Shigellose ist eine ansteckende Darminfektion durch Bakterien der Gattung Shigella. Sie wird auch als bakterielle Ruhr bezeichnet. Typisch sind plötzlich einsetzender Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe. Bei blutigem Stuhl oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel solltest du ärztliche Hilfe suchen.
Symptome der Shigellose
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Die Beschwerden beginnen häufig plötzlich und können je nach Erreger und individuellem Verlauf unterschiedlich stark ausfallen. Typische Symptome sind:
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wässriger Durchfall, später gegebenenfalls blutig oder schleimig
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Fieber und Schüttelfrost
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Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen
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schmerzhafter, häufiger Stuhldrang, auch wenn nur wenig Stuhl abgeht
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Übelkeit und Erbrechen
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Abgeschlagenheit und allgemeines Unwohlsein
Blut oder Schleim im Stuhl kann auf eine stärkere Darmentzündung hinweisen. Durch Durchfall und Erbrechen verliert dein Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Achte deshalb auf trockenen Mund, dunklen Urin, Schwindel oder ausgeprägte Schwäche. Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Austrocknung schnell problematisch werden.
Ursachen und Übertragung
Auslöser sind Shigellen, gramnegative und unbewegliche Bakterien, die hauptsächlich beim Menschen vorkommen. Zu den vier Hauptgruppen gehören Shigella sonnei, Shigella flexneri, Shigella dysenteriae und Shigella boydii. Die Arten unterscheiden sich unter anderem in ihrer geografischen Verbreitung, der möglichen Schwere des Verlaufs und ihrer Antibiotikaresistenz.
Die Übertragung erfolgt überwiegend fäkal-oral. Schon eine geringe Menge der Erreger kann ausreichen, um eine Infektion auszulösen. Shigellen gelangen beispielsweise über ungewaschene Hände, kontaminierte Gegenstände, Lebensmittel oder Wasser in den Mund. Auch sexuelle Kontakte können eine Rolle spielen. In Regionen mit unzureichender Trinkwasser- und Sanitärversorgung sowie auf Reisen in solche Gebiete ist das Infektionsrisiko erhöht. Kontaminierte Badegewässer können ebenfalls eine Ansteckungsquelle sein.
Erkrankte können die Bakterien noch ausscheiden, wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Deshalb ist gründliche Hygiene auch während der Genesung wichtig. Besonders leicht kann sich Shigellose in Familien, Kitas, Schulen, Pflegeheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen verbreiten.
Wie wird Shigellose diagnostiziert?
Bei Verdacht auf Shigellose solltest du ärztlich untersucht werden. Für die Diagnose wird eine Stuhlprobe im Labor auf Shigellen untersucht. Der direkte Nachweis der Bakterien bestätigt die Infektion und hilft, andere Ursachen ähnlicher Beschwerden abzugrenzen.
Zusätzlich beurteilt die ärztliche Untersuchung deinen Allgemeinzustand, den Bauch und mögliche Zeichen von Austrocknung. Im Labor kann außerdem geprüft werden, auf welche Antibiotika der gefundene Erreger empfindlich reagiert. Diese Resistenzbestimmung ist wichtig, weil Shigellen gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich sein können.
Behandlung der Shigellose
Die wichtigste Maßnahme ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Trinke regelmäßig Wasser oder geeignete Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Bei starkem Flüssigkeitsmangel oder wenn du nicht ausreichend trinken kannst, kann eine Behandlung mit Flüssigkeit über eine Infusion erforderlich sein. Das gilt besonders für kleine Kinder und ältere Menschen.
Ob ein Antibiotikum nötig ist, hängt unter anderem vom Schweregrad der Erkrankung und der Empfindlichkeit des Erregers ab. Die Entscheidung trifft der Arzt oder die Ärztin. Antibiotika können die Krankheitsdauer und die Ausscheidung der Erreger verkürzen, sind aber wegen möglicher Resistenzen nicht für jeden Verlauf automatisch geeignet. Nimm ein verordnetes Antibiotikum genau nach ärztlicher Anweisung ein und besprich Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder zusätzlichen Durchfall mit der behandelnden Praxis.
Zur Unterstützung können Ruhe und leichte, gut verträgliche Kost beitragen. Reis, Zwieback, Bananen oder Apfelmus werden im Ausgangstext als Beispiele genannt. Fettige und stark gewürzte Speisen, Alkohol und Kaffee können während der Beschwerden belastend sein. Sobald es dir besser geht, solltest du deine Ernährung schrittweise wieder erweitern.
Wann solltest du zum Arzt?
Blutiger oder schleimiger Durchfall, hohes Fieber, starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen oder deutliche Zeichen von Austrocknung sollten ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch, wenn ein Säugling oder Kleinkind, eine ältere Person oder jemand mit geschwächtem Immunsystem erkrankt. Nach einer Reise mit Magen-Darm-Beschwerden solltest du beim Arztbesuch auf die Reise hinweisen.
Selten können schwere Verläufe mit ausgeprägtem Flüssigkeitsverlust, Kreislaufproblemen, Nierenkomplikationen oder weiteren Darmentzündungen auftreten. Bei einer deutlichen Verschlechterung brauchst du umgehend medizinische Hilfe.
Shigellose bei Kindern und auf Reisen
Kinder können sich in Kitas und Schulen leicht anstecken und schneller austrocknen. Bei ihnen können neben Durchfall auch Fieber, Erbrechen und stärkere Bauchschmerzen auftreten. Achte darauf, dass dein Kind ausreichend trinkt, und lass es bei deutlichen Beschwerden ärztlich untersuchen. Erkrankte Kinder sollten Gemeinschaftseinrichtungen erst wieder besuchen, wenn dies gesundheitlich unbedenklich ist und die jeweils geltenden Vorgaben beachtet werden.
Auf Reisen in Gebiete mit niedrigeren Hygienestandards solltest du nur sicheres Trinkwasser verwenden. Wenn die Wasserqualität unsicher ist, kommen abgekochtes oder abgefülltes Wasser infrage; auch zum Zähneputzen kann abgefülltes Wasser sinnvoll sein. Bevorzuge frisch gekochte Speisen, meide rohe oder ungewaschene Lebensmittel und verzichte vorsichtshalber auf Eiswürfel unbekannter Herkunft.
Vorbeugung
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Wasche deine Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang sowie vor dem Essen und der Zubereitung von Lebensmitteln.
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Reinige Toiletten, Wickelbereiche und häufig berührte Gegenstände sorgfältig, wenn jemand im Haushalt erkrankt ist.
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Halte rohe und verzehrfertige Lebensmittel getrennt und achte auf eine hygienische Zubereitung und Lagerung.
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Verwende auf Reisen nur sicheres Trinkwasser und achte auf frisch zubereitete, gut erhitzte Speisen.
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Vermeide während der Erkrankung engen Kontakt und informiere die ärztliche Praxis über die Beschwerden.
Eine breit verfügbare Impfung gegen Shigellose gibt es derzeit nicht. Für Reisen solltest du dich deshalb über die hygienischen Risiken und die empfohlenen Impfungen für dein konkretes Ziel informieren.
In Deutschland ist Shigellose meldepflichtig. Die Meldungen helfen den Gesundheitsbehörden, Infektionen und mögliche Ausbrüche zu überwachen. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden ersetzt die Information auf dieser Seite keine ärztliche Untersuchung.
