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Hornhauttransplantation: Wenn das Sehen gerettet werden muss

Arzt bespricht Hornhauttransplantation mit Patient in Praxis.

Hornhauttransplantation: Wenn das Sehen gerettet werden muss

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Eine Hornhauttransplantation ersetzt erkranktes oder stark geschädigtes Hornhautgewebe durch Gewebe eines Spenders. Sie kann das Sehen verbessern, wenn die Hornhaut dauerhaft trüb, verformt oder instabil ist und andere Behandlungen nicht ausreichend helfen. Ob eine Transplantation infrage kommt, hängt von der Ursache, der betroffenen Hornhautschicht und dem Zustand des gesamten Auges ab.

Was ist die Hornhaut und wann wird sie transplantiert?

Die Hornhaut ist die klare, gewölbte Vorderfläche des Auges. Sie schützt das Auge und bündelt das einfallende Licht, damit auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Narben, Schwellungen, Verformungen oder Eintrübungen können diese Funktion beeinträchtigen.

Häufige Gründe für eine Transplantation sind:

  • Keratokonus: Die Hornhaut wird dünner und verformt sich kegelförmig.

  • Fuchs’sche Endotheldystrophie: Schäden an der innersten Hornhautschicht führen zu Flüssigkeitseinlagerungen und verschwommenem Sehen.

  • Narben nach Infektionen, Entzündungen oder Verletzungen.

  • Schwere Schäden durch Verätzungen, Fremdkörper oder Schnittverletzungen.

  • Angeborene oder andere degenerative Hornhauterkrankungen.

Eine Transplantation ist nicht automatisch die erste Behandlung. Je nach Erkrankung können zunächst Medikamente, spezielle Kontaktlinsen, Cross-Linking oder eine Laserbehandlung infrage kommen.

Symptome und Diagnose

Hornhauterkrankungen können sich durch verschwommenes oder milchiges Sehen, Blendempfindlichkeit, eine schlechtere Kontrastwahrnehmung, Schmerzen, Rötung, Tränenfluss oder ein Fremdkörpergefühl bemerkbar machen. Die Beschwerden können langsam zunehmen oder plötzlich auftreten. Plötzlicher Sehverlust ist ein Notfall und muss sofort augenärztlich abgeklärt werden.

Zur Untersuchung gehören je nach Fragestellung:

  • eine Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung der Hornhaut und des vorderen Augenabschnitts,

  • eine Hornhauttopografie zur Darstellung ihrer Form,

  • eine Pachymetrie zur Messung der Hornhautdicke sowie

  • weitere Untersuchungen zur Beurteilung von Endothel, Augeninnendruck und Sehvermögen.

Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine Transplantation notwendig ist und welche Technik geeignet ist.

Welche Verfahren gibt es?

Bei einer perforierenden Keratoplastik wird die gesamte Hornhautdicke durch eine Spenderhornhaut ersetzt. Dieses Verfahren kommt infrage, wenn mehrere oder alle Schichten betroffen sind.

Bei einer lamellären Keratoplastik werden nur die erkrankten Schichten ausgetauscht. Gesundes eigenes Gewebe bleibt erhalten. Zu den Verfahren gehören:

  • DMEK: Übertragen werden die Descemet-Membran und die Endothelzellen.

  • DSAEK: Neben der Endothelschicht wird eine dünne Schicht des Stromas transplantiert.

  • DALK: Die vorderen Hornhautschichten werden ersetzt, während das eigene Endothel erhalten bleibt. Das kann unter anderem bei Keratokonus sinnvoll sein.

Teilschichtverfahren können die Heilung verkürzen und das Risiko bestimmter Komplikationen oder einer Abstoßung senken. Welche Methode geeignet ist, entscheidet die Hornhautspezialistin oder der Hornhautspezialist anhand des individuellen Befunds.

Wie läuft die Hornhauttransplantation ab?

Vor der Operation wird das Auge ausführlich untersucht. Du erhältst Informationen zum Verfahren, zu möglichen Risiken und zur Nachsorge. Medikamente solltest du nur nach ärztlicher Anweisung absetzen oder umstellen.

Der Eingriff erfolgt je nach Situation in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Das geschädigte Gewebe wird vollständig oder schichtweise entfernt. Das geprüfte Spendergewebe wird eingesetzt und angepasst. Bei einer Vollschichttransplantation wird es meist mit feinen Nähten befestigt. Bei bestimmten Teiltransplantationen kann eine Luftblase das Gewebe an die richtige Stelle drücken.

Die Operationsdauer hängt von der Methode und der Situation am Auge ab. Ob du ambulant behandelt wirst oder vorübergehend im Krankenhaus bleibst, wird individuell entschieden.

Spendergewebe und Wartezeit

Die Hornhaut stammt von verstorbenen Spendern. Gewebebanken untersuchen und verarbeiten das Gewebe unter festgelegten Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Das Alter des Spenders allein schließt eine Hornhautspende nicht aus; entscheidend ist vor allem die Eignung des Gewebes. Mögliche Infektionen oder andere Ausschlussgründe werden vor der Verwendung geprüft.

In Deutschland ist die Versorgung grundsätzlich gewährleistet, regional kann es jedoch zu unterschiedlichen Wartezeiten kommen. Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) koordiniert und vermittelt Gewebespenden. Weitere Informationen findest du unter www.gewebenetzwerk.de.

Risiken und mögliche Komplikationen

Wie jeder operative Eingriff hat auch eine Hornhauttransplantation Risiken. Weil die Hornhaut nicht durchblutet ist, ist das Abstoßungsrisiko im Vergleich zu vielen Organtransplantationen geringer. Eine Abstoßung ist dennoch möglich. Warnzeichen können Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder eine neue Verschlechterung des Sehens sein. Bei solchen Beschwerden solltest du unverzüglich die behandelnde Augenarztpraxis oder einen augenärztlichen Notdienst kontaktieren.

Weitere mögliche Komplikationen sind Infektionen, Wundheilungsstörungen, ein erhöhter Augeninnendruck, eine Hornhautverkrümmung oder eine erneute Eintrübung. In manchen Fällen sind eine Nahtentfernung, eine weitere Behandlung oder eine erneute Transplantation erforderlich.

Nachsorge und Heilung

Nahaufnahme eines menschlichen Auges nach Hornhauttransplantation

Nach der Operation sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen besonders wichtig. Du erhältst in der Regel Augentropfen, häufig auch kortisonhaltige Präparate, die du genau nach Anweisung anwenden musst. Setze die Tropfen nicht eigenständig ab.

Schütze das operierte Auge vor Stößen, Schmutz und Reiben. Eine Schutzbrille kann in der ersten Zeit sinnvoll sein. Schwimmen, Saunabesuche und körperlich belastende oder verletzungsträchtige Tätigkeiten solltest du erst wieder aufnehmen, wenn dein Behandlungsteam es erlaubt.

Das Sehen verbessert sich nicht immer sofort. Je nach Verfahren kann es Wochen, Monate oder länger dauern, bis sich die Sehschärfe stabilisiert. Eine Brille oder spezielle Kontaktlinse kann anschließend weiterhin erforderlich sein. Die berufliche und alltägliche Belastbarkeit hängt vom Eingriff, deinem Befund und deiner Tätigkeit ab.

Alternativen und besondere Situationen

Bei Keratokonus können formstabile, hybride oder andere speziell angepasste Kontaktlinsen das Sehen verbessern. Cross-Linking kann das Hornhautgewebe stabilisieren und eine weitere Verformung bremsen. Bei oberflächlichen Trübungen kommt in ausgewählten Fällen eine phototherapeutische Keratektomie (PTK) infrage. Diese Verfahren eignen sich nicht für jede Erkrankung.

Bei Kindern, Wiederholungstransplantationen, Vorerkrankungen oder stark vernarbten Augen ist die Behandlung besonders anspruchsvoll. Hier kann die Betreuung in einem spezialisierten Zentrum sinnvoll sein. Auch die psychische Belastung durch Sehverlust oder die Angst vor der Operation solltest du ernst nehmen. Gespräche mit deinem Umfeld, einer Beratungsstelle oder einer psychologischen Fachkraft können entlasten.

Was du vor der Entscheidung klären solltest

  • Welche Hornhautschicht ist betroffen und welches Verfahren wird empfohlen?

  • Welche Sehverbesserung ist in deinem Fall realistisch?

  • Wie lange dauert die Nachsorge und wann kannst du wieder arbeiten?

  • Welche Tropfen, Schutzmaßnahmen und Kontrolltermine sind vorgesehen?

  • Welche Alternativen gibt es und welche Risiken bestehen?

Hornhauttransplantation: Arzt mit Tablet in heller Praxisumgebung, blickt auf Bildschirm.

Eine Hornhauttransplantation kann die Sehfähigkeit bei schweren Hornhautschäden verbessern, erfordert aber Geduld und konsequente Nachsorge. Die individuelle Empfehlung erhältst du nach einer ausführlichen Untersuchung bei einer Augenärztin, einem Augenarzt oder einem spezialisierten Hornhautzentrum.

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