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Hodgkin Lymphom: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Hodgkin Lymphom: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Das Hodgkin-Lymphom, auch Morbus Hodgkin genannt, ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Es beginnt meist in den Lymphknoten und kann sich auf weitere Bereiche des Lymphsystems oder andere Organe ausbreiten. In Deutschland erkranken daran jährlich etwa 2.400 Menschen, besonders häufig junge Erwachsene sowie ältere Menschen.

Welche Symptome treten auf?

Ein typisches frühes Zeichen sind schmerzlose, anhaltende Schwellungen der Lymphknoten, vor allem am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leiste. Lymphknoten können allerdings auch durch Infektionen wie eine Erkältung vergrößert sein. Deshalb bedeutet eine Schwellung nicht automatisch Krebs. Hält sie an oder ist sie unklar, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

Zu den möglichen allgemeinen Beschwerden gehören anhaltende Müdigkeit, Leistungsminderung und Juckreiz ohne erkennbaren Hautausschlag. Die sogenannte B-Symptomatik umfasst:

  • Fieber über 38 °C ohne erkennbare Ursache
  • starkes nächtliches Schwitzen
  • ungewollten Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten

Vergrößerte Lymphknoten im Brustraum können Husten oder Atemnot verursachen. In fortgeschrittenen Stadien können unter anderem Knochenschmerzen, eine vergrößerte Leber oder Milz und Veränderungen des Blutbilds hinzukommen. Solche Beschwerden haben auch andere mögliche Ursachen. Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen ist deine Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Welche Ursachen und Risikofaktoren sind bekannt?

Das Hodgkin-Lymphom entsteht durch Veränderungen bestimmter Lymphozyten. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Ein erhöhtes Risiko wird unter anderem mit einer früheren Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), einem geschwächten Immunsystem, HIV, immunsuppressiven Medikamenten nach einer Organtransplantation und bestimmten Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Auch eine familiäre Häufung kann das Risiko leicht erhöhen.

Viele Menschen mit diesen Faktoren erkranken jedoch nicht. Umgekehrt tritt das Hodgkin-Lymphom auch ohne bekannten Risikofaktor auf. Eine sichere Vorbeugung oder ein allgemeines Screening gibt es derzeit nicht.

Wie wird ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert?

Bei einem Verdacht fragt dich die Ärztin oder der Arzt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und möglichen Risikofaktoren. Es folgt eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem Lymphknoten, Leber und Milz beurteilt werden.

Blutuntersuchungen können Hinweise auf Entzündungen, Blutbildveränderungen oder die allgemeine körperliche Verfassung liefern. Je nach Situation kommen außerdem Ultraschall, Computertomografie (CT) oder weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Entscheidend ist die Untersuchung einer Lymphknoten-Gewebeprobe. Häufig wird dafür ein ganzer Lymphknoten entnommen. Unter dem Mikroskop sucht die Pathologie nach typischen Reed-Sternberg-Zellen und untersucht weitere Zellmerkmale. Eine solche Biopsie ist notwendig, um die Diagnose sicher zu stellen und den Subtyp zu bestimmen.

Hodgkin Lymphom: Patient und Arzt in einer hellen Praxis

Welche Subtypen und Stadien gibt es?

Die meisten Erkrankungen gehören zu den klassischen Hodgkin-Lymphomen. Sie sind typischerweise durch Reed-Sternberg-Zellen und den Zellmarker CD30 gekennzeichnet. Zu den klassischen Untertypen zählen der nodulär-sklerosierende Typ, der Mischtyp sowie lymphozytenreiche und lymphozytenarme Formen. Daneben gibt es das seltenere lymphozyten-prädominante Hodgkin-Lymphom, das sich in Zellmerkmalen und Therapie vom klassischen Typ unterscheiden kann.

Für die Ausbreitung wird meist die Ann-Arbor-Klassifikation verwendet:

  • Stadium I: eine Lymphknotenregion oder ein einzelnes Organ außerhalb des Lymphsystems ist betroffen.
  • Stadium II: mehrere Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells sind betroffen.
  • Stadium III: Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells sind betroffen.
  • Stadium IV: ein oder mehrere Organe außerhalb des Lymphsystems sind ausgedehnt betroffen.

Zusätzlich wird angegeben, ob B-Symptome vorliegen. Das Stadium, der Subtyp, weitere Risikomerkmale und dein allgemeiner Gesundheitszustand beeinflussen die Therapieplanung.

Wie wird das Hodgkin-Lymphom behandelt?

Die Behandlung wird in einem spezialisierten Ärzteteam individuell festgelegt. Häufig bildet eine Chemotherapie den Schwerpunkt. In frühen oder bestimmten lokal begrenzten Situationen kann sie mit einer gezielten Strahlentherapie kombiniert werden. Welche Medikamente und wie viele Therapiezyklen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Stadium und vom Therapieansprechen ab.

Bei bestimmten Erkrankungsformen oder bei einem Rückfall kommen zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien infrage. Dazu gehören beispielsweise PD-1-Inhibitoren wie Nivolumab oder Pembrolizumab sowie das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Brentuximab Vedotin. Bei einem Rückfall kann eine Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation eingesetzt werden. Dabei können eigene oder in bestimmten Fällen Spenderstammzellen verwendet werden.

Die Therapien können Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören je nach Verfahren unter anderem Müdigkeit, Hautreaktionen, Nervenschäden, Auswirkungen auf Herz oder Hormone und eine eingeschränkte Fruchtbarkeit. Dein Behandlungsteam sollte dich vor Therapiebeginn über mögliche Risiken, Schutzmaßnahmen und Optionen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit informieren.

Wie sind die Heilungschancen?

Das Hodgkin-Lymphom gilt insgesamt als gut behandelbar. Die Aussichten sind häufig besonders günstig, wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt wird. Auch bei fortgeschrittenen Stadien sind gute Behandlungsergebnisse möglich. Eine individuelle Prognose lässt sich jedoch nur anhand deiner Befunde, des Subtyps, des Stadiums, deines Gesundheitszustands und des Ansprechens auf die Therapie beurteilen.

Was gehört zur Nachsorge?

Nach der Behandlung finden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen statt. Sie dienen dazu, mögliche Rückfälle, Beschwerden und Spätfolgen frühzeitig zu erkennen. Je nach Situation gehören körperliche Untersuchungen, Bluttests und bildgebende Verfahren dazu.

Auch psychische Belastungen, Erschöpfung, berufliche Fragen und Einschränkungen im Alltag verdienen Aufmerksamkeit. Rehabilitationsangebote, psychoonkologische Beratung und Selbsthilfegruppen können dich und deine Angehörigen unterstützen. Sprich Beschwerden und Sorgen bei den Nachsorgeterminen offen an.

Hodgkin Lymphom: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?

Lass eine schmerzlose Lymphknotenschwellung, die anhält oder größer wird, sowie ungeklärtes Fieber, starken Nachtschweiß, ungewollten Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit, Juckreiz oder Atembeschwerden ärztlich abklären. Die Beschwerden müssen nicht auf ein Hodgkin-Lymphom hindeuten. Eine sichere Diagnose ist nur durch medizinische Untersuchung und gegebenenfalls eine Biopsie möglich.

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