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Morbus Menière: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Morbus Menière: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs. Typisch sind wiederkehrende Drehschwindelattacken, Tinnitus, Hörminderung und ein Druck- oder Völlegefühl im Ohr. Die Beschwerden können plötzlich beginnen, unterschiedlich stark ausfallen und Minuten bis Stunden anhalten. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich.

Die Ursache ist nicht vollständig geklärt. Eine ärztliche Diagnose ist wichtig, weil auch andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden auslösen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Morbus Menière betrifft das Innenohr und kann Gleichgewicht und Gehör beeinträchtigen.

  • Die Symptome treten häufig anfallsartig auf und können zwischen den Attacken schwanken.

  • Zur Abklärung gehören vor allem das Gespräch über die Beschwerden, Hörtests und Gleichgewichtsuntersuchungen.

  • Medikamente, Anpassungen des Lebensstils und Gleichgewichtstraining können Beschwerden lindern.

  • Bei schweren Verläufen kommen unter Umständen Eingriffe infrage.

Was ist Morbus Menière?

Morbus Menière, auch Menièresche Krankheit genannt, ist eine meist chronisch verlaufende Erkrankung des Innenohrs. Vermutet wird eine Störung der Flüssigkeitsregulation im Innenohr. Dadurch können die Signale für Hören und Gleichgewicht beeinträchtigt werden.

Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber häufig im mittleren Erwachsenenalter. Meist ist zunächst nur ein Ohr betroffen. Im weiteren Verlauf kann jedoch auch das andere Ohr Beschwerden entwickeln. Wie oft die Anfälle auftreten und wie sich die Erkrankung entwickelt, ist individuell sehr verschieden.

Welche Symptome treten auf?

Welche Symptome treten bei Morbus Menière auf? Arzt klärt auf.

Die wichtigsten Beschwerden sind:

  • Drehschwindel: Die Attacken beginnen oft plötzlich und können so stark sein, dass du dich hinlegen musst. Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Zittern oder Augenzucken können hinzukommen.

  • Tinnitus: Ein Klingeln, Pfeifen oder Rauschen im betroffenen Ohr kann während eines Anfalls oder dauerhaft auftreten.

  • Hörverlust: Die Hörminderung betrifft häufig zunächst ein Ohr und kann anfangs schwanken. Im Verlauf kann sie zunehmen und dauerhaft werden.

  • Ohrdruck: Viele Betroffene beschreiben ein verstopftes oder gespanntes Gefühl im Ohr.

Die Symptome müssen nicht immer gleichzeitig auftreten. Manche Menschen leiden vor allem unter Schwindel, andere unter Tinnitus oder Hörverlust. Stress kann die Beschwerden bei einigen Betroffenen verstärken, ist aber nicht bei allen ein eindeutiger Auslöser.

Wenn du wiederholt Schwindel, Ohrgeräusche, Hörminderung oder Ohrdruck bemerkst, solltest du die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Ein Symptomtagebuch mit Zeitpunkt, Dauer, Stärke und Begleiterscheinungen kann beim Arztgespräch hilfreich sein.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Die konkrete Ursache von Morbus Menière ist bisher nicht sicher bekannt. Fachleute diskutieren ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Flüssigkeitsregulation: Eine veränderte Flüssigkeitsmenge oder ein erhöhter Druck im Innenohr könnte an den Beschwerden beteiligt sein.

  • Genetische Veranlagung: Wenn Morbus Menière in der Familie vorkommt, kann das Risiko erhöht sein. Eine familiäre Belastung bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig auftritt.

  • Immunologische Faktoren: Fehlregulationen des Immunsystems werden als mögliche Ursache untersucht.

  • Infektionen und andere Einflüsse: Frühere Virusinfektionen, Allergien, Ohrverletzungen oder bestimmte Medikamente werden teilweise als mögliche Einflussfaktoren diskutiert.

Auch Stress, hoher Salzkonsum, Alkohol, Koffein und Nikotin werden von manchen Betroffenen als Verstärker wahrgenommen. Ob und wie stark einzelne Faktoren wirken, ist individuell.

Wie wird Morbus Menière diagnostiziert?

Es gibt keinen einzelnen Test, der Morbus Menière eindeutig nachweist. Der HNO-Arzt beurteilt deshalb deine Krankengeschichte, den Verlauf der Anfälle und die Begleitsymptome. Wichtig sind unter anderem folgende Fragen: Wie oft tritt der Schwindel auf? Wie lange dauert eine Attacke? Sind Tinnitus, Hörverlust oder Ohrdruck damit verbunden?

Ergänzend kommen Untersuchungen infrage:

  • Hörtests: Sie zeigen, ob und in welchen Frequenzbereichen das Hörvermögen beeinträchtigt ist.

  • Gleichgewichtstests: Sie prüfen die Funktion des Gleichgewichtsorgans und die Reaktion des Körpers auf bestimmte Reize.

  • Bildgebung: Eine MRT kann notwendig sein, um andere Ursachen wie ein Vestibularisschwannom auszuschließen. In speziellen Verfahren lassen sich möglicherweise Veränderungen der Flüssigkeit im Innenohr darstellen.

Zu den Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden zählen unter anderem der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel, eine Vestibularisneuronitis, vestibuläre Migräne, Ohrinfektionen und seltene neurologische Erkrankungen. Eine sorgfältige Abgrenzung ist deshalb entscheidend.

Welche Behandlung hilft?

Morbus Menière gilt als nicht heilbar. Die Behandlung soll vor allem Schwindelattacken und Begleitsymptome lindern, die Hörfähigkeit möglichst unterstützen und deinen Alltag erleichtern. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt vom Verlauf und deinen Beschwerden ab.

Medikamente

Bei akuten Attacken können ärztlich verordnete Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit helfen. In bestimmten Fällen werden weitere Medikamente, etwa Diuretika, eingesetzt. Nimm solche Präparate nur nach ärztlicher Anweisung ein.

Lebensstil und Gleichgewichtstraining

Eine regelmäßige, ausgewogene Ernährung mit weniger stark verarbeiteten und salzreichen Lebensmitteln kann sinnvoll sein. Ausreichend zu trinken, Stress zu reduzieren und mögliche persönliche Auslöser zu beobachten, kann den Umgang mit den Beschwerden erleichtern. Alkohol, Koffein und Nikotin solltest du reduzieren oder meiden, wenn du feststellst, dass sie deine Symptome verstärken.

Nach ärztlicher Empfehlung kann Physiotherapie mit Gleichgewichtsübungen helfen. Dabei lernt das Gehirn, veränderte Signale aus dem Gleichgewichtsorgan besser zu verarbeiten. Moderate Bewegung wie Spaziergänge oder Radfahren kann das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Während akuter Beschwerden solltest du Sturzrisiken vermeiden.

Operationen

Wenn starke Schwindelattacken trotz anderer Behandlungen bestehen bleiben, können Spezialisten operative Verfahren prüfen. Dazu gehören beispielsweise die Labyrinthektomie, bei der das Gleichgewichtsorgan im betroffenen Innenohr zerstört wird, oder eine Vestibularisneurektomie, bei der der Gleichgewichtsnerv durchtrennt wird. Die Labyrinthektomie führt zu einem dauerhaften Hörverlust auf der behandelten Seite.

Weitere Eingriffe zielen auf die Druckregulation im Innenohr. Operationen kommen in der Regel erst infrage, wenn weniger invasive Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Mögliche Risiken umfassen unter anderem Infektionen, Blutungen, Gesichtsnervenverletzungen und eine weitere Hörverschlechterung. Besprich Nutzen und Risiken ausführlich mit dem behandelnden Team.

Was kannst du selbst tun?

Hausmittel ersetzen keine Diagnose und Behandlung. Im Alltag können dir dennoch einige Maßnahmen helfen:

  • Notiere Anfälle, mögliche Auslöser, Dauer und Begleitsymptome.

  • Plane regelmäßige Schlaf- und Mahlzeiten und achte auf ausreichend Flüssigkeit.

  • Nutze Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung, wenn sie dir guttun.

  • Sprich mit Familie, Freunden oder einer Selbsthilfegruppe über die Belastung durch Schwindel und Hörprobleme.

  • Hole dir psychologische Unterstützung, wenn Angst, Rückzug oder die Sorge vor dem nächsten Anfall deinen Alltag bestimmen.

Akupunktur, Kräuterpräparate und andere alternative Verfahren sind in ihrer Wirksamkeit nicht immer ausreichend belegt. Sie können Nebenwirkungen haben oder mit Medikamenten wechselwirken. Sprich deshalb vorher mit deinem Arzt.

Verlauf und Prognose

Morbus Menière: Arzt behandelt Frau in Praxis.

Der Verlauf ist nicht zuverlässig vorhersehbar. Bei manchen Betroffenen werden die Anfälle mit der Zeit seltener oder schwächer, bei anderen bleiben Schwindel, Tinnitus oder Hörverlust bestehen. Eine zunehmende Hörminderung, Unsicherheit beim Gehen und die Angst vor weiteren Attacken können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Hörgeräte oder andere Hilfsmittel können bei bleibendem Hörverlust unterstützen.

Wenn Beschwerden anhalten, zunehmen oder deinen Alltag deutlich einschränken, solltest du ärztliche Hilfe suchen. Der Hausarzt kann die erste Anlaufstelle sein; bei Verdacht auf Morbus Menière ist ein HNO-Arzt besonders geeignet.

Weitere Informationen zu verwandten Beschwerden findest du bei Morbus Menière, Schwindel und Placebo.

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