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Pseudarthrose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Pseudarthrose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Eine Pseudarthrose entsteht, wenn ein Knochenbruch nicht ausreichend verheilt. Die Bruchstücke bleiben beweglich; im Frakturspalt kann sich eine Art falsches Gelenk bilden. Typisch sind anhaltende, oft belastungsabhängige Schmerzen, Instabilität und eine eingeschränkte Funktion. Die Behandlung hängt unter anderem von der Lage des Bruchs, der Stabilität, der Durchblutung und dem Vorliegen einer Infektion ab.

Pseudarthrose: Definition und Formen

Bei einer normalen Knochenheilung überbrückt neu gebildetes Knochengewebe den Bruchspalt. Bei einer Pseudarthrose bleibt dieser Spalt bestehen oder wird nicht ausreichend stabil. Statt einer belastbaren knöchernen Verbindung kann sich Bindegewebe bilden. Die Beweglichkeit an der Bruchstelle ist dann krankhaft.

Ärztlich wird unter anderem zwischen einer aseptischen, also nicht infizierten, und einer septischen Pseudarthrose unterschieden. Eine septische Form wird durch eine Infektion begünstigt und benötigt eine andere Behandlung als eine nicht infizierte Pseudarthrose.

Welche Symptome sind möglich?

  • Schmerzen: Sie können dauerhaft bestehen oder vor allem bei Belastung auftreten. Ihre Stärke hängt unter anderem von der betroffenen Körperregion und der Aktivität ab.

  • Bewegungseinschränkung: Der betroffene Bereich kann steif sein oder sich im Alltag und bei bestimmten Bewegungen nur eingeschränkt nutzen lassen.

  • Instabilität: Manche Betroffene spüren eine unübliche Beweglichkeit an der früheren Bruchstelle. Auch eine Fehlstellung oder Kraftminderung ist möglich.

  • Schwellung und Rötung: Diese Zeichen können auftreten, müssen aber nicht vorhanden sein.

Fieber, ein deutliches Krankheitsgefühl, zunehmende Rötung oder starke Schwellung können auf eine Infektion hindeuten. Bei solchen Beschwerden solltest du den betroffenen Bereich zeitnah ärztlich untersuchen lassen.

Ursachen und Risikofaktoren

Für eine Pseudarthrose kommen mehrere Faktoren infrage. Eine wichtige Rolle spielt die Durchblutung: Ist der Knochen nach dem Bruch oder einer Operation nicht ausreichend mit Blut versorgt, fehlen ihm Sauerstoff und Nährstoffe für die Heilung. Auch verletzte Blutgefäße oder bestimmte Erkrankungen können die Versorgung beeinträchtigen.

Ein weiterer Faktor ist fehlende mechanische Stabilität. Bewegen sich die Knochenenden zu stark, etwa durch eine unzureichende Ruhigstellung, lockeres oder falsch positioniertes Osteosynthesematerial oder eine zu frühe Belastung, kann die knöcherne Heilung ausbleiben. Infektionen stören den Heilungsprozess ebenfalls und können zu einer septischen Pseudarthrose führen.

Zusätzlich können Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Durchblutungsstörungen und Begleiterkrankungen wie Diabetes die Heilung erschweren. Im höheren Lebensalter kommen häufig eine geringere Knochenqualität, Osteoporose oder weitere Erkrankungen hinzu. Bei Kindern müssen Wachstumsfugen berücksichtigt werden; seltene genetische oder angeborene Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen.

Wie wird eine Pseudarthrose diagnostiziert?

Am Anfang stehen die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Dabei fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach dem Verlauf des Bruchs, den Schmerzen, der Belastbarkeit und früheren Operationen. Der betroffene Bereich wird auf Schwellungen, Rötungen, Narben, Fehlstellungen und Instabilität untersucht.

Ein Röntgenbild zeigt, ob der Frakturspalt fortbesteht, die Knochenachse verändert ist oder andere Hinweise auf eine ausbleibende Heilung vorliegen. Nicht jede Pseudarthrose ist im Röntgenbild sofort eindeutig erkennbar. Ein CT kann die Knochenstruktur dreidimensional und besonders detailliert darstellen und bei der Operationsplanung helfen. Ein MRT liefert zusätzliche Informationen zu Knochenmark, Weichteilen, Durchblutung und möglichen Entzündungen.

Je nach Situation müssen auch andere Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ausgeschlossen werden, beispielsweise eine Knocheninfektion, ein Ermüdungsbruch, ein Tumor oder eine Gelenkerkrankung wie Arthrose oder Arthritis.

Behandlung der Pseudarthrose

Die Therapie wird individuell festgelegt. Entscheidend sind unter anderem die Ursache, die Lage und Größe des Frakturspalts, die Stabilität und der Infektionsstatus. Eine konservative Behandlung kann in ausgewählten Fällen Maßnahmen wie Entlastung, Schienen, Gips oder Orthesen sowie Physiotherapie umfassen. Schmerzmittel können Beschwerden lindern; welches Präparat geeignet ist, solltest du mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Apotheke klären.

Wenn die Stabilität nicht ausreicht oder die konservative Behandlung keinen Erfolg bringt, kann eine Operation erforderlich sein. Dabei werden die Knochenfragmente beispielsweise mit Platten, Schrauben oder einem Marknagel stabilisiert. Ein Fixateur externe kann eine zusätzliche Möglichkeit sein. Fehlt Knochensubstanz, kommen je nach Befund eine körpereigene Knochentransplantation, Spenderknochen oder Knochenersatzstoffe infrage.

Bei einer septischen Pseudarthrose muss die Infektion gezielt behandelt werden. Häufig ist zunächst eine operative Sanierung notwendig, bevor die endgültige Stabilisierung des Knochens erfolgt. Die konkrete Vorgehensweise gehört in die Hand eines spezialisierten Behandlungsteams.

Chirurgische Eingriffe bei Pseudarthrose: Arzt mit Tablet in Praxis.

Nachsorge und Rehabilitation

Nach einer Behandlung ist die Belastung des Knochens meist schrittweise zu steigern. Halte dich an die Vorgaben zur Entlastung und an die Kontrolltermine. Physiotherapie kann helfen, Beweglichkeit und Muskelkraft zurückzugewinnen, das Gangbild zu verbessern und die Belastung im Alltag zu üben. Bei stärkeren Einschränkungen kann auch Ergotherapie sinnvoll sein.

Mit Sport solltest du erst beginnen, wenn die behandelnden Fachpersonen den Knochen dafür freigeben. Kontaktsport, Springen, Joggen oder schnelle Richtungswechsel können je nach Verletzung besonders belastend sein. Schmerzen sind ein Warnsignal und sollten nicht ignoriert werden.

Was kannst du zur Heilung beitragen?

  • Trage Gips, Schiene oder Orthese wie angeordnet und belaste den Knochen nur im erlaubten Umfang.

  • Nimm Kontrolltermine wahr und melde anhaltende oder zunehmende Beschwerden frühzeitig.

  • Verzichte möglichst auf das Rauchen und begrenze Alkohol, da beides die Knochenheilung beeinträchtigen kann.

  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Energie- und Proteinzufuhr sowie den für dich geeigneten Mengen an Kalzium und Vitamin D.

Eine spezielle Pseudarthrose-Diät ist nicht belegt. Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht eigenständig beginnen, sondern vorher mit medizinischem Fachpersonal besprechen. Auch Homöopathie oder andere alternative Verfahren ersetzen keine notwendige Stabilisierung oder Behandlung einer Infektion. Akupunktur kann höchstens ergänzend zur Schmerzbewältigung eingesetzt werden; dass sie den Knochen zusammenwachsen lässt, ist nicht belegt.

Langzeitfolgen und ärztliche Abklärung

Bleibt eine Pseudarthrose unbehandelt, können chronische Schmerzen, dauerhafte Instabilität, eingeschränkte Beweglichkeit und eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit zurückbleiben. Die lang andauernde Belastung kann außerdem die Lebensqualität und psychische Gesundheit beeinträchtigen. Unterstützung durch Schmerztherapie, Physiotherapie oder psychologische Beratung kann dann sinnvoll sein.

Pseudarthrose bei Kindern: Kind spielt im Kinderzimmer

Wenn ein Knochenbruch nach der erwarteten Heilungsphase weiterhin schmerzt, instabil wirkt oder sich nicht normal belasten lässt, solltest du ärztlichen Rat einholen. Bei Kindern und älteren Menschen sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig, um Wachstum, Knochenqualität und Begleiterkrankungen in die Behandlung einzubeziehen. Eine Pseudarthrose ist ernst zu nehmen, kann aber je nach Ursache mit geeigneten Maßnahmen behandelt werden.

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