Zum 1. Januar 2027 ist ein weiterer Zusammenschluss im BKK-System geplant: Die in Baden-Württemberg geöffnete BKK Scheufelen soll in der vivida BKK aufgehen. Die gemeinsame Krankenkasse wird unter dem Namen vivida BKK weitergeführt.
Was ändert sich für Mitglieder der BKK Scheufelen?
Die Mitgliedschaft wird bei einer Fusion automatisch auf die Nachfolgekasse übertragen. Ein neuer Antrag ist nicht notwendig, und der gesetzliche Versicherungsschutz läuft ohne Unterbrechung weiter. Die vivida BKK wird die Versicherten über neue organisatorische Details informieren.
Zusatzbeitrag 2027 noch nicht vorwegnehmen
2026 erhebt die BKK Scheufelen einen Zusatzbeitrag von 3,99 Prozent. Entscheidend ist jedoch der Beitrag, den die gemeinsame vivida BKK für 2027 festlegt. Eine Fusion führt nicht automatisch zu einem niedrigeren oder höheren Beitrag. Prognosen wären vor dem Beschluss der Selbstverwaltung unseriös.
Zusatzleistungen werden vereinheitlicht
Die gesetzlichen Pflichtleistungen bleiben erhalten. Unterschiede gibt es vor allem bei freiwilligen Satzungsleistungen, Bonusprogrammen, besonderen Versorgungsverträgen und Wahltarifen. Diese Angebote müssen für die fusionierte Kasse vereinheitlicht werden. Mitglieder sollten daher nicht nur auf den Beitrag schauen, sondern prüfen, ob für sie persönlich wichtige Leistungen weiter angeboten werden.
Kein automatisches Sonderkündigungsrecht
Der Zusammenschluss allein berechtigt nicht zur Sonderkündigung. Wird der Zusatzbeitrag im Zuge der Fusion erhöht, entsteht dagegen ein Sonderkündigungsrecht. Unabhängig davon ist ein regulärer Wechsel möglich, sobald die allgemeine Bindungsfrist erfüllt ist und kein länger bindender Wahltarif entgegensteht.
| Prüfliste für Betroffene: Neuen Zusatzbeitrag, Bonusprogramm, laufende Wahltarife, genehmigte Satzungsleistungen, Geschäftsstellen und digitale Services vergleichen. |
Einordnung
Die Fusion steht exemplarisch für den Strukturwandel unter regionalen Betriebskrankenkassen. Größere Kassen können IT, Verwaltung und Leistungsmanagement bündeln. Gleichzeitig verlieren regionale Marken ihre Eigenständigkeit. Ob der Zusammenschluss für Mitglieder ein Vorteil ist, hängt deshalb von der künftigen Satzung und nicht allein von der Größe der neuen Kasse ab.

