Adenoviren sind weltweit verbreitete Viren. Sie können unterschiedliche Infektionen auslösen, vor allem an den Atemwegen, den Augen und im Magen-Darm-Trakt. Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem vom Virustyp und vom betroffenen Körperbereich ab.
Adenovirus: Typische Symptome
Häufig beginnen Adenovirus-Infektionen mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. Je nach Verlauf kommen weitere Beschwerden hinzu:
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Atemwege: Schnupfen, verstopfte Nase, Halsschmerzen, Husten, Fieber und Müdigkeit. In schweren Fällen kann eine Lungenentzündung mit Atemnot und schneller Atmung auftreten.
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Augen: Rote, schmerzende oder tränende Augen, Juckreiz, Brennen, Lichtempfindlichkeit, geschwollene Bindehaut und ein Fremdkörpergefühl. Eine hoch ansteckende Form ist die Keratokonjunktivitis epidemica, auch als „Augengrippe“ bezeichnet.
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Magen-Darm-Trakt: Wässriger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Krämpfe, gelegentlich begleitet von Fieber.
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Seltene Komplikationen: In seltenen Fällen können schwere Verläufe weitere Organe betreffen. Neurologische Beschwerden wie Verwirrtheit, Krampfanfälle, Muskelschwäche oder Lähmungen müssen sofort ärztlich abgeklärt werden.
Bei Kindern treten Adenovirus-Infektionen häufig in Kitas und Schulen auf. Bei älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen können Husten, Kurzatmigkeit, Schwäche oder Verwirrtheit auf einen schwereren Verlauf hinweisen.
Wie werden Adenoviren übertragen?
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Adenoviren können sich leicht von Mensch zu Mensch verbreiten und auf Oberflächen längere Zeit überleben. Zu den wichtigsten Übertragungswegen gehören:
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Tröpfchen: Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen virushaltige Tröpfchen in die Umgebung, besonders in geschlossenen Räumen.
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Direkter Kontakt: Händeschütteln, Umarmungen oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Tränenflüssigkeit können eine Ansteckung ermöglichen.
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Fäkal-orale Übertragung: Viren aus dem Stuhl können über ungewaschene Hände auf Lebensmittel, den Mund oder das Gesicht gelangen.
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Kontaminierte Gegenstände: Türklinken, Spielzeug, Handtücher oder andere häufig berührte Oberflächen können zur Weitergabe beitragen.
Besonders gefährdet sind Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Personen in Gemeinschaftseinrichtungen oder beengten Wohnverhältnissen.
Diagnose einer Adenovirus-Infektion
Die Ärztin oder der Arzt beurteilt zunächst deine Beschwerden und untersucht dich. Rote Augen, Fieber, Halsschmerzen, Husten oder Magen-Darm-Symptome können den Verdacht auf eine Adenovirus-Infektion lenken, sind aber nicht eindeutig.
Bei schweren Verläufen, Ausbrüchen oder unklaren Beschwerden können Labortests eingesetzt werden:
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Ein PCR-Test weist Virus-Erbgut nach. Dafür können je nach Beschwerden Abstriche aus Nase, Rachen oder Auge sowie andere Proben untersucht werden.
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Ein Antigen-Test sucht nach Virusbestandteilen und liefert schneller ein Ergebnis, ist aber nicht so empfindlich wie eine PCR.
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Bei Magen-Darm-Beschwerden kann eine Stuhluntersuchung erfolgen.
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Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung können zusätzliche Untersuchungen wie eine Röntgenaufnahme notwendig sein.
Da auch Grippe, andere Viren oder bakterielle Infektionen ähnliche Beschwerden verursachen, müssen gegebenenfalls andere Ursachen ausgeschlossen werden.
Behandlung: Was hilft bei Adenoviren?
Eine allgemein wirksame, spezifische Behandlung gegen Adenoviren gibt es in der Regel nicht. Meist geht es darum, die Beschwerden zu lindern und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen:
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Schone dich und gönne deinem Körper ausreichend Ruhe.
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Trinke regelmäßig Wasser, Tee oder Brühe. Bei Durchfall und Erbrechen können Elektrolytlösungen helfen, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.
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Fieber- und Schmerzmittel können Beschwerden lindern. Halte dich an die Dosierung der Packungsbeilage und frage bei Unsicherheit in der Arztpraxis oder Apotheke nach.
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Bei einer Augeninfektion können künstliche Tränen und kühlende Umschläge das Fremdkörpergefühl und die Reizung lindern.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Antibiotische Augentropfen sind nicht automatisch erforderlich und sollten nur nach ärztlicher Beurteilung eingesetzt werden. Bei schweren Infektionen oder stark geschwächter Immunabwehr kann eine engmaschige ärztliche Überwachung nötig sein. Ob im Einzelfall ein antivirales Medikament infrage kommt, entscheidet die behandelnde Fachperson.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
Lass starke oder anhaltende Beschwerden ärztlich abklären. Besonders wichtig ist schnelle Hilfe bei Atemnot, schneller Atmung, deutlicher Austrocknung, anhaltendem Erbrechen, starker Schwäche, Verwirrtheit oder Krampfanfällen. Auch Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten bei Verdacht auf eine Adenovirus-Infektion frühzeitig medizinischen Rat einholen.
In der Schwangerschaft solltest du Fieber, Atemwegs- oder Magen-Darm-Beschwerden mit der behandelnden Arztpraxis besprechen und Medikamente nicht eigenständig einnehmen. Die möglichen Folgen einer Infektion in der Schwangerschaft sind nicht vollständig geklärt.
Adenoviren vorbeugen
Eine konsequente Hygiene hilft, die Übertragung zu unterbrechen:
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Wasche deine Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang, vor dem Essen sowie nach dem Husten oder Niesen.
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Fasse dir möglichst nicht mit ungewaschenen Händen an Augen, Nase oder Mund.
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Teile keine Handtücher, Waschlappen, Kosmetik, Augentropfen oder Nasensprays.
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Reinige häufig berührte Oberflächen und Gegenstände regelmäßig. In medizinischen Einrichtungen oder bei Erkrankten können geeignete, als „viruzid“ oder „viruzid plus“ gekennzeichnete Desinfektionsmittel eingesetzt werden.
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Lüfte Innenräume und vermeide engen Kontakt zu erkrankten Personen. Wenn du selbst Symptome hast, bleib möglichst zu Hause und achte besonders auf Hand- und Hustenetikette.
Impfung gegen Adenoviren
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In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfempfehlung gegen Adenoviren. Impfstoffe gegen bestimmte Adenovirus-Typen werden vor allem im militärischen Bereich eingesetzt, beispielsweise in den USA. Sie schützen nicht gegen alle Adenoviren. Ob eine Impfung für dich infrage kommt, hängt von deiner Situation und dem verfügbaren Impfangebot ab und sollte ärztlich besprochen werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
Adenoviren können Erkältungsbeschwerden, Lungenentzündungen, Bindehautentzündungen oder Magen-Darm-Infektionen verursachen. Die Diagnose erfolgt häufig anhand der Beschwerden, bei Bedarf ergänzt durch einen PCR-, Antigen- oder anderen Labortest. Meist heilt die Infektion mit Ruhe und symptomatischer Behandlung aus. Gute Handhygiene, eigene Handtücher und die Vermeidung engen Kontakts helfen, andere zu schützen. Bei Atemnot, neurologischen Symptomen, starker Austrocknung oder geschwächter Immunabwehr solltest du medizinische Hilfe suchen.
