Eine Gallenblasenentzündung, medizinisch Cholezystitis, verursacht häufig starke Schmerzen im rechten Oberbauch. Sie kann plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln. Eine rasche ärztliche Abklärung ist wichtig, weil unbehandelt Komplikationen wie eine schwere Infektion, eine Bauchfellentzündung oder eine Sepsis entstehen können.
Gallenblasenentzündung: Symptome
Typisch für eine akute Gallenblasenentzündung sind anhaltende oder kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch. Sie können in die rechte Schulter oder zwischen die Schulterblätter ausstrahlen und sich bei Bewegung oder Druck verstärken. Häufig kommen Übelkeit, Erbrechen und Fieber hinzu. Auch Schüttelfrost, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder Verdauungsbeschwerden sind möglich.
Bei einem chronischen Verlauf sind die Beschwerden oft weniger eindeutig. Möglich sind wiederkehrendes Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Blähungen und eine schlechtere Verträglichkeit bestimmter Speisen. Die Beschwerden allein beweisen jedoch keine Gallenblasenentzündung; auch andere Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen.
Wann du sofort Hilfe brauchst
Wende dich bei starken, zunehmenden oder länger anhaltenden Bauchschmerzen umgehend an eine ärztliche Notfallversorgung. Das gilt besonders bei hohem Fieber, Gelbsucht, anhaltendem Erbrechen, einem harten Bauch, schneller Atmung, hohem Puls, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen. Diese Zeichen können auf eine schwere Entzündung, einen Durchbruch der Gallenblase, eine Bauchfellentzündung oder eine Sepsis hinweisen.
Ursachen und Risikofaktoren
In vielen Fällen blockiert ein Gallenstein den Abfluss der Gallenflüssigkeit. Die Gallenblase kann sich dadurch stauen und entzünden. Zusätzlich können Bakterien beteiligt sein. Seltener tritt eine Gallenblasenentzündung ohne Gallensteine auf, etwa bei schwer kranken Menschen oder nach größeren Belastungen des Körpers.
Das Risiko für Gallensteine und damit für eine Gallenblasenentzündung kann unter anderem durch Übergewicht, eine fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel, raschen Gewichtsverlust, zunehmendes Alter und familiäre Veranlagung steigen. Frauen sind häufiger betroffen; hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft, können die Entstehung von Gallensteinen begünstigen.
Wie die Diagnose gestellt wird
Zu Beginn fragt dich die Ärztin oder der Arzt nach Art, Dauer und Auslösern der Beschwerden und untersucht deinen Bauch. Dabei steht insbesondere der rechte Oberbauch im Mittelpunkt. Ein typischer Druckschmerz kann einen Hinweis geben, reicht allein aber nicht für die Diagnose.
Die wichtigste bildgebende Untersuchung ist meist ein Ultraschall. Damit lassen sich unter anderem Gallensteine, eine verdickte Gallenblasenwand oder Flüssigkeit in der Umgebung erkennen. Blutuntersuchungen können Entzündungszeichen sowie Veränderungen der Leberwerte zeigen. Erhöhte Leberwerte können auf eine zusätzliche Behinderung des Gallenabflusses hinweisen.
Wenn der Verdacht auf Steine in den Gallengängen besteht und der Ultraschall keine ausreichende Klarheit bringt, können weitere Verfahren wie eine Endosonografie erforderlich sein. Dabei wird ein Ultraschallkopf an einem Endoskop durch den oberen Verdauungstrakt geführt.
Behandlung der Gallenblasenentzündung
Welche Therapie geeignet ist, hängt von der Schwere der Entzündung, der Ursache und deinem Gesundheitszustand ab. Zur anfänglichen Behandlung können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente gehören. Nimm sie nur nach ärztlicher Empfehlung und beachte die vorgegebene Dosierung.
Bei einer vermuteten oder nachgewiesenen bakteriellen Beteiligung können Antibiotika eingesetzt werden. Sie wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Auch Antibiotika solltest du genau nach ärztlicher Anweisung einnehmen und bei Nebenwirkungen ärztlichen Rat einholen.
Bei einer akuten Entzündung kann vorübergehend auf feste Nahrung verzichtet werden. Wenn du nicht ausreichend essen oder trinken kannst, kann eine Behandlung im Krankenhaus mit Flüssigkeit und gegebenenfalls Nährstoffen über eine Infusion notwendig sein. Über Dauer und Umfang entscheidet das Behandlungsteam.
Entfernung der Gallenblase
Bei einer akuten, wiederkehrenden oder komplizierten Gallenblasenentzündung wird häufig die operative Entfernung der Gallenblase empfohlen. Der Eingriff heißt Cholezystektomie und erfolgt meist minimalinvasiv über mehrere kleine Schnitte. In bestimmten Situationen ist ein offener Eingriff mit einem größeren Bauchschnitt erforderlich.
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken, darunter Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen. Vor dem Eingriff bespricht das ärztliche Team den Ablauf, mögliche Risiken und Alternativen mit dir. Wenn du Zweifel an der Empfehlung hast, kann eine ärztliche Zweitmeinung sinnvoll sein.
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Ernährung und Alltag
Während akuter Beschwerden verträgst du oft kleine, leichte und eher fettarme Mahlzeiten besser als sehr fettreiche Speisen. Geeignet können je nach Verträglichkeit beispielsweise gedünstetes Gemüse, Reis, Kartoffeln, mageres Fleisch oder Fisch sein. Vermeide Lebensmittel, die deine Beschwerden nachweislich auslösen. Alkohol und sehr fettreiche Speisen solltest du insbesondere während der akuten Phase meiden.
Trinke ausreichend, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Nach der Behandlung kannst du deine Ernährung schrittweise erweitern und beobachten, was du verträgst. Eine individuelle Ernährungsberatung kann dabei helfen. Regelmäßige Bewegung und ein langsames, nachhaltiges Gewichtsmanagement können das Risiko für Gallensteine senken. Crash-Diäten und sehr schneller Gewichtsverlust sind dagegen ungünstig.
Nachsorge und Versicherung
Nach einer Behandlung oder Operation solltest du die vereinbarten Kontrolltermine wahrnehmen und die Anweisungen zur Wundpflege, Belastung und Ernährung beachten. Suche erneut ärztliche Hilfe, wenn Schmerzen, Fieber, Gelbsucht, Übelkeit oder Verdauungsprobleme anhalten oder neu auftreten.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Untersuchungen und Standardbehandlungen in der Regel im Rahmen der geltenden Bestimmungen. Je nach Versicherung können Zuzahlungen oder Einschränkungen gelten. Kläre deshalb bei deiner Krankenkasse, welche Kosten für Medikamente, Krankenhausaufenthalt, Zweitmeinung oder Rehabilitation übernommen werden. Private Zusatzversicherungen können weitere Leistungen vorsehen, etwa bestimmte Wahlleistungen im Krankenhaus; maßgeblich sind die jeweiligen Vertragsbedingungen.
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Das solltest du beachten
Eine Gallenblasenentzündung lässt sich nicht zuverlässig durch Hausmittel oder eine Ernährungsumstellung behandeln. Bei typischen Beschwerden brauchst du eine ärztliche Untersuchung. Besonders bei starken Schmerzen, Fieber, Gelbsucht oder Erbrechen solltest du nicht abwarten. Je früher die Ursache erkannt wird, desto schneller kann entschieden werden, ob Medikamente, eine stationäre Behandlung oder eine Operation erforderlich sind.
