Strongyloidose ist eine parasitäre Infektion durch den Zwergfadenwurm Strongyloides stercoralis. Die Erkrankung kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor, kann aber auch in gemäßigten Gebieten auftreten. Viele Infektionen verlaufen zunächst ohne Beschwerden. Unbehandelt kann der Wurm jedoch über Jahre im Körper bleiben und sich bei geschwächtem Immunsystem stark vermehren.
Strongyloidose: Symptome im Überblick
Die Beschwerden hängen unter anderem davon ab, wie stark die Infektion ist und in welcher Phase sich die Larven befinden. Manche Menschen bemerken nichts oder haben nur unspezifische Symptome.
- Haut: Juckreiz, Hautausschlag oder flüchtige, linienförmige Rötungen können dort entstehen, wo Larven durch die Haut wandern. Die schnell wandernden Hautveränderungen werden auch als Larva currens bezeichnet.
- Magen-Darm-Trakt: Möglich sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, wechselnde Stuhlgewohnheiten und Appetitlosigkeit. Bei längerem Verlauf können Gewichtsverlust oder eine beeinträchtigte Nährstoffaufnahme hinzukommen.
- Atemwege: Während der Wanderung durch den Körper können Larven Husten, pfeifende Atemgeräusche oder andere Atembeschwerden auslösen.
Eine chronische Infektion kann milde oder wiederkehrende Beschwerden verursachen und deshalb lange unentdeckt bleiben. Wenn du nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet anhaltenden Durchfall, ungewöhnliche Hautveränderungen oder Atemprobleme entwickelst, solltest du deine Reise- und Expositionsgeschichte beim Arzt angeben.
Ursachen und Übertragung
Der Erreger ist der Fadenwurm Strongyloides stercoralis. Seine Larven leben in feuchtem, warmem Boden, der mit Fäkalien verunreinigt sein kann. Sie dringen meist durch die Haut in den Körper ein. Das Risiko ist daher erhöht, wenn du barfuß über möglicherweise kontaminierten Boden gehst oder beruflich häufig mit Erde arbeitest.
Nach dem Eindringen wandern die Larven über den Körper in den Darm. Dort entwickeln sie sich weiter. Eine Besonderheit des Parasiten ist die sogenannte Autoinfektion: Ein Teil der Larven kann erneut durch die Darmwand oder die Haut in den Körper gelangen. Dadurch kann eine Infektion ohne erneute Ansteckung lange bestehen bleiben.
Besonders häufig kommt Strongyloidose in Teilen Südostasiens, Subsahara-Afrikas und Lateinamerikas vor. Reisende, Migranten aus Endemiegebieten, Landarbeiter und andere Menschen mit regelmäßigem Erdkontakt haben ein erhöhtes Risiko. Auch eine Behandlung oder Erkrankung, die das Immunsystem schwächt, kann einen schweren Verlauf begünstigen.
Wann kann Strongyloidose gefährlich werden?
Bei einer Immunsuppression kann sich der Wurm stark vermehren. Es kann dann zu einer Hyperinfektion kommen. Bei einer disseminierten Strongyloidose breiten sich Larven über den Darm und die Lunge hinaus in andere Organe aus. Dabei können zusätzlich Bakterien aus dem Darm in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen.
Eine solche Verschlechterung kann lebensbedrohlich sein. Wenn du eine bekannte oder mögliche Strongyloidose hast und eine Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten ansteht, solltest du das unbedingt ärztlich ansprechen. Bei starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, ausgeprägter Schwäche, Fieber, Atemnot oder Verwirrtheit brauchst du umgehend medizinische Hilfe. In der Schwangerschaft und bei einem geschwächten Immunsystem muss die Abklärung und Behandlung individuell ärztlich geplant werden.
Diagnose der Strongyloidose
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Die Diagnose ergibt sich aus deinen Beschwerden, möglichen Aufenthalten in Risikogebieten, Erdkontakt und Laborbefunden. Eine einzelne Untersuchung reicht nicht immer aus, weil Larven nicht kontinuierlich mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
- Stuhluntersuchung: Im Labor wird nach Larven gesucht. Mehrere Proben und spezielle Verfahren wie die Agarplattenkultur oder die Baermann-Trichter-Methode können die Nachweiswahrscheinlichkeit erhöhen.
- Bluttest: Serologische Tests weisen Antikörper gegen Strongyloides nach. Ein positives Ergebnis belegt nicht in jedem Fall eine aktuell aktive Infektion. Bei geschwächter Immunabwehr können die Tests zudem weniger zuverlässig sein.
- Eosinophilie: Eine erhöhte Zahl eosinophiler Granulozyten kann auf eine Wurminfektion hinweisen, ist aber nicht spezifisch für Strongyloidose.
Bei Verdacht auf eine Ausbreitung in andere Organe können je nach Situation bildgebende Verfahren wie Röntgen oder CT eingesetzt werden. Andere Ursachen für Durchfall, Hautausschlag oder Atembeschwerden müssen ebenfalls berücksichtigt werden, etwa Giardiose, Hakenwurminfektionen, allergische Reaktionen oder andere Infektionen.
Behandlung der Strongyloidose
Die Behandlung erfolgt mit antiparasitären Medikamenten und sollte ärztlich begleitet werden. Ivermectin wird häufig als Mittel der ersten Wahl eingesetzt. Albendazol kann eine Alternative sein, wenn Ivermectin nicht verfügbar ist oder nicht vertragen wird. Welches Medikament geeignet ist, hängt unter anderem von der Schwere der Infektion, Begleiterkrankungen, möglichen Wechselwirkungen und einer bestehenden Immunsuppression ab.
Du solltest die verordnete Behandlung genau nach Anweisung durchführen und nicht eigenständig abbrechen, auch wenn die Beschwerden nachlassen. Bei schweren Verläufen sind eine Behandlung im Krankenhaus und zusätzliche Maßnahmen gegen Komplikationen erforderlich. Nach der Therapie können Kontrolluntersuchungen sinnvoll sein, um zu prüfen, ob die Infektion beseitigt wurde. Bei fortbestehenden oder wiederkehrenden Beschwerden kann eine erneute Abklärung oder Behandlung notwendig sein.
Eine vermeintlich natürliche oder alternative Entwurmung ersetzt keine nachgewiesene Therapie. Sprich mit deinem Arzt über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder anderen Mittel, die du einnimmst.
Strongyloidose vorbeugen
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Eine Impfung gegen Strongyloidose gibt es derzeit nicht. Der wichtigste Schutz besteht darin, den Kontakt mit möglicherweise kontaminiertem Boden zu vermeiden:
- Trage in Risikogebieten feste Schuhe und bei Garten- oder Erdarbeiten geeignete Handschuhe.
- Gehe nicht barfuß auf feuchtem oder hygienisch unsicherem Boden.
- Wasche deine Hände nach dem Kontakt mit Erde und nach dem Toilettengang sowie vor dem Essen.
- Achte auf sichere sanitäre Bedingungen und sauberes Trinkwasser.
Wenn du aus einem Endemiegebiet kommst, dort längere Zeit gelebt hast oder vor einer immunsuppressiven Behandlung stehst, kann eine ärztliche Testung auf Strongyloidose sinnvoll sein. Bei Beschwerden nach einer Reise hilft es, dem Arzt genau zu sagen, wann und wo du dich aufgehalten hast.
Auch Tiere wie Hunde, Katzen und andere Tierarten können von Strongyloides-Arten betroffen sein. Bei Verdacht auf eine Infektion deines Haustiers solltest du einen Tierarzt aufsuchen und keine Medikamente aus der Humanmedizin eigenständig anwenden.
Strongyloidose richtig einordnen
Strongyloidose bleibt häufig lange unauffällig, ist aber behandelbar. Entscheidend sind der passende Erregernachweis, die Berücksichtigung möglicher Risikofaktoren und eine vollständige ärztliche Therapie. Besonders bei Immunsuppression kann sich der Verlauf schnell verschärfen. Lass ungewöhnliche Haut-, Magen-Darm- oder Atemwegsbeschwerden deshalb abklären, vor allem nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet.
Strongyloidose sollte nicht mit anderen parasitären Erkrankungen gleichgesetzt werden. Bei Verdacht entscheidet die ärztliche Untersuchung, welche Tests und welche Behandlung erforderlich sind. Weitere Informationen zu einem möglichen Laborhinweis findest du auch unter Eosinophilie.
