Der plötzliche Herztod ist ein unerwarteter Kreislaufstillstand, bei dem das Herz seine Pumpfunktion verliert. Er kann Menschen mit einer bekannten Herzerkrankung ebenso treffen wie Personen, bei denen bisher keine Erkrankung festgestellt wurde. Ohne sofortige Hilfe kommt es innerhalb kurzer Zeit zu schweren Sauerstoffmangelschäden und zum Tod.
Welche Symptome treten auf?
Typisch ist ein plötzlicher Zusammenbruch. Die betroffene Person reagiert nicht auf Ansprache oder Berührung und atmet nicht normal. Eine Schnappatmung oder einzelne unregelmäßige Atemzüge gelten nicht als normale Atmung. Laien müssen nicht lange nach dem Puls suchen: Reaktionslosigkeit und fehlende normale Atmung reichen aus, um den Notfall anzunehmen.
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plötzlicher Bewusstseinsverlust und Reaktionslosigkeit
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keine normale Atmung oder nur Schnappatmung
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fehlende Bewegung und fehlende Reaktion auf Ansprache
Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Schwindel oder eine Ohnmacht können einem Herzstillstand vorausgehen, müssen es aber nicht. Wenn solche Beschwerden neu, stark oder belastungsabhängig auftreten, solltest du sofort medizinische Hilfe holen.
Was solltest du im Notfall tun?
Bei einem plötzlichen Zusammenbruch zählt jede Sekunde. Prüfe zunächst, ob die Person reagiert und normal atmet. Wenn das nicht der Fall ist, rufe den Notruf 112 und bitte eine anwesende Person, einen automatisierten externen Defibrillator (AED) zu holen.
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Prüfen: Sprich die Person laut an und kontrolliere, ob sie normal atmet.
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Rufen: Wähle 112. Die Leitstelle kann dich telefonisch anleiten.
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Drücken: Beginne sofort mit der Herzdruckmassage in der Mitte des Brustkorbs. Drücke kräftig und regelmäßig etwa 100 bis 120 Mal pro Minute.
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Defibrillieren: Schalte den AED ein, klebe die Elektroden auf den entblößten Brustkorb und befolge die Sprachanweisungen. Während einer Schockabgabe darf niemand die Person berühren.
Wenn du in der Beatmung geschult bist, kannst du zusätzlich beatmen. Andernfalls ist eine durchgehende Herzdruckmassage besser als abzuwarten. Unterbrich die Wiederbelebung nur kurz, wenn der AED den Herzrhythmus analysiert oder einen Schock empfiehlt. Beende sie erst, wenn die Person wieder normal atmet, der Rettungsdienst übernimmt oder du erschöpft bist.
Was bedeutet plötzlicher Herztod?
Der Begriff beschreibt den unerwarteten Tod aus einer meist kardialen Ursache, der kurz nach Beginn der Beschwerden eintritt. Ein Herzstillstand ist zunächst das akute Ereignis: Das Herz pumpt kein Blut mehr durch den Körper. Durch Wiederbelebung und Defibrillation kann dieser Zustand in manchen Fällen beendet werden. Der Herzinfarkt ist dagegen eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Er kann einen Herzstillstand auslösen, ist aber nicht dasselbe wie ein plötzlicher Herztod.
Ursachen und Risikofaktoren
Bei Erwachsenen ist die koronare Herzkrankheit (KHK) eine häufige Ursache. Verengte Herzkranzgefäße können die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigen und gefährliche Rhythmusstörungen begünstigen. Der unmittelbare Auslöser ist häufig eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der das Herz nicht mehr wirksam pumpt.
Weitere mögliche Ursachen sind:
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Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
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Herzklappenfehler oder eine Herzschwäche
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angeborene oder genetisch bedingte Erkrankungen wie das Long-QT- oder Brugada-Syndrom
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Störungen des Salz- und Flüssigkeitshaushalts sowie bestimmte Medikamente oder Substanzen
Das Risiko steigt unter anderem bei einer bekannten Herzerkrankung, einem früheren Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Blutfetten, Rauchen, starkem Übergewicht, Bewegungsmangel und familiären Fällen von plötzlichem Herztod. Alter und männliches Geschlecht sind statistische Risikomerkmale, schließen einen plötzlichen Herztod bei jüngeren Menschen oder Frauen aber nicht aus.
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Plötzlicher Herztod beim Sport
Ein plötzlicher Herztod beim Sport ist selten, kann aber auch bei jungen Menschen auftreten. Bei ihnen stehen teilweise unerkannte angeborene oder genetische Herzerkrankungen, Herzmuskelentzündungen oder Rhythmusstörungen im Vordergrund. Übertraining, Flüssigkeitsmangel und leistungssteigernde Substanzen können zusätzliche Risiken darstellen.
Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel, Ohnmacht, ungeklärte Leistungseinbußen oder Herzrasen während des Trainings solltest du nicht ignorieren. Beende die Belastung und lass die Beschwerden ärztlich abklären. Wenn jemand beim Sport zusammenbricht und nicht normal atmet, gilt sofort: 112, Herzdruckmassage und AED.
Wie wird die Ursache untersucht?
Nach einem überlebten Herzstillstand suchen Ärztinnen und Ärzte nach der auslösenden Erkrankung und nach behandelbaren Risikofaktoren. Dazu können ein EKG oder Langzeit-EKG, eine Echokardiografie, Blutuntersuchungen, ein Belastungs-EKG, eine Herzkatheteruntersuchung oder je nach Verdacht weitere bildgebende und genetische Untersuchungen gehören. Welche Diagnostik sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden, der Krankengeschichte und dem Ereignis ab. Bei familiären Fällen kann eine kardiologische oder humangenetische Beratung wichtig sein.
Behandlung und Nachsorge
Im akuten Notfall sind Herzdruckmassage und eine möglichst frühe Defibrillation die entscheidenden Maßnahmen. Der Rettungsdienst setzt die professionelle Reanimation fort, behandelt mögliche Ursachen und stabilisiert den Kreislauf.
Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Auslöser. Möglich sind Medikamente gegen bestimmte Herzerkrankungen oder Rhythmusstörungen, Eingriffe an den Herzkranzgefäßen oder eine Katheterbehandlung von Rhythmusstörungen. Bei einem erhöhten Risiko für einen erneuten gefährlichen Rhythmus kann ein implantierbarer Defibrillator (ICD) sinnvoll sein. Das Gerät überwacht den Herzrhythmus und kann bei bestimmten lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen einen Schock abgeben.
Nach dem Ereignis gehören kardiologische Kontrollen, eine individuell festgelegte Therapie und häufig eine kardiologische Rehabilitation zur Nachsorge. Auch Angst, Depressionen oder eine traumatische Belastung können auftreten. Psychologische Unterstützung, Gespräche mit Angehörigen und Selbsthilfeangebote können die Verarbeitung erleichtern.
Wie kannst du vorbeugen?
Nicht alle Ursachen lassen sich verhindern. Du kannst dein Risiko jedoch beeinflussen, indem du Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfette behandeln lässt, nicht rauchst, dich regelmäßig bewegst und auf eine ausgewogene Ernährung achtest. Alkohol solltest du nur in Maßen konsumieren. Wenn du neu mit intensivem Sport beginnst, Vorerkrankungen hast oder Warnsymptome bemerkst, besprich das Training mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Regelmäßige Vorsorge ist besonders wichtig, wenn in deiner Familie frühe Herzerkrankungen oder Fälle von plötzlichem Herztod bekannt sind. Ein Erste-Hilfe-Kurs hilft dir außerdem, im Notfall sicherer zu reagieren. Bei einem bewusstlosen Menschen ohne normale Atmung gilt unabhängig vom vermuteten Auslöser: sofort 112 rufen, mit der Herzdruckmassage beginnen und einen AED einsetzen, sobald er verfügbar ist.
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Wichtig: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei akuten Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht oder einem Zusammenbruch wählst du den Notruf 112.
