Ein Oberschenkelhalsbruch ist ein Bruch am oberen Ende des Oberschenkelknochens, nahe dem Hüftgelenk. Er tritt besonders bei älteren Menschen auf, weil die Knochen bei Osteoporose an Stabilität verlieren können. Bei jüngeren Menschen sind meist starke Unfälle oder Stürze aus großer Höhe die Ursache.
Wenn du nach einem Sturz starke Schmerzen in Hüfte oder Leiste hast und das Bein nicht mehr belasten oder bewegen kannst, solltest du sofort den Rettungsdienst oder eine Notaufnahme kontaktieren. Versuche nicht, selbstständig aufzustehen oder das Bein zu richten.
Typische Symptome
Die Beschwerden treten häufig unmittelbar nach dem Ereignis auf. Typisch sind:
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starke Schmerzen in Hüfte oder Leiste, manchmal bis zum Knie ausstrahlend
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deutlich eingeschränkte Beweglichkeit und fehlende Belastbarkeit des Beins
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eine Schwellung oder Druckempfindlichkeit im Hüftbereich
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ein nach außen gedrehtes Bein
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ein verkürzt wirkendes Bein, wenn sich die Bruchstücke verschoben haben
Nicht jeder Bruch ist äußerlich eindeutig erkennbar. Auch wenn du das Bein noch eingeschränkt bewegen kannst, schließt das eine Fraktur nicht sicher aus. Schmerzen im Knie können von der Hüfte ausgehen und dadurch zunächst irreführend sein.
Ursachen und Risikofaktoren
Bei älteren Menschen genügt manchmal ein Sturz aus geringer Höhe, etwa durch Stolpern oder Ausrutschen. Eine wichtige Ursache ist Osteoporose: Die Knochendichte nimmt ab, wodurch der Knochen brüchiger wird. Bei jüngeren Menschen entstehen Oberschenkelhalsbrüche eher durch schwere Unfälle, beispielsweise Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe.
Das Sturzrisiko steigt unter anderem bei:
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Seh- oder Gleichgewichtsstörungen
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Muskelschwäche und Bewegungsmangel
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Schwindel als Nebenwirkung bestimmter Medikamente
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schlechter Beleuchtung, rutschigen Böden oder anderen Stolperfallen
Weitere Risikofaktoren sind Knochenerkrankungen, längere Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortikosteroide, Rauchen, hoher Alkoholkonsum sowie eine unausgewogene Ernährung. Auch familiäre Belastungen können auf ein erhöhtes Osteoporoserisiko hinweisen.
Diagnose
Im Krankenhaus fragt dich das Behandlungsteam zunächst nach dem Unfallhergang und deinen Beschwerden. Anschließend wird geprüft, wo du Schmerzen hast, wie beweglich das Bein ist und ob es Fehlstellungen oder Durchblutungsstörungen gibt.
Ein Röntgenbild ist meist die erste bildgebende Untersuchung. Es zeigt die Bruchstelle und hilft bei der Planung der Behandlung. Ist der Befund trotz typischer Beschwerden nicht eindeutig, können weitere Verfahren wie eine MRT sinnvoll sein. Andere mögliche Ursachen der Hüftschmerzen, etwa eine Prellung, Muskelverletzung oder Gelenkerkrankung, müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Behandlung des Oberschenkelhalsbruchs
Die Behandlung richtet sich nach der Bruchform, der Stellung der Knochenfragmente, der Durchblutung des Hüftkopfs sowie deinem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand. Bei vielen Betroffenen ist eine Operation erforderlich, weil verschobene Brüche ohne Stabilisierung schlecht heilen und längere Immobilität zusätzliche Risiken mit sich bringen kann.
Operation
Bei einer Osteosynthese werden die Bruchstücke mit Schrauben, Stiften, Platten oder anderen Implantaten stabilisiert. Dieses Verfahren kommt insbesondere infrage, wenn der Hüftkopf ausreichend durchblutet ist und der Bruch eine Heilung des eigenen Gelenks erwarten lässt.
Bei bestimmten Brüchen kann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden. Eine Teilprothese ersetzt den Hüftkopf, eine Hüft-Totalendoprothese das gesamte Hüftgelenk. Welche Lösung geeignet ist, entscheidet das orthopädische oder unfallchirurgische Team individuell. Wie bei jedem Eingriff bestehen mögliche Risiken, darunter Infektionen, Blutgerinnsel, Nervenverletzungen, Probleme mit dem Implantat und eine verzögerte Heilung.
Konservative Behandlung
Eine Behandlung ohne Operation wird nur in ausgewählten Situationen erwogen, etwa bei einem stabilen, nicht verschobenen Bruch oder wenn eine Operation wegen schwerer Vorerkrankungen nicht vertretbar ist. Sie umfasst eine ärztlich festgelegte Schmerztherapie, vorsichtige Mobilisierung, geeignete Gehhilfen und regelmäßige Kontrollen. Die Belastung darfst du nur nach ärztlicher Anweisung steigern. Zu den möglichen Nachteilen einer längeren konservativen Behandlung gehören eine langsamere Mobilisierung, eingeschränkte Beweglichkeit und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen durch Immobilität.
Rehabilitation und Nachsorge
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Nach der Behandlung beginnt die Rehabilitation möglichst früh, sofern dein Gesundheitszustand das erlaubt. Physiotherapie unterstützt dich dabei, Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und einen sicheren Gang wiederzugewinnen. Eine Gangschulung und Ergotherapie können helfen, Alltagsaktivitäten wieder selbstständig auszuführen.
Wie schnell du wieder laufen kannst, hängt unter anderem von Bruch und Behandlung, deinem Alter, deiner Fitness und möglichen Vorerkrankungen ab. Häufig sind zunächst Krücken, ein Rollator oder andere Gehhilfen nötig. Halte dich an die vorgegebenen Belastungsgrenzen und nimm Kontrolltermine wahr. Dabei wird überprüft, ob der Bruch beziehungsweise das Implantat stabil ist und ob Komplikationen auftreten.
Auch psychisch kann die Verletzung belasten. Angst vor einem erneuten Sturz, depressive Stimmung oder Unsicherheit sind Gründe, mit deinem Arzt oder einer psychologischen Fachkraft zu sprechen. Unterstützung durch Angehörige kann die Rückkehr in den Alltag erleichtern.
Folgen und mögliche Komplikationen
Ein Oberschenkelhalsbruch kann vorübergehend oder dauerhaft die Mobilität und Selbstständigkeit einschränken. Möglich sind anhaltende Schmerzen, eine eingeschränkte Beweglichkeit, eine Beinlängendifferenz, Arthrose oder eine verzögerte beziehungsweise ausbleibende Knochenheilung. Nach einer Operation können unter anderem Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen und Probleme mit dem Implantat auftreten. Regelmäßige Nachsorge hilft, solche Entwicklungen früh zu erkennen.
Manche Menschen benötigen nach dem Bruch vorübergehend Unterstützung im Haushalt oder bei der Körperpflege. Eine Haushaltshilfe oder weitere Hilfsmittel können den Alltag entlasten. Wenn eine Knochenheilung ausbleibt, sprechen Fachleute von einer Pseudarthrose.
Vorbeugung
Du kannst das Risiko vor allem durch Maßnahmen gegen Stürze und durch die Behandlung einer möglichen Osteoporose senken. Sinnvoll sind:
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Stolperfallen entfernen, für gute Beleuchtung sorgen und Haltegriffe im Bad anbringen
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festes Schuhwerk tragen und bei Unsicherheit Gehhilfen nutzen
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Kraft- und Gleichgewichtsübungen nach Anleitung durchführen
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Sehvermögen und Medikamente regelmäßig ärztlich überprüfen lassen
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bei Risikofaktoren die Knochengesundheit ärztlich abklären lassen
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auf eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Eiweiß achten
Nach einem Sturz mit Hüftschmerzen solltest du nicht abwarten. Eine schnelle medizinische Abklärung ist wichtig, damit die passende Behandlung eingeleitet und die Mobilisierung geplant werden kann.
Häufige Fragen
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Wie lange dauert die Heilung?
Die Genesung dauert häufig mehrere Wochen bis Monate. Der Verlauf hängt von der Behandlung, deinem Gesundheitszustand und möglichen Komplikationen ab. Die Rehabilitation ist ein wesentlicher Bestandteil.
Kannst du danach wieder normal laufen?
Viele Betroffene lernen mit gezielter Rehabilitation wieder zu gehen. Ob du vollständig an dein früheres Bewegungsniveau anknüpfen kannst, lässt sich jedoch nicht allgemein vorhersagen.
Wann musst du zum Arzt?
Bei starken Hüft- oder Leistenschmerzen nach einem Sturz oder Unfall, fehlender Belastbarkeit, einer Fehlstellung oder einem nach außen gedrehten Bein brauchst du sofort medizinische Hilfe. Eine ähnliche Symptomatik kann auch bei anderen Verletzungen auftreten; sicher unterscheiden lässt sie sich nur durch die ärztliche Untersuchung und Bildgebung.
