Eine Peritonitis, auch Bauchfellentzündung genannt, ist eine ernste Entzündung des Bauchfells. Sie entsteht häufig, wenn Bakterien oder Darminhalt aus einem erkrankten oder verletzten Organ in die Bauchhöhle gelangen. Die Erkrankung kann sich schnell verschlimmern und muss sofort ärztlich abgeklärt werden.
Bei plötzlich starken oder anhaltenden Bauchschmerzen, einem harten und berührungsempfindlichen Bauch, Fieber, Erbrechen, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen rufst du den Notruf 112 oder gehst sofort in eine Notaufnahme.
Welche Symptome sprechen für eine Peritonitis?
Das wichtigste Zeichen sind meist plötzlich einsetzende, starke Bauchschmerzen. Der Schmerz kann stechend, brennend oder dauerhaft sein und sich bei Bewegung oder Berührung verstärken. Typisch ist außerdem eine Abwehrspannung: Die Bauchdecke fühlt sich hart und angespannt an, teilweise wie ein Brett. Schon leichter Druck kann starke Schmerzen auslösen.
Viele Betroffene nehmen eine gekrümmte Schonhaltung ein und ziehen die Beine an, weil das den Bauchraum entlasten kann. Weitere mögliche Beschwerden sind:
- Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
- Fieber oder Schüttelfrost
- Verstopfung oder ausbleibender Stuhlgang
- ein aufgeblähter Bauch
- Kreislaufprobleme, Schwäche oder Benommenheit
Erbrechen zusammen mit fehlendem Stuhlgang kann auch auf einen Darmverschluss oder eine gestörte Darmbewegung hinweisen. Atemnot, Ohnmacht, ein Blutdruckabfall oder starke Benommenheit sind besonders alarmierende Zeichen. Warte in diesen Situationen nicht ab und fahre nicht selbst, wenn dein Kreislauf instabil ist.
Der Begriff Verstopfung beschreibt dabei nur ein mögliches Symptom. Ob eine Peritonitis vorliegt, lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Welche Ursachen hat eine Bauchfellentzündung?
Bei der häufigeren sekundären Peritonitis liegt die Ursache in einem anderen Bauchorgan. Durch einen Durchbruch oder eine Verletzung gelangen Bakterien, Verdauungssäfte oder andere reizende Stoffe in die Bauchhöhle. Mögliche Auslöser sind:
- ein durchgebrochener entzündeter Blinddarm
- ein perforiertes Magen- oder Darmgeschwür
- schwere Entzündungen von Gallenblase, Darm oder anderen Bauchorganen
- Verletzungen der Magen- oder Darmwand
- Komplikationen nach einer Operation, etwa eine undichte Naht
Auch bei einer Bauchfelldialyse können Keime über den Katheter in die Bauchhöhle gelangen. Deshalb ist eine sorgfältige Hygiene bei der Katheterversorgung besonders wichtig.
Bei der primären Peritonitis kommt die Infektion nicht durch ein Loch in einem Bauchorgan zustande. Bakterien können beispielsweise über das Blut oder die Lymphbahnen in das Bauchfell gelangen. Eine spontan bakterielle Peritonitis tritt unter anderem bei Menschen mit Aszites infolge einer Leberzirrhose auf.
Wie wird Peritonitis diagnostiziert?
Zu Beginn fragt das medizinische Team nach dem Verlauf der Beschwerden, Vorerkrankungen, Operationen und möglichen Auslösern. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Dabei achten die Behandelnden unter anderem auf Druckschmerz, Abwehrspannung und eine auffällige Darmtätigkeit.
Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Entzündung oder eine Belastung des Kreislaufs liefern. Häufig werden unter anderem die Zahl der weißen Blutkörperchen, der CRP-Wert und weitere Laborwerte bestimmt. Die Ergebnisse müssen immer zusammen mit deinen Beschwerden und der Untersuchung bewertet werden.
Zur weiteren Abklärung kommen bildgebende Verfahren infrage. Ein Ultraschall kann beispielsweise freie Flüssigkeit oder Veränderungen an Organen zeigen. Eine Röntgenuntersuchung kann freie Luft im Bauchraum oder stark geblähte Darmschlingen sichtbar machen. Eine Computertomografie erlaubt meist eine detailliertere Beurteilung der Bauchhöhle und kann helfen, die Ursache einzugrenzen. Je nach Fragestellung kann auch eine Punktion oder eine operative Abklärung erforderlich sein.
Zu den Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden gehören unter anderem eine Blinddarmentzündung, eine Gallenblasenentzündung, eine Nierenkolik oder bei Frauen eine Entzündung der Eierstöcke. Auch Röntgen ist deshalb nur ein Baustein der Diagnostik.
Wie wird eine Peritonitis behandelt?
Die Behandlung erfolgt in der Regel im Krankenhaus. Sie richtet sich danach, wodurch die Entzündung ausgelöst wurde und wie stark dein Körper betroffen ist.
Antibiotika und Stabilisierung
Antibiotika werden eingesetzt, wenn eine bakterielle Infektion vermutet oder nachgewiesen ist. Im Krankenhaus werden sie häufig zunächst über eine Infusion verabreicht. Zusätzlich können Infusionen Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzen. Schmerzmittel lindern die Beschwerden, während Kreislauf, Atmung und Organfunktionen überwacht werden.
Operation bei einer sekundären Peritonitis
Wenn ein Blinddarm, Magen, Darm oder ein anderes Organ durchgebrochen ist, reicht eine medikamentöse Behandlung meist nicht aus. Dann muss die Ursache möglichst schnell operativ behoben werden. Je nach Befund wird beispielsweise ein entzündetes Organ entfernt, eine Perforation verschlossen oder ein Darmverschluss beseitigt. Die Bauchhöhle kann gespült werden; gegebenenfalls werden Drainagen gelegt.
Bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Nach einer Operation können neben Antibiotika und Drainagen vorübergehend auch eine Magensonde oder ein künstlicher Darmausgang notwendig sein. Welche Maßnahmen infrage kommen, hängt vom Operationsbefund und deinem Gesundheitszustand ab.
Welche Komplikationen sind möglich?
Unbehandelt kann sich die Infektion im gesamten Körper ausbreiten und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall. In der Folge können Organe versagen und eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig werden.
Auch nach erfolgreicher Behandlung sind Komplikationen möglich. Dazu gehören Verwachsungen im Bauchraum, chronische Schmerzen, Verdauungsbeschwerden oder ein erneuter Darmverschluss. Eine schwere Erkrankung kann außerdem psychisch belasten. Anhaltende Beschwerden, Ängste oder depressive Symptome solltest du bei der Nachsorge ansprechen.
Der Verlauf hängt vor allem von der Ursache, dem Schweregrad, dem Zeitpunkt der Behandlung sowie deinem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand ab. Eine frühe Diagnose und Behandlung verbessern die Aussichten.
Was solltest du bei Verdacht tun?
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Bei starken, zunehmenden Bauchschmerzen solltest du sofort medizinische Hilfe holen. Ruf bei schweren Beschwerden den Notruf 112 oder wende dich direkt an eine Notaufnahme. Bis zur ärztlichen Abklärung solltest du nichts essen oder trinken, sofern dir medizinisches Personal nichts anderes sagt. Nimm keine zusätzlichen Medikamente oder Hausmittel auf eigene Faust, um die Beschwerden zu überdecken.
Eine Peritonitis kannst du nicht sicher selbst behandeln. Entscheidend ist, die zugrunde liegende Ursache schnell zu finden und gezielt zu behandeln.
Was ist nach der Behandlung wichtig?
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Nach der akuten Behandlung brauchst du Zeit, um dich zu erholen. Halte dich an die Anweisungen des behandelnden Teams und nimm verordnete Medikamente genau wie empfohlen ein. Ernährung, Trinkmenge und körperliche Belastung solltest du schrittweise und abhängig von der Operation oder Grunderkrankung anpassen. Leicht verdauliche Kost kann vorübergehend besser verträglich sein; einen festen Ernährungsplan solltest du aber mit deinem medizinischen Team abstimmen.
Nachsorgetermine helfen, Wundheilung, Verdauung und mögliche Komplikationen zu kontrollieren. Bei erneut starken Schmerzen, Fieber, Erbrechen, einem harten Bauch oder ausbleibendem Stuhlgang brauchst du umgehend ärztliche Hilfe.
Zur Vorbeugung tragen eine gute Hygiene bei medizinischen Eingriffen und bei der Bauchfelldialyse sowie die frühe Abklärung anhaltender Bauchschmerzen bei. Bestimmte Vorerkrankungen, frühere Operationen oder Medikamente, die das Immunsystem schwächen, können das Risiko beeinflussen. Besprich diese Faktoren mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Ignoriere starke Bauchschmerzen nicht: Bei einer möglichen Peritonitis zählt jede schnelle medizinische Abklärung.
Weitere Informationen zu möglichen Begleiterscheinungen findest du auch bei Feuer, Kurzschluss und den damit verknüpften Begriffen nicht als medizinische Diagnose, sondern ausschließlich im jeweiligen Kontext.
