Nach einer Herz-, Lungen- oder Herz-Lungen-Transplantation beginnt eine intensive Behandlung. Zunächst wird das neue Organ auf der Intensivstation stabilisiert und engmaschig überwacht. Später folgen regelmäßige Kontrollen im Transplantationszentrum. Eine lebenslange Immunsuppression soll verhindern, dass dein Immunsystem das Transplantat abstößt.
Vorbereitung und Entscheidung zur Transplantation
Vor einer Herztransplantation prüfen die behandelnden Teams zunächst, ob andere operative oder therapeutische Möglichkeiten infrage kommen. Dazu können beispielsweise eine Bypass-Operation, ein Klappenersatz, die Entfernung eines Aneurysmas der linken Herzkammer oder eine biventrikuläre Schrittmachertherapie gehören.
Entscheidend ist außerdem der pulmonalarterielle Widerstand. Ist der Druck in den Lungengefäßen dauerhaft stark erhöht und lässt er sich medikamentös nicht ausreichend senken, kann eine fixierte pulmonale Hypertonie gegen eine Herztransplantation sprechen. Auch eine schwere Einschränkung von Nieren, Leber oder Nervensystem sowie Erkrankungen wie schwere COPD, fortgeschrittener Diabetes mit Nierenschäden oder ausgeprägte Durchblutungsstörungen der Beine können die Transplantation erschweren. Die Entscheidung wird deshalb immer individuell getroffen.
Wann eine Lungentransplantation infrage kommt
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Eine Lungentransplantation kann erwogen werden, wenn die Lungenfunktion unwiederbringlich verloren ist und Medikamente oder andere Behandlungen nicht mehr ausreichen. Neben der Grunderkrankung beurteilt das Transplantationsteam auch dein biologisches Alter, deine körperliche Belastbarkeit und mögliche Begleiterkrankungen.
- Einlungentransplantation: Eine Lunge wird ersetzt. Das kann unter anderem bei fortgeschrittenem Emphysem oder Lungenfibrose möglich sein.
- Doppellungentransplantation: Beide Lungen werden ersetzt. Sie wird beispielsweise bei Mukoviszidose oder schwerer pulmonaler Hypertonie eingesetzt.
Zu den möglichen Indikationen gehören außerdem COPD und Emphysem, idiopathische Lungenfibrose, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Bronchiektasien und Sarkoidose. Auch eine erneute Transplantation kann in einzelnen Fällen geprüft werden, etwa bei einer chronischen Abstoßungsreaktion wie dem Bronchiolitis-obliterans-Syndrom.
Die ersten Tage nach einer Herztransplantation
Nach der Operation wird die Funktion des neuen Herzens auf der Intensivstation gesichert. Häufig sind zunächst Medikamente erforderlich, die die Kontraktionskraft steigern. Bei einer Belastung des rechten Herzens kann das Team zusätzlich den Druck in den Lungengefäßen senken, zum Beispiel mit inhalativen Vasodilatatoren wie Iloprost oder Stickstoffmonoxid.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kreislauf. Das Team kontrolliert die Herzleistung, den Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt. Das transplantierte Herz ist zunächst denerviert, weil die direkte Nervenverbindung zum Körper unterbrochen ist. Es reagiert deshalb anders auf Belastung und empfindlicher auf Veränderungen des Flüssigkeitsvolumens. Sowohl ein Flüssigkeitsmangel als auch eine Überwässerung können die Behandlung erschweren.
Bei schwerer Kreislaufinstabilität können vorübergehend unterstützende Verfahren wie eine intraaortale Ballonpumpe oder eine ECMO erforderlich sein. Ob solche Maßnahmen notwendig sind, hängt vom individuellen Verlauf ab.
Monitoring des transplantierten Herzens
In der frühen Phase werden die Kreislaufwerte kontinuierlich oder sehr engmaschig kontrolliert. Dazu gehören Druckwerte in der Lungenarterie und im linken Vorhof, das Herzzeitvolumen sowie die Widerstände in den Gefäßen. Echokardiografien zeigen, wie sich die Herzkammern füllen und entleeren und ob die Herzklappen funktionieren.
Regelmäßige EKGs dienen der Überwachung des Herzrhythmus. Bradykardien und andere Arrhythmien können nach einer Herztransplantation auftreten. Je nach Ursache kommen Medikamente oder vorübergehend beziehungsweise dauerhaft ein Herzschrittmacher infrage. Ergänzend helfen Blutuntersuchungen, die Transplantatfunktion und mögliche Komplikationen zu beurteilen.
Intensivtherapie nach einer Lungentransplantation
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Nach einer Lungentransplantation wird die neue Lunge zunächst durch Beatmung, Kreislauftherapie und ein sorgfältiges Flüssigkeitsmanagement unterstützt. Das Team versucht, dich möglichst früh vom Beatmungsgerät zu entwöhnen, wenn deine Lungen- und Kreislauffunktion dies zulassen. Eine zu große Flüssigkeitsmenge kann die Lunge belasten und ein Lungenödem begünstigen.
Bei erhöhtem Druck in den Lungengefäßen können inhalative Medikamente eingesetzt werden, um das rechte Herz zu entlasten. Zur Kontrolle dienen unter anderem ein erweitertes hämodynamisches Monitoring, Röntgenaufnahmen oder bei Bedarf CT-Untersuchungen, Ultraschall von Brustkorb und Bauch sowie Blutgasanalysen.
Die Verbindungsstellen der Bronchien, die sogenannten Anastomosen, werden regelmäßig bronchoskopisch überprüft. So lassen sich Wundheilungsstörungen, Engstellen oder andere Veränderungen früh erkennen.
Immunsuppression und Nachsorge
Damit dein Körper das neue Organ nicht abstößt, musst du dauerhaft Immunsuppressiva einnehmen. Die Dosierung wird regelmäßig angepasst. Dafür kontrolliert das Transplantationsteam unter anderem die Medikamentenspiegel im Blut. Die Behandlung soll ausreichend vor Abstoßung schützen, zugleich aber Nebenwirkungen möglichst begrenzen.
Zur Nachsorge gehören je nach Transplantat und Verlauf Lungenfunktionstests, Blutgasanalysen, Blutuntersuchungen, Röntgen oder CT sowie weitere bronchoskopische Kontrollen. Nach einer Herztransplantation kommen unter anderem EKG und Echokardiografie hinzu. Die Untersuchungen finden zunächst besonders engmaschig im Transplantationszentrum statt.
Wichtige Risiken nach einer Lungentransplantation
- Infektionen: Die Immunsuppression erhöht die Anfälligkeit für bakterielle, virale und Pilzinfektionen.
- Abstoßung: Eine akute Abstoßung muss früh erkannt und behandelt werden. Eine chronische Abstoßung kann sich schleichend über Monate oder Jahre entwickeln und die Lungenfunktion dauerhaft einschränken.
- Operationsfolgen: Blutungen, Wundheilungsstörungen und Probleme an den Atemwegsverbindungen können weitere Eingriffe oder wiederholte Bronchoskopien erforderlich machen.
- Nebenwirkungen der Immunsuppression: Möglich sind unter anderem eine Belastung der Nieren, Bluthochdruck, Diabetes und Störungen des Knochenstoffwechsels. Außerdem kann das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen steigen.
Regelmäßige Kontrollen sind deshalb nicht nur in den ersten Wochen wichtig, sondern lebenslang. Die genaue Therapie richtet sich nach deinem Organ, deiner Grunderkrankung, deinen Begleiterkrankungen und dem bisherigen Verlauf. Bei Fragen oder Veränderungen solltest du dich an dein Transplantationsteam wenden.
