Reisedurchfall, auch Reisediarrhö genannt, tritt häufig nach Reisen in Regionen mit ungewohnten hygienischen Bedingungen auf. Typisch sind mehr als dreimal täglich auftretender, weicher, ungeformter oder wässriger Stuhl sowie Bauchschmerzen und Krämpfe. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage von selbst. Wichtig ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen und Warnzeichen ernst zu nehmen.
Symptome von Reisedurchfall
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Die Beschwerden beginnen oft plötzlich. Typische Symptome sind:
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häufiger, weicher oder wässriger Stuhlgang
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Bauchschmerzen und Magenkrämpfe
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Übelkeit, manchmal auch Erbrechen
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Abgeschlagenheit und Kraftlosigkeit
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gelegentlich Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen
Durch den Flüssigkeitsverlust kann es zu einer Dehydrierung kommen. Durst, trockener Mund, dunkler Urin, Schwindel und zunehmende Schwäche können darauf hinweisen. Achte deshalb nicht nur auf die Häufigkeit des Stuhlgangs, sondern auch auf deinen Allgemeinzustand.
Ursachen und Risikofaktoren
Am häufigsten wird Reisedurchfall durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser ausgelöst. Bakterien wie Kolibakterien, Salmonellen und Shigellen kommen als Auslöser infrage; auch Viren wie Noro- oder Rotaviren sowie Parasiten können eine Rolle spielen. Eine Stuhluntersuchung ist nicht immer nötig, kann bei anhaltenden oder schweren Beschwerden aber helfen, den Erreger zu bestimmen.
Das Risiko ist in tropischen und subtropischen Regionen sowie in Teilen Mittel- und Südamerikas, Afrikas, Indiens und Südostasiens erhöht. Entscheidend sind unter anderem Wasserqualität, sanitäre Bedingungen und die Zubereitung der Speisen. Backpacker und Reisende in abgelegenen Gebieten haben oft weniger Zugang zu sicherem Wasser und hygienisch zubereiteten Lebensmitteln. Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Reisende mit Vorerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein.
Auch Stress, Zeitumstellung und ungewohnte Speisen können den Magen-Darm-Trakt belasten. Sie können Beschwerden begünstigen, ersetzen aber nicht die mögliche infektiöse Ursache.
Was du bei Reisedurchfall tun kannst
Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzen
Die wichtigste Maßnahme ist, den Verlust von Wasser und Mineralstoffen auszugleichen. Trinke regelmäßig kleine Schlucke. Geeignet sind sicheres Wasser und Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Wenn du erbrichst, können kleine Mengen in kurzen Abständen besser verträglich sein. Bei deutlicher Schwäche oder Anzeichen einer Austrocknung reicht Selbstbehandlung möglicherweise nicht aus.
Leicht essen und den Körper schonen
Wenn dir übel ist, musst du dich nicht zum Essen zwingen. Sobald du wieder Appetit hast, können kleine Portionen leichter Kost wie Reis, Banane, Zwieback, trockenes Brot oder eine fettarme Suppe sinnvoll sein. Meide zunächst fettige und stark gewürzte Speisen, Alkohol und Kaffee. Milchprodukte werden während einer Durchfallerkrankung manchmal schlechter vertragen.
Medikamente nur passend einsetzen
Loperamid kann den Durchfall kurzfristig bremsen, behandelt aber nicht die Ursache. Bei Fieber oder Blut im Stuhl solltest du solche Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache einsetzen. Antibiotika wirken nur bei bestimmten bakteriellen Infektionen und sollten nicht eigenständig eingenommen werden. Lass dich bei der Auswahl von Medikamenten von einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke beraten.
Wann du ärztliche Hilfe brauchst
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Suche ärztliche Hilfe, wenn du hohes Fieber, Blut im Stuhl, starke Bauchschmerzen oder eine ausgeprägte Schwäche hast. Das gilt auch, wenn du kaum Flüssigkeit bei dir behalten kannst, deutliche Zeichen einer Dehydrierung bemerkst oder der Durchfall länger als einige Tage anhält beziehungsweise sich nicht bessert.
Wenn du schwanger bist, zu einer Risikogruppe gehörst, an einer Vorerkrankung leidest oder regelmäßig Medikamente einnimmst, solltest du Beschwerden frühzeitig medizinisch abklären lassen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann anhand deiner Reiseanamnese, der Beschwerden und bei Bedarf von Blut- oder Stuhluntersuchungen entscheiden, welche Behandlung nötig ist.
Reisedurchfall vorbeugen
Mit konsequenter Lebensmittel- und Handhygiene lässt sich das Risiko senken:
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Trinke nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser. Verwende es auch zum Zähneputzen, wenn Leitungswasser nicht als sicher gilt.
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Verzichte auf Eiswürfel, wenn du nicht weißt, aus welchem Wasser sie hergestellt wurden.
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Bevorzuge vollständig durchgegarte und heiß servierte Speisen.
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Meide rohes Fleisch und rohen Fisch sowie unpasteurisierte Milchprodukte.
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Wasche Obst und Gemüse mit sicherem Wasser oder schäle es selbst.
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Wasche dir vor dem Essen und nach dem Toilettengang gründlich die Hände. Wenn Wasser und Seife fehlen, kann Händedesinfektionsmittel eine praktische Ergänzung sein.
Der Merksatz „Koch es, schäl es oder vergiss es“ fasst die wichtigsten Regeln zusammen. Informiere dich vor der Reise über gesundheitliche Risiken und empfohlene Impfungen für dein Ziel. Es gibt keine Impfung gegen alle Erreger von Reisedurchfall; je nach Reiseziel können einzelne Impfungen dennoch sinnvoll sein. Besprich das rechtzeitig mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Nach dem Abklingen
Steigere deine Ernährung langsam wieder und achte weiterhin auf ausreichendes Trinken. Wenn Bauchschmerzen, Durchfall oder andere Verdauungsprobleme nach der Reise anhalten oder erneut auftreten, lass sie ärztlich abklären. In seltenen Fällen können nach einer Infektion länger anhaltende Darmbeschwerden zurückbleiben.
