Tollwut ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, die das Nervensystem befällt. Das Virus wird meist über den Speichel eines infizierten Tieres übertragen, vor allem durch einen Biss. Ohne rechtzeitige Behandlung vor dem Symptombeginn verläuft die Erkrankung nach Ausbruch neurologischer Symptome in der Regel tödlich. Wenn du möglicherweise Kontakt zu einem tollwütigen Tier hattest, solltest du deshalb sofort medizinische Hilfe holen.
Wie wird Tollwut übertragen?
Das Tollwutvirus gelangt typischerweise durch den Biss eines infizierten Tieres in eine Wunde. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn infektiöser Speichel oder Gewebe mit einer offenen Wunde oder Schleimhaut an Auge, Nase oder Mund in Kontakt kommt. Alltäglicher Kontakt mit intakter Haut, etwa Berühren oder Streicheln, gilt dagegen nicht als typische Übertragungssituation.
Welche Tiere das Virus verbreiten, hängt von der Region ab. In Deutschland spielen insbesondere Fledermäuse eine Rolle; in anderen Regionen können unter anderem Hunde, Füchse, Waschbären, Stinktiere oder Schakale wichtige Überträger sein. Auch ungeimpfte Hunde und Katzen können sich bei Wildtieren anstecken und das Virus weitergeben. Reiseziele in Teilen Afrikas und Asiens weisen ein höheres Risiko auf als viele Regionen Europas.
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Tollwut: Symptome und Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden, beträgt häufig mehrere Wochen bis Monate. Sie kann jedoch variieren. Erste Beschwerden sind oft unspezifisch und können deshalb zunächst wie eine andere Erkrankung wirken:
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Fieber und Kopfschmerzen
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Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit
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Unwohlsein
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Brennen, Kribbeln oder Jucken an der früheren Bissstelle
Im weiteren Verlauf treten neurologische und psychische Symptome auf. Dazu gehören Unruhe, Angst, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Halluzinationen und ausgeprägte Verhaltensänderungen. Manche Betroffene werden reizbar oder aggressiv, andere wirken zunehmend teilnahmslos.
Typisch können schmerzhafte Schluckstörungen und Krämpfe beim Versuch sein, zu trinken. Die dadurch entstehende Abwehr von Flüssigkeit wird als Hydrophobie oder „Wasserscheu“ bezeichnet. Außerdem können vermehrter Speichelfluss, Muskelkrämpfe und fortschreitende Lähmungen auftreten. Später können auch die Atemmuskeln betroffen sein.
Wie wird Tollwut diagnostiziert?
Bei einem möglichen Tierkontakt ist die Vorgeschichte besonders wichtig. Ärztinnen und Ärzte fragen unter anderem, wann und wie der Kontakt stattgefunden hat, ob es einen Biss oder Kratzer gab, aus welcher Region das Tier stammt und ob es beobachtet oder untersucht werden kann. Auch eine Reise in ein Tollwutgebiet und der Impfstatus des Tieres sind relevant.
Die frühen Beschwerden sind nicht eindeutig. Bei Verdacht können spezialisierte Labortests virales Erbgut oder Antikörper nachweisen, beispielsweise mittels PCR oder Antikörpertests. Untersucht werden je nach Situation unter anderem Speichel, Hautproben, Blut oder Nervenwasser. Ein einzelnes negatives Ergebnis schließt die Erkrankung nicht immer sicher aus; die Diagnostik muss daher fachärztlich und gegebenenfalls wiederholt erfolgen.
Bei Tieren wird die Diagnose häufig anhand von Gewebeproben, insbesondere aus dem Gehirn, nach dem Tod bestätigt. Ein tollwutverdächtiges Tier solltest du nicht anfassen. Wende dich an einen Tierarzt oder das zuständige Veterinäramt.
Was tun nach einem Tierbiss?
Warte nicht auf Symptome. Reinige eine mögliche Biss- oder Kratzwunde sofort gründlich mit Wasser und Seife, möglichst etwa 15 Minuten lang. Anschließend kann sie nach medizinischer Empfehlung desinfiziert werden. Auch bei kleinen oder oberflächlich wirkenden Verletzungen solltest du unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.
Im medizinischen Dienst wird das Risiko anhand des Tieres, des Kontakts, der Wunde und der Region beurteilt. Wenn eine relevante Exposition vorliegt, kann eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) notwendig sein. Sie besteht je nach Situation aus einer Impfserie; bei bestimmten Kontakten werden zusätzlich Tollwut-Immunglobuline in die Umgebung der Wunde gegeben. Auch der Tetanusschutz und die Versorgung der Wunde werden geprüft.
Eine frühzeitig begonnene PEP kann verhindern, dass die Krankheit ausbricht. Die erforderlichen Impfungen und Immunglobuline müssen ärztlich festgelegt werden. Wenn Symptome wie Kribbeln an der Bissstelle, Schluckbeschwerden, starke Unruhe oder Lähmungen auftreten, ist sofortige Notfallversorgung erforderlich. Nach Beginn der neurologischen Symptome gibt es keine zuverlässig heilende Standardtherapie. Dann stehen intensivmedizinische und unterstützende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden im Vordergrund.
Wie kannst du dich vor Tollwut schützen?
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Lass Hunde und Katzen nach tierärztlicher Empfehlung gegen Tollwut impfen und halte Auffrischungen ein.
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Halte Abstand zu Wildtieren und fasse auch ungewöhnlich zutrauliche, kranke oder tote Tiere nicht an.
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Informiere dich vor Reisen in Risikogebiete über die dortige Tollwutlage.
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Besprich eine vorbeugende Impfung mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn du beruflich mit Tieren arbeitest, regelmäßig in Risikogebiete reist oder dort engen Tierkontakt erwartest.
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Suche nach jedem möglichen Biss, Kratzer oder Schleimhautkontakt umgehend medizinische Hilfe.
Die Tollwutimpfung für Menschen wird besonders bei erhöhtem beruflichem oder reisebedingtem Risiko eingesetzt. Sie schützt nicht davor, nach einem Kontakt trotzdem ärztlich abgeklärt werden zu müssen. Für Haustiere gelten je nach Land und Region unterschiedliche Vorgaben; dein Tierarzt kann dich zum passenden Impfplan beraten. Weitere Informationen zu deinen Haustieren erhältst du dort ebenfalls.
Behandlung und Vorbeugung im Überblick
Die entscheidende Behandlung findet nach einer möglichen Exposition statt: Wunde reinigen, medizinische Hilfe holen und eine notwendige PEP schnell beginnen. Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine etablierte heilende Therapie. Deshalb sind Impfungen, verantwortungsvolle Tierhaltung, Abstand zu Wildtieren und rasches Handeln nach einem Kontakt besonders wichtig.
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Wenn du von einem Tier gebissen oder gekratzt wurdest oder Speichel eines möglicherweise infizierten Tieres an eine Wunde oder Schleimhaut gelangt ist, lass die Situation sofort medizinisch beurteilen. Verlass dich nicht darauf, dass das Tier gesund aussieht oder dass zunächst keine Beschwerden auftreten.
Eine weiterführende Behandlung anderer Hauterkrankungen ist davon unabhängig und ersetzt keine Abklärung eines möglichen Tollwutkontakts.
