die Erkrankung kann schwer verlaufen. Bei hohem oder wiederkehrendem Fieber nach einer Reise in ein Risikogebiet solltest du deshalb umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Wichtige Erkenntnisse
- Erreger sind verschiedene Borrelienarten, darunter Borrelia recurrentis und Borrelia duttoni.
- Die Übertragung erfolgt je nach Form vor allem durch Kleiderläuse oder Zecken.
- Typische Beschwerden sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.
- Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, Untersuchung und Bluttests.
- Antibiotika bilden die zentrale Behandlung.
Symptome von Rückfallfieber
Die Beschwerden beginnen häufig plötzlich. Typisch sind hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Auch ausgeprägte Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen können auftreten. Das Fieber hält meist mehrere Tage an, fällt wieder ab und kann nach einer fieberfreien Phase erneut einsetzen. Dieser wiederkehrende Verlauf erklärt den Namen der Erkrankung.
Hautausschlag oder Hautrötungen sind möglich, aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden. In schweren Fällen kann das Nervensystem beteiligt sein. Warnzeichen sind starke Kopfschmerzen mit Nackensteife, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder andere neurologische Auffälligkeiten. Unbehandelt können außerdem Herz-, Leber- oder Nierenprobleme entstehen. Bei solchen Symptomen ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.
Ursachen und Übertragung

Rückfallfieber wird durch Borrelien verursacht. Borrelia recurrentis steht typischerweise mit der Übertragung durch Kleiderläuse in Verbindung. Andere Borrelienarten werden durch Zecken übertragen. Die Bakterien können ihre Oberflächenmerkmale verändern. Dadurch entgehen sie der Immunabwehr teilweise, was die wiederkehrenden Fieberschübe begünstigt.
Das Risiko steigt bei beengten und hygienisch belasteten Lebensbedingungen, bei Läusebefall sowie bei Aufenthalten in Regionen, in denen Rückfallfieber vorkommt. Auch Reisen in Endemiegebiete und beruflicher Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe können relevant sein. Welche Übertragungswege tatsächlich eine Rolle spielen, hängt vom Erregertyp und der Region ab.
Diagnose
Informiere die Ärztin oder den Arzt über kürzliche Reisen, mögliche Zecken- oder Läusekontakte, wiederkehrende Fieberschübe und den Beginn der Beschwerden. Bei der Untersuchung werden unter anderem Kreislauf, Haut, Herz, Lunge und Bauch beurteilt. Da sich Rückfallfieber mit Malaria, Typhus, Leptospirose oder anderen Infektionen überschneiden kann, müssen diese Ursachen ebenfalls berücksichtigt werden.
Ein Blutausstrich kann Borrelien besonders während einer Fieberattacke sichtbar machen. Je nach Situation kommen wiederholte Blutuntersuchungen oder molekulare Verfahren wie die PCR infrage. Serologische Tests können die Diagnostik ergänzen, sind aber insbesondere in frühen Krankheitsphasen nicht immer eindeutig. Die Auswahl und Bewertung der Tests gehört in ärztliche Hand.
Behandlung von Rückfallfieber
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Welcher Wirkstoff, welche Dosierung und welche Behandlungsdauer geeignet sind, hängt unter anderem von Erreger, Krankheitsverlauf, Begleiterkrankungen und möglichen Koinfektionen ab. Nimm Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung und befolge die Anweisungen vollständig. Setze die Behandlung nicht eigenständig ab, auch wenn das Fieber nachlässt.
Zusätzlich können Ruhe und ausreichendes Trinken helfen, den Körper zu unterstützen. Fiebersenkende Medikamente solltest du nur entsprechend der Packungsinformation oder ärztlichen Empfehlung einnehmen. Bei schweren Verläufen oder Komplikationen kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig sein. Nach Therapiebeginn kann vorübergehend eine ausgeprägte Reaktion mit Fieber und Schüttelfrost auftreten; informiere das medizinische Behandlungsteam darüber.
Vorbeugung
Nach dem Ausgangstext steht derzeit keine Impfung gegen Rückfallfieber zur Verfügung. Der Schutz konzentriert sich daher auf die Vermeidung von Läuse- und Zeckenkontakten sowie auf gute Hygiene:
- Trage in zeckenreichen Gebieten lange Kleidung und kontrolliere deinen Körper nach dem Aufenthalt im Freien.
- Nutze geeignete Repellents nach Anleitung und beachte regionale Empfehlungen.
- Achte auf Körper- und Wäschehygiene und vermeide den Austausch von Kleidung oder Bettwäsche bei möglichem Läusebefall.
- Informiere dich vor Reisen über die Gesundheitslage und sprich bei besonderen Risiken mit einer reisemedizinischen Stelle.
Bei wiederkehrendem Fieber nach einer Reise oder möglichem Kontakt zu Läusen oder Zecken solltest du nicht abwarten. Eine rasche Diagnose und Behandlung können den Verlauf verbessern und helfen, weitere Übertragungen zu verhindern.
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