Askariasis ist eine Infektion mit dem Spulwurm Ascaris lumbricoides. Die Erkrankung kann ohne Beschwerden verlaufen, bei stärkerem Befall aber den Darm oder während der Larvenwanderung auch die Atemwege betreffen. Die Ansteckung erfolgt meist durch das Verschlucken von Wurmeiern aus verunreinigter Erde, Nahrung oder Wasser.
Askariasis: typische Symptome
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Bei einem leichten Befall bemerkst du möglicherweise nichts. Mögliche Beschwerden hängen davon ab, in welcher Phase sich die Infektion befindet und wie viele Würmer vorhanden sind:
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Magen-Darm-Beschwerden: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder ein allgemeines Druck- und Unwohlgefühl.
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Allgemeine Symptome: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und bei länger andauernder Infektion Gewichtsverlust.
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Beschwerden der Atemwege: Während die Larven über die Blutbahn zur Lunge wandern, können Husten, Keuchen, Fieber oder Atembeschwerden auftreten.
Starke oder anhaltende Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen. Ein besonders schwerer Befall kann zu einem Darmverschluss führen. Auch starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, Atemnot oder eine Gelbfärbung der Haut sind Warnzeichen, bei denen du umgehend medizinische Hilfe brauchst.
Ursachen und Übertragung
Die Infektion beginnt, wenn du Eier von Ascaris lumbricoides aufnimmst. Sie können sich in Erde befinden, die durch Fäkalien verunreinigt wurde, und dadurch auf ungewaschenes Obst oder Gemüse gelangen. Auch verunreinigtes Trinkwasser kann eine Infektionsquelle sein.
Im Dünndarm schlüpfen die Larven. Sie durchdringen die Darmwand, gelangen über die Blutbahn in die Lunge und werden von dort hochgehustet und wieder verschluckt. Im Dünndarm entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern, die Eier produzieren. Diese werden mit dem Stuhl ausgeschieden und können die Umgebung erneut verunreinigen.
Das Risiko ist höher, wenn sanitäre Einrichtungen fehlen, Abwasser nicht sicher entsorgt wird oder der Zugang zu sauberem Wasser eingeschränkt ist. Auch häufiges Spielen oder Arbeiten in kontaminierter Erde und unzureichendes Händewaschen begünstigen die Übertragung. Warme, feuchte Bedingungen können das Überleben der Eier im Boden fördern.
Wie wird Askariasis diagnostiziert?
Für die Diagnose fragt die Ärztin oder der Arzt nach Beschwerden, Reisen, Essgewohnheiten und möglichen Kontakten mit verunreinigter Erde oder Nahrung. Bei der körperlichen Untersuchung werden unter anderem der Bauch und bei Atembeschwerden die Lunge beurteilt.
Stuhluntersuchung
Der wichtigste direkte Nachweis erfolgt über eine Stuhlprobe. Im Labor wird nach Eiern von Ascaris lumbricoides gesucht. Da die Ausscheidung der Eier schwanken kann, sind je nach Situation mehrere Proben erforderlich.
Bluttests und Bildgebung
Eine erhöhte Zahl eosinophiler Blutkörperchen kann auf eine Parasiteninfektion hinweisen, ist aber nicht spezifisch für Askariasis. Serologische Tests suchen nach Antikörpern. Sie können in ausgewählten Fällen hilfreich sein, müssen jedoch zusammen mit Beschwerden und anderen Untersuchungsergebnissen bewertet werden: Antikörper können auch nach einer früheren Infektion nachweisbar bleiben.
Wenn eine Komplikation vermutet wird, kommen bildgebende Verfahren hinzu. Ultraschall kann beispielsweise Wurmansammlungen in den Gallenwegen zeigen. Röntgenaufnahmen können bei Beschwerden der Lunge eingesetzt werden, während eine Computertomografie bei Verdacht auf einen Darmverschluss oder andere Komplikationen detailliertere Bilder des Bauchraums liefert. Welche Untersuchung sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Praxis.
Behandlung der Askariasis
Die wichtigste Therapie besteht aus antiparasitären Medikamenten, sogenannten Anthelminthika. Im Ausgangstext werden Albendazol, Mebendazol und Pyrantel Pamoat als mögliche Wirkstoffe genannt. Welches Präparat geeignet ist, richtet sich unter anderem nach Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Schwere der Infektion.
Du solltest Medikamente nur nach ärztlicher Empfehlung einnehmen und die vorgegebene Anwendung vollständig befolgen. Informiere die behandelnde Person über Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Allergien und andere Medikamente. Nebenwirkungen können unter anderem Bauchschmerzen, Übelkeit oder Kopfschmerzen sein.
Bei zusätzlichen Beschwerden kann eine symptomatische Behandlung erforderlich sein. Seltene, schwere Komplikationen wie ein Darmverschluss oder ein Befall der Gallenwege müssen im Krankenhaus behandelt werden und können einen endoskopischen oder chirurgischen Eingriff notwendig machen. Eine eigenständige Entwurmung ist bei starken Beschwerden oder unklarer Diagnose nicht sinnvoll.
Mögliche Komplikationen und Verlauf
Ein geringer Befall bleibt häufig unauffällig. Bei einer größeren Anzahl von Würmern können sich die Beschwerden verstärken. Möglich sind ein Darmverschluss, Entzündungen der Gallenwege oder eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse. In der Lungenphase können vorübergehende Atemwegsbeschwerden entstehen.
Bei Kindern kann ein länger bestehender, schwerer Befall die Nährstoffversorgung und dadurch Wachstum und Entwicklung beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern in der Regel die Aussichten. Nach der Therapie können Kontrolluntersuchungen, etwa eine erneute Stuhlprobe, sinnvoll sein, wenn Beschwerden fortbestehen oder ein erneuter Befall vermutet wird.
Askariasis, auch Spulwurmbefall genannt, lässt sich von anderen parasitären oder entzündlichen Erkrankungen nicht allein anhand der Symptome unterscheiden. Deshalb sollte die Diagnose medizinisch abgesichert werden.
Askariasis vorbeugen
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Wasche deine Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang, nach Kontakt mit Erde und vor dem Essen oder Kochen.
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Reinige Obst und Gemüse sorgfältig, bevor du sie isst oder weiterverarbeitest.
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Trinke in Regionen mit unsicherer Wasserversorgung nur behandeltes, abgefülltes oder abgekochtes Wasser.
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Vermeide den Kontakt mit möglicherweise fäkalienverunreinigter Erde und halte Fingernägel sauber und kurz.
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Achte auf sichere sanitäre Bedingungen und eine hygienische Zubereitung von Lebensmitteln.
Eine Impfung gegen Askariasis steht derzeit nicht zur Verfügung. In Regionen, in denen die Infektion häufig vorkommt, können zusätzlich gemeindebasierte Entwurmungsprogramme, bessere Sanitärversorgung und Aufklärung zur Eindämmung beitragen.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
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Nach einer Reise in ein Verbreitungsgebiet oder bei anhaltenden Bauch- und Atemwegsbeschwerden solltest du dich untersuchen lassen. Sofortige Hilfe ist besonders wichtig bei starken oder zunehmenden Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, aufgeblähtem Bauch, fehlendem Stuhlgang, Gelbsucht oder Atemnot.
Weitere Informationen zum Thema findest du auch unter Askariasis und Spulwurmbefall.
