Was ist eine Atelektase?
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Eine Atelektase bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Kollaps eines Lungenabschnitts. Die betroffenen Lungenbläschen, die Alveolen, werden nicht ausreichend mit Luft gefüllt. Dadurch ist der Gasaustausch eingeschränkt: Sauerstoff gelangt schlechter ins Blut, während Kohlendioxid weniger gut abgegeben wird.
Wie gefährlich eine Atelektase ist, hängt unter anderem von ihrer Größe, der Geschwindigkeit ihrer Entstehung und der zugrunde liegenden Ursache ab. Kleine Atelektasen können unbemerkt bleiben. Ein plötzlich auftretender oder ausgedehnter Lungenkollaps kann dagegen die Sauerstoffversorgung erheblich beeinträchtigen und muss rasch behandelt werden.
Symptome der Atelektase
Die Beschwerden richten sich danach, wie viel Lungengewebe betroffen ist. Bei kleinen Veränderungen treten manchmal keine Symptome auf. Mögliche Anzeichen sind:
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Kurzatmigkeit, insbesondere bei körperlicher Belastung
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beschleunigte oder flache Atmung
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Husten
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Brustschmerzen oder ein Druckgefühl im Brustkorb
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Müdigkeit, Schwäche oder verminderte Belastbarkeit
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Herzrasen, Schwindel oder Benommenheit
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Blässe oder eine bläuliche Verfärbung von Lippen und Haut (Zyanose)
Bei starkem Sauerstoffmangel können Bewusstseinsstörungen oder ein Kreislaufzusammenbruch auftreten. Plötzliche starke Atemnot, bläuliche Lippen, Brustschmerzen, Verwirrtheit oder ein Bewusstseinsverlust sind Notfallzeichen. In diesem Fall solltest du sofort den Rettungsdienst alarmieren. Die Symptome können auch bei anderen Erkrankungen vorkommen und müssen medizinisch abgeklärt werden.
Ursachen und Auslöser
Eine Atelektase entsteht häufig, wenn Luft nicht mehr ungehindert durch die Atemwege strömen kann oder wenn sich die Lunge von außen nicht ausreichend ausdehnen kann. Zu den möglichen Ursachen gehören:
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Verstopfte Atemwege: Zäher Schleim, ein versehentlich eingeatmeter Fremdkörper oder ein Tumor können einen Bronchus blockieren.
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Operationen: Nach Eingriffen, besonders im Bauch- oder Brustbereich, führen Narkose, Schmerzen und Schonatmung zu einem erhöhten Risiko. Auch längere Bettruhe kann die Belüftung verschlechtern.
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Druck von außen: Flüssigkeit im Brustraum, ein Tumor oder Luft im Brustkorb können die Lunge zusammendrücken. Ein Pneumothorax ist eine mögliche Ursache.
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Entzündungen und Lungenerkrankungen: Infektionen, Tuberkulose, Asthma, COPD oder Erkrankungen mit Narbenbildung können die Belüftung beeinträchtigen.
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Verletzungen: Schmerzen nach einem Unfall oder Rippenbrüchen können dazu führen, dass du zu flach atmest.
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Angeborene Ursachen: Bei Neugeborenen kann sich die Lunge nach der Geburt unvollständig entfalten. Angeborene Fehlbildungen oder eine Frühgeburt können dabei eine Rolle spielen.
Arten der Atelektase
Je nach Entstehungsmechanismus werden verschiedene Formen unterschieden:
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Resorptionsatelektase: Ein verschlossener Atemweg verhindert die Belüftung; die vorhandene Luft in den Alveolen wird anschließend aufgenommen.
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Kompressionsatelektase: Flüssigkeit, Luft oder Gewebe außerhalb der Lunge üben Druck auf das Lungengewebe aus.
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Passive Atelektase: Der Kontakt zwischen Lunge und Brustfell ist beeinträchtigt, beispielsweise durch einen Pleuraerguss oder Kollaps.
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Kontraktionsatelektase: Narbengewebe in der Lunge oder am Brustfell zieht das Gewebe zusammen.
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Mikroatelektase: Viele kleine Lungenbereiche sind betroffen. Ein Mangel an Surfactant, einer Substanz zur Stabilisierung der Alveolen, kann die Entstehung begünstigen.
Wie wird eine Atelektase diagnostiziert?
Am Anfang stehen die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Dabei fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach Atemnot, Schmerzen, Operationen, Vorerkrankungen, Rauchen und möglichen Fremdkörpern. Beim Abhören können veränderte Atemgeräusche auffallen; außerdem werden Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Kreislauf beurteilt.
Zur weiteren Abklärung kommen je nach Situation folgende Untersuchungen infrage:
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Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Sie kann kollabierte Lungenbereiche und andere Veränderungen sichtbar machen.
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Computertomografie (CT): Sie zeigt die Lunge und mögliche Ursachen häufig detaillierter als ein Röntgen.
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Lungenfunktionsprüfung: Sie erfasst, wie viel Luft du ein- und ausatmen kannst und wie die Atemleistung eingeschränkt ist.
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Blutuntersuchung und Blutgasanalyse: Damit lassen sich unter anderem Entzündungszeichen sowie Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte beurteilen.
Ähnliche Beschwerden können beispielsweise bei einer Lungenentzündung, Asthma, COPD oder einer Lungenembolie auftreten. Deshalb ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wichtig.
Behandlung: Was hilft bei Atelektase?
Die Therapie richtet sich nach Ursache, Ausmaß und Beschwerden. Das Ziel ist, die Ursache zu beseitigen, die Atemwege freizuhalten und die betroffenen Lungenbereiche wieder zu belüften.
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Atemtherapie und Physiotherapie: Angepasste Atemübungen, Mobilisation und Techniken zum Abhusten können die Belüftung verbessern und Sekret lösen. Nach einer Operation sind sie häufig ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
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Behandlung der Ursache: Ein Fremdkörper oder eine andere Blockade muss entfernt werden. Bei einer Infektion können geeignete Medikamente erforderlich sein. Eine Bronchoskopie kann notwendig werden, wenn ein Atemweg direkt untersucht oder von einer Blockade befreit werden muss.
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Schmerzbehandlung: Eine ausreichende Schmerztherapie kann helfen, wieder tiefer zu atmen, etwa nach einer Operation oder Verletzung.
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Sauerstoff oder Beatmung: Bei ausgeprägtem Sauerstoffmangel kann eine Sauerstoffgabe nötig sein. In schweren Fällen wird die Atmung vorübergehend maschinell unterstützt.
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Behandlung äußerer Druckursachen: Flüssigkeit oder Luft im Brustraum sowie andere Ursachen, die die Lunge zusammendrücken, müssen ärztlich behandelt werden.
Schleimlösende Medikamente oder bronchienerweiternde Mittel kommen nur infrage, wenn sie zur jeweiligen Ursache und deiner gesundheitlichen Situation passen. Du solltest solche Medikamente nicht eigenständig beginnen. Auch Atemübungen sollten nach einer Diagnose passend angeleitet werden.
Risikofaktoren und Vorbeugung
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Das Risiko steigt unter anderem bei höherem Alter, bestehenden Atemwegserkrankungen, Rauchen, eingeschränkter Beweglichkeit und längerer Bettlägerigkeit. Nach Operationen können Narkose, Schmerzen und Schonatmung eine Rolle spielen.
Vorbeugend helfen – sofern medizinisch möglich – frühe Mobilisation nach einem Eingriff, angeleitete Atemübungen und eine wirksame Schmerzbehandlung. Rauchverzicht schützt die Atemwege. Bei Kindern ist außerdem eine rauchfreie Umgebung wichtig. Kleine Gegenstände sollten so aufbewahrt werden, dass sie nicht eingeatmet werden können.
Bei Kindern können schnelle Atmung, Husten, pfeifende Atemgeräusche, Unruhe oder Schwierigkeiten beim Trinken Hinweise sein. Bei älteren Menschen fallen die Beschwerden mitunter weniger deutlich aus. Deshalb sollten neue Atemnot, Husten oder eine ungewöhnliche Leistungsminderung ärztlich abgeklärt werden.
Begleiterkrankungen und mögliche Folgen
Eine Atelektase kann zusammen mit anderen Lungenerkrankungen auftreten. Bei COPD oder Asthma können verengte Atemwege und Schleim die Belüftung erschweren. Eine Lungenentzündung, Lungenfibrose oder andere Erkrankungen mit Entzündung und Narbenbildung können ebenfalls mit einer Atelektase verbunden sein. Eine Lungenfibrose macht das Lungengewebe beispielsweise weniger elastisch.
Wenn die Ursache behoben wird, kann sich ein betroffener Lungenbereich häufig wieder entfalten. Bleibt die Atelektase bestehen oder tritt sie wiederholt auf, können die Lungenfunktion und die körperliche Belastbarkeit längerfristig eingeschränkt sein. Wiederkehrende Atemnot kann zudem psychisch belasten. Kontrolluntersuchungen und eine individuell abgestimmte Behandlung helfen, den Verlauf zu überwachen.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
Lass Atemnot, anhaltenden Husten, Brustschmerzen oder eine auffällige Verschlechterung deiner Belastbarkeit ärztlich abklären. Bei plötzlich starker Atemnot, bläulicher Haut, ausgeprägtem Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder schweren Kreislaufproblemen brauchst du sofort medizinische Hilfe. Eine Atelektase lässt sich anhand der Beschwerden allein nicht sicher feststellen; dafür sind Untersuchung und gegebenenfalls Bildgebung erforderlich.
