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ÖGD mit PEG/PEJ-Wechsel: Wie die Ernährungssonde sicher gewechselt wird

Arzt wechselt Ernährungssonde in heller Umgebung

ÖGD mit PEG/PEJ-Wechsel: Wie die Ernährungssonde sicher gewechselt wird

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Ein PEG- oder PEJ-Sondenwechsel ersetzt eine bereits liegende Ernährungssonde. Er ist nicht mit der Neuanlage gleichzusetzen: Der vorhandene Fistelkanal kann genutzt werden, eine erneute Punktion ist häufig nicht nötig. Welche Methode infrage kommt, hängt vom Sondentyp, vom Zustand des Stomas und vom ausgebildeten Fistelkanal ab. Die Durchführung gehört in die Hände geschulten medizinischen Personals. Patienten und Angehörige dürfen die Versorgung nur übernehmen, wenn sie dafür praktisch eingewiesen wurden und ein entsprechender Plan des Behandlungsteams vorliegt.

Welche Sonde wird gewechselt?

Bei einer PEG liegt der Zugang in den Magen, bei einer PEJ im Jejunum, also in einem Abschnitt des Dünndarms. Eine JET-PEG verbindet eine PEG mit einer dünnen jejunalen Verlängerung. Für den Austausch werden häufig Ballonsonden, auch Gastrotubes genannt, verwendet. Der innere Ballon wird über einen separaten Anschluss mit Flüssigkeit gefüllt und hält die Sonde im Körper. Zum Wechsel wird er entleert, sodass die Sonde entfernt und ersetzt werden kann.

Eine weitere Option ist die Button-Sonde. Sie liegt flach an der Haut und hat keinen dauerhaft außen sichtbaren Schlauch; für die Ernährung wird ein Anschlussstück aufgesetzt. Ob ein Wechsel zu einem Button sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam nach der initialen Anlage und abhängig von der individuellen Situation.

Wechsel ohne Endoskopie

Ein endoskopiefreier Wechsel ist vor allem bei dafür geeigneten Ballonsonden möglich. Vor dem Eingriff wird geprüft, welcher Sondentyp vorliegt, ob der Ballon dicht ist und ob das Stoma unauffällig erscheint. Anschließend wird der Ballon vollständig entleert. Erst dann darf die alte Sonde vorsichtig entfernt werden. Lässt sie sich nicht ohne Widerstand herausziehen, muss der Vorgang beendet und medizinische Rücksprache gehalten werden.

Die neue Sonde wird durch den bestehenden Fistelkanal eingeführt. Danach wird der Halteballon gemäß Herstellerangaben gefüllt und die äußere Fixierung angepasst. Die korrekte Lage und Funktion müssen kontrolliert werden, bevor Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamente gegeben werden. Dazu gehören die Beurteilung des Sondensitzes, eine vorsichtige Spülung und – falls erforderlich – eine weiterführende Kontrolle.

Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass häufig keine erneute Endoskopie und keine Sedierung erforderlich sind. Trotzdem ist der Wechsel nicht automatisch unkompliziert: Eine Fehlplatzierung, Blutung, Schmerzen, Verstopfung oder eine Verletzung des Fistelkanals sind möglich. Ein Wechsel ohne Endoskopie ist daher nur dann vertretbar, wenn Sonde und Situation dafür geeignet sind.

Endoskopischer PEG- oder PEJ-Wechsel

Bei Sonden mit starrer innerer Halteplatte, unklarer Lage, problematischem Fistelkanal oder Schwierigkeiten beim einfachen Austausch kann ein endoskopisches Verfahren notwendig sein. Die alte Sonde wird je nach Bauart entleert, gelöst oder mit geeigneten Instrumenten entfernt. Die neue Sonde kann anschließend über den bestehenden Kanal eingebracht werden.

Dafür kommen unter anderem eine Fadendurchzugsmethode, ein Führungsdraht oder eine direkte Einführung bei geeigneten Button-Sonden infrage. Der Führungsdraht hilft, den vorhandenen Kanal zu nutzen und die neue Sonde gezielt zu platzieren. Welche Technik verwendet wird, richtet sich nach der Sonde und der klinischen Situation.

Nach dem Einsetzen wird die Lage überprüft. Wichtig sind ein sicherer Sitz, eine unauffällige Spülung und der Ausschluss einer Leckage. Bei einer PEJ muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass die Sondenspitze im Jejunum liegen soll. Die verwendete Sonde, Größe, Methode, Lagekontrolle, Besonderheiten und mögliche Komplikationen gehören in den Endoskopie- und Pflegebericht. Auch die OPS-Kodierung richtet sich nach der tatsächlich ausgeführten Prozedur, nicht allein nach der Bezeichnung „Sondenwechsel“.

Pflege nach dem Wechsel

Das Stoma sollte regelmäßig auf Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen, Blutungen, Geruch und austretendes Sekret kontrolliert werden. Reinige die Stelle nach der Einweisung mit der empfohlenen Methode, halte sie sauber und trockne sie vorsichtig. Die Sonde darf weder zu straff noch zu locker fixiert sein. Bei Ballonsonden muss die Ballonfüllung entsprechend den Herstellerangaben kontrolliert werden; die vorgegebene Flüssigkeit und Menge dürfen nicht eigenmächtig verändert werden.

Spüle die Sonde nach dem individuellen Pflege- und Ernährungsplan, insbesondere vor und nach der Medikamentengabe. Nicht jedes Medikament ist für die Sondengabe geeignet. Retardierte oder magensaftresistente Präparate dürfen nicht eigenmächtig zerkleinert werden. Kläre die geeignete Darreichungsform und notwendige Abstände zur Sondennahrung mit Arzt oder Apotheke.

Komplikationen und Warnzeichen

  • Infektion oder Hautreizung: Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen oder eitriger Ausfluss müssen ärztlich beurteilt werden.
  • Leckage: Austretende Nahrung, Flüssigkeit oder Mageninhalt kann die Haut schädigen und auf eine lockere, verschobene oder problematische Sonde hinweisen.
  • Buried-Bumper-Syndrom: Schmerzen oder eine Sonde, die sich nicht mehr vorsichtig bewegen lässt, können auf ein Einwachsen der inneren Halteplatte hindeuten.
  • Fehlplatzierung oder Migration: Eine veränderte äußere Markierung, Bauchschmerzen, Erbrechen oder eine nicht funktionierende Sonde müssen sofort abgeklärt werden.
  • Schwere Notfälle: Atemnot, starke Bauchschmerzen, Fieber, ein harter Bauch, starke Blutungen oder eine vollständig herausgerissene Sonde erfordern sofortige medizinische Hilfe. Bei akuter Gefahr wählst du 112.

Eine verstopfte Sonde darf nicht mit Gewalt oder harten Gegenständen freigemacht werden. Auch bei einer herausgerutschten Sonde solltest du sie nicht eigenständig zurückschieben oder weiterverwenden, sondern unverzüglich das Behandlungsteam kontaktieren.

Entfernung der Sonde

Wenn du wieder ausreichend oral essen und trinken kannst, kann das Behandlungsteam prüfen, ob die PEG oder PEJ entfernt werden sollte. Dafür gibt es je nach Sondentyp verschiedene Verfahren: Das innere Halteelement kann endoskopisch entfernt werden, bei geeigneten Sonden kann die Entfernung durch das Stoma erfolgen. Bei bestimmten Sonden wird das äußere Ende abgeschnitten und der verbleibende Teil vorgeschoben; diese Methode ist nicht für jede Sonde geeignet und muss ärztlich entschieden werden.

Nach der Entfernung verschließt sich die Fistel häufig selbst. Beobachte die Stelle auf anhaltende Flüssigkeitsabsonderung, Entzündung, Schmerzen oder Blutungen. Bleibt die Öffnung bestehen oder treten Beschwerden auf, ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich.

Aufklärung und Dokumentation

Vor einem Wechsel sollten Methode, Sondentyp, mögliche Risiken, Nachsorge und das Vorgehen bei Problemen erklärt werden. Bei fehlender Entscheidungsfähigkeit sind die rechtlichen Vorgaben und der Patientenwille zu berücksichtigen. Eine vollständige Dokumentation erleichtert die weitere Versorgung und verhindert Missverständnisse zwischen Medizin, Pflege, Ernährungsteam und Angehörigen.

Arzt lächelt in heller Umgebung mit medizinischem Gerät
Arzt lächelt mit Ernährungssonde in heller Umgebung

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