Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr so viel Geld wie nie zuvor in Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramme investiert. Mit innovativen Angeboten, speziell zugeschnittenen Kursen und digitalen Lösungen reagieren sie auf gesellschaftliche Veränderungen und setzen neue Maßstäbe im Kampf gegen chronische Krankheiten und gesundheitliche Belastungen.
Wichtigste Punkte im Überblick
- Rund 686 Millionen Euro wurden 2024 in Prävention und Gesundheitsförderung investiert
- Über 5.160 Aktivitäten in Kitas, Schulen und Kommunen – deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr
- Fast 1,9 Millionen Versicherte nutzten individuelle Gesundheitskurse – Bewegungsförderung und Stressmanagement sind besonders gefragt
- Neue Kurse richten sich auch an Digital-Natives wie Gamer
- 25 Millionen Euro flossen in Präventionsprogramme in Pflegeheimen – 25 Prozent mehr als im Vorjahr
Mehr Engagement in Kitas, Schulen, Betrieben und Pflegeeinrichtungen
Die Krankenkassen haben ihr Engagement in verschiedenen Lebenswelten konsequent verstärkt. Besonders in Kindertagesstätten und Grundschulen wurden mehr gesundheitsfördernde Projekte umgesetzt – etwa die Hälfte aller Aktivitäten entfiel auf diese Zielgruppen. Auch Programme in Kommunen, Stadtvierteln und Betrieben fördern ein gesundes Verhalten im Alltag. Die Zahl der dokumentierten Aktionen stieg um 16 Prozent auf 5.160, erreicht wurden dabei 8,9 Millionen Menschen.
Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung investierten die Kassen 282 Millionen Euro, trotz gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen und rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den Betrieben. Dieser Bereich spiegelt wider, wie wichtig es ist, Präventionsprojekte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.
Individuelle Gesundheitskurse: Digital und analog auf Erfolgskurs
Das Interesse an individuellen Gesundheitskursen wächst: Fast 1,9 Millionen Versicherte ließen sich von den Kassen unterstützen, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders im Fokus standen Kurse zur Bewegungsförderung (63 Prozent) und Stressbewältigung (31 Prozent), gefolgt von Ernährung und Suchtmittelprävention.
Die Kurse fanden zu 73 Prozent in Präsenz und zu 27 Prozent online statt. Digitale Angebote gewinnen weiter an Bedeutung – eine Tendenz, die sich während der Corona-Pandemie und durch zunehmende Digitalisierung weiter verstärkt hat.
Spezielle Angebote für neue Zielgruppen – Prävention für Gamer
Ein neues Highlight ist der erste zertifizierte Präventionskurs speziell für Gamer, entwickelt in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern. Dieser richtet sich an die Bedürfnisse der jungen digitalen Generation und kombiniert lokale Workouts mit digitalen Übungen, Gamification-Elementen und Team-Challenges. Experten betonen die wachsenden gesundheitlichen Risiken bei hoher Bildschirmzeit und begrüßen solche zielgruppengerechten Initiativen.
Prävention für ältere Menschen – Fokus Pflegeheime
Auch für ältere und pflegebedürftige Menschen haben die Krankenkassen mehr getan: 25 Millionen Euro flossen in Programme für stationäre Pflegeeinrichtungen – ein Plus von 25 Prozent. Ziel ist es, Pflegedürftigkeit zu verhindern oder hinauszuzögern und so die Lebensqualität zu steigern.
Ausblick: Prävention bleibt Gemeinschaftsaufgabe
Die Rekordinvestitionen zeigen den Stellenwert der Prävention im deutschen Gesundheitswesen. Experten fordern, dass Bund, Länder und Kommunen sich künftig noch stärker am Ausbau nachhaltiger Präventionsstrukturen beteiligen, um allen Menschen langfristig gesunde Lebensbedingungen zu ermöglichen.
Quellen
- Präventionsbericht 2025: Investitionen der Krankenkassen erreichen neuen Höchststand, Medizinischer Dienst Bund.
- Krankenkassen melden Ausgabenrekord | PZ – Pharmazeutische Zeitung, Pharmazeutische Zeitung.
- AOK startet Präventionskurs speziell für Gamer, AD HOC NEWS.
- Präventionskurse können wegen Corona weiterhin online durchgeführt werden, Verband der Ersatzkassen (vdek).
- Für mehr Gesundheit: Krankenkassen unterstützen Prävention, Zevener-Zeitung.
